Fragen und Antworten zur Corona-Impfung - Grafik O|N

REGION Der O|N-Impf-Guide klärt auf!

Die Corona-Impfung: Fragen und Antworten im Überblick

22.09.21 - Der Kampf gegen die Corona-Pandemie geht weiter. Seit einiger Zeit geht die Zahl der Erstimpfungen deutlich zurück. Unter den bisher noch nicht geimpften Menschen ist mindestens die Hälfte prinzipiell zur Impfung bereit. Doch welche Vorteile bringt die Impfung? Und gibt es Ängste? OSTHESSEN|NEWS klärt alle Fragen rund um die Corona-Impfung.

In unserem IMPFSTOFF-STECKBRIEF finden Sie die wichtigsten Informationen zu den Wirkstoffen, Antigenen und Co. - Laden Sie sich den Steckbrief HIER herunter. 

Wie gut schützt die Impfung?

Die erste Impfung hat laut vielen Studien sehr gut vor einer Erkrankung geschützt. Leider zeigt sich bei der aktuell auch ein Deutschland dominanten Delta-Variante, dass eine einzige Impfung leider nicht ausreichend schützt. Eine vollständige Impfserie schützt sehr gut. Daher sind alle Impflinge angehalten beide Termine wahrzunehmen.

Studien aus Großbritannien zum Impfstoff von AstraZeneca BioNTech/Pfizer zeigen, dass bei beiden Varianten ein sehr guter Schutz vor schweren Verläufen besteht. Dies gilt jedoch nur für vollständig geimpfte Menschen. Der Schutz war bei Biontech bei 96% und bei 92% für AstraZeneca. Auch der Schutz gegen leichte symptomatische Erkrankungen war mit 88% und 60% gegen die Delta-Variante hoch. Bei nur einer Impfung betrug der Schutz nur 33%.

Die Impfung schützt auch sehr gut davor, dass man das Coronavirus weitergeben kann. Lediglich im seltenen Fall eines Impfdurchbruchs kann man nach der Impfung noch andere Menschen anstecken.

Was muss ich zur Impfung mitbringen?

Man sollte den Impfausweis, die elektronische Gesundheitskarte und den Personalausweis mitbringen. Ratsam ist es auch, den Medikamentenplan mitzunehmen.

Zweitimpfung nach AstraZeneca mit Biontech oder Moderna

Am 01. Juli gab die STIKO mit ihrer achten Aktualisierung der Covid-19 Impfempfehlung bekannt, dass Menschen unabhängig vom Alter nach einer ersten Dosis des Impfstoffes von AstraZeneca eine Zweitimpfung mit mRNA Impfstoff erhalten sollen. Es soll ein sogenanntes heterologes Impfschema also nach der ersten Dosis mit Vaxzevria gefolgt von einem mRNA-Impfstoff in einem Abstand von mindestens 4 Wochen angewandt werden. Zwar schützen 2 Impfungen mit dem AstraZeneca präparat auch bei der Delta-Variante vor einem schweren Verlauf, jedoch schützt das heterologe Schema besser vor leichten Verläufen und ist somit im Kampf gegen Delta besser geeignet.

Ich wurde 2x mit AstraZeneca oder 1x mit Johnson&Johnson geimpft. Was hat sich durch Delta geändert?

Die beiden Vektorimpfstoffe AstraZeneca und Johnson&Johnson schützen bei Delta nicht so gut vor einer milden Infektion wie erhofft. Daher können Menschen, bei welchen die Impfung versagt das Virus übertragen. Daher hat man sich entschlossen allen Menschen, die mit den beiden Impfstoffen vollständig immunisiert wurden, eine dritte Impfung mit Biontech oder Moderna anzubieten.

Impfung von Genesenen:

Die Impfung von Genesenen ist laut STIKO bei einer symptomatischen Erkrankung nach 6 Monaten empfohlen oder nach 4 Wochen, wenn zum Beispiel ein erhöhtes Risiko besteht sich mit einer Virusvariante erneut zu infizieren. Bei einer asymptomatischen Infektion kann man die Impfung schon nach 4 Wochen durchführen.

Welchen Abstand muss ich zu anderen Impfungen einhalten?

Die Hersteller empfehlen einen Abstand von 14 Tagen zu anderen Impfungen. Notfallimpfungen können durchgeführt werden.

Welcher Abstand soll zwischen beiden Impfdosen liegen?

Comirnaty (Biontech/Pfizer): 3-6 Wochen

Spikevax (Moderna): 4-6 Wochen

Vaxzevira (AstraZeneca): 8-12 Wochen

Warum sollte ich mich als junger Mensch impfen lassen?

Je jünger man ist, desto seltener hat man bei einer Infektion mit Covid-19 einen schweren Verlauf oder den Tod zu befürchten. Dennoch ist man häufig durch eine Infektion für mehrere Wochen ernsthaft krank und liegt unter Umständen mit Schüttelfrost und Fieber im Bett. Aber natürlich gibt es auch sehr milde Verläufe, bei denen der oder die Betroffene wenig bis gar nichts spürt. Bei einer Infektion bleibt auch immer das Restrisiko an Long-Covid zu leiden. Dies wird durch die Impfung verhindert. Durch die Impfung ist man vor Ansteckung geschützt. Daher schützt man mit einer Impfung auch sein Umfeld. Die Pandemie kann nur gestoppt werden, wenn sich eine Vielzahl der Bürgerinnen, also auch junge Menschen impfen lassen.

Kann der Impfstoff mein Erbgut verändern?

Nein, eine mRNA wie sie verimpft wird, kann vom Körper nicht in das Erbgut eingebaut werden. Das menschliche Erbgut besteht aus DNA. Diejenigen Muskelzellen, die die mRNA aufnehmen werden vom Körper erkannt und binnen weniger Tage abgebaut. Somit ist die mRNA nach wenigen Tagen nichtmehr im Körper. Außerdem ist das verimpfte mRNA-Stück lokal im M. deltoideus und breitet sich nicht systemisch aus. Vektorimpfstoffe enthalten DNA. Den Impfvektoren fehlen jedoch die Gene, die den normalen menschlichen Zellzyklus beeinflussen. Somit kann sich das harmlose verimpfte Adenovirus, dass als Vektor dient, in der Zelle nicht vermehren.

Kann ich bei einer Impfreaktion Medikamente einnehmen?

Ja, Ibuprofen und Paracetamol haben sich bewährt um die Impfreaktion abzuschwächen. ACHTUNG: Vorerkrankungen beachten. NSAR wie zum Beispiel Ibuprofen sind bei alten und vorerkrankten (z.Bsp. KHK oder Niereninsuffizienz) zu vermeiden! Im Zweifel immer noch den Hausarzt zurate ziehen.

Schwächen diese Medikamente (Paracetamol/NSAR) die Wirkung der Impfung ab?

Nein. Die Medikamente hemmen die unspezifischen Immunantworten wie Fieber und Schüttelfrost. Die eigentlich immunisierende Impfreaktion findet auf zellulärer Ebene statt und wird von den Bedarsmedikamenten nicht beeinflusst.

Was muss ich nach der Impfung beachten?

In den ersten Tagen nach der Impfung sollte man außergewöhnliche körperliche Belastungen wie zum Beispiel schwere körperliche Arbeit oder Leistungssport vermeiden.

Treten nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff Luftnot, anhaltendes Herzklopfen oder Stolpern oder Brustschmerzen auf, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen.

Kann ein Antigenschnelltest nach der Impfung falsch positiv werden?

Der Impfstoff ist lediglich lokal im Oberarmmuskel. Ein Antigenschelltest sollte nach der Impfung nicht positiv werden. Sollte ein Antigenschnelltest ein positives Ergebnis anzeigen, sollte man sich umgehend in Quarantäne begeben und einen PCR Test machen lassen. Ein PCR Test kann bei einer Impfung in keinem Fall positiv werden.

Kann ich durch die Impfung jemanden anstecken?

Nein. Vektorimpfstoffe enthalten DNA. Den Impfvektoren fehlen jedoch die Gene, die den normalen menschlichen Zellzyklus beeinflussen. Somit kann sich das harmlose verimpfte Adenovirus, dass als Vektor dient, in der Zelle nicht vermehren. Außerdem befindet sich der Impfstoff nur lokal im Oberarmmuskel. Die betroffenen Muskelzellen werden nach einigen Tagen vom Immunsystem abgebaut.

In meinem Bekanntenkreis hatte jemand Corona. Soll er geimpft werden?

Menschen, die eine SARS-CoV-2-Infektion bereits durchgemacht haben, sollen frühestens 6 Monate nach der Diagnose eine einzige Impfung erhalten. Ein gewisser Personenkreis kann auch schon 4 Wochen nach der Infektion geimpft werden (siehe oben) Der einzige Nachweis für eine Infektion ist eine positive PCR.

Muss nach der Impfung ein Test erfolgen, ob die Impfung erfolgreich war?

Die STIKO empfiehlt bei den COVID-19-Impfungen keine Prüfung des Impferfolgs, weder nach der 1. Impfstoffdosis noch nach der 2. Impfstoffdosis.

Muss die Impfung irgendwann aufgefrischt werden?

Aktuell scheint eine Boosterimpfung sinnvoll zu sein. Die Bundesregierung hat die dritte Impfung für einen gewissen, besonders gefährdeten Personenkreis ab September beschlossen. Gegebenenfalls muss diese auch an Mutationsvarianten angepasst werden.

Frauen mit Kinderwunsch:

In der Aktualisierung ihrer Impfempfehlung empfiehlt die STIKO nun Schwangeren ungeimpften Frauen ab dem 2. Trimenon und stillenden ungeimpften Frauen die Impfung gegen das Coronavirus.

Eine Schwangerschaftsverhütung nach der Impfung ist nicht nötig. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich im Zweifel von ihrer Frauenärztin beraten lassen. Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.dggg.de/presse-news/pressemitteilungen/mitteilung/covid-19-schutzimpfung-von-schwangeren-und-frauen-mit-kinderwunsch-1285/ 

https://www.dgpm-online.org/gesellschaft/publikationen/neuigkeiten/news/empfehlung-der-covid-19-impfung-fuer-schwangere-und-stillende-frauen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=eaaea5dbe997c2b3a87e44dc94e83102 

Ab welchem Alter kann man sein Kind aktuell impfen lassen?

Der Impfstoff der Firma Biontech/Pfizer ist seit Ende Mai nun auch für Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren zugelassen. Man sollte die Impfung mit dem behandelnden Kinderarzt besprechen. Die Impfung wird ebenfalls von der STIKO empfohlen. Ziel ist das Verhindern schwerer Verläufe, die Verhinderung von Long Covid und das Erreichen der Herdenimmunität in der Bevölkerung. Außerdem sollen soziale und psychologische Auswirkungen durch Quarantänemaßnahmen oder fehlender sozialer Teilhabe abgemildert werden.

Muss die Impfung, wie bei der Grippeimpfung jährlich erneuert werden? Über welchen Zeitraum der Impfschutz besteht kann man aktuell noch nicht sagen. Daher ist eine Prognose ob man denn eine jährliche Impfung wie bei der Grippe bräuchte aktuell schwierig. In ausgewählten Patientengruppen scheint der Impfschutz nach 6 Monaten zumindest nachzulassen. Daher beginnt nun auch Deutschland im September mit der Auffrischung bei gewissen Gruppen.

Gibt es eine Volldeklaration der Inhaltsstoffe der Impfdosen? Diese kann in der Zulassung der EMA unter Punkt 6.1 nachgelesen werden. https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_de.pdf.

Können Organtransplantierte geimpft werden, aufgrund von Medikamenten wird das Immunsystem unterdrückt?

Der Impfstoff wurde wohl noch nicht an solchen Patienten getestet. Bei Menschen mit einer medikamentösen Einschränkung des Immunsystems zum Beispiel nach einer Organtransplantation sollte eine sorgfältige Nutzen Risikoabwägung gemeinsam mit den betreuenden Ärzt:innen erfolgen.

Bekommt man bei der Impfung gesagt, welcher Impfstoff verabreicht wird? Ja, dies wird bei der Impfung klar kommuniziert.

Kann man geimpft werden, wenn man blutverdünnende Medikamente nimmt, zum Beispiel aufgrund einer künstlichen Herzklappe?

Wenn man blutverdünnende Medikamente einnimmt kann man geimpft werden. Man impft intramuskulär also in den Muskel. Um eine mögliche auftretende Blutung zu verhindern, sollte man nach der Impfung für zwei Minuten mit einem Tupfer auf die Einstichstelle drücken.

Wie komme ich an einen Termin für die Impfung?

Man kann sich ohne Termin in den Impfzentren impfen lassen. Nach 30.09.2021 müssen Sie Ihren Hausarzt kontaktieren, da die Impfzentren schließen.

Was kostet mich die Impfung gegen das Corona-Virus?

Die Kosten für den Impfstoff trägt der Bund. Die Bundesländer und die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für den Betrieb der Impfzentren und die mobilen Impf-Teams. Für die Bürger:innen fallen daher – unabhängig vom Versicherungsstatus – keine Kosten an.

Muss ich mich impfen lassen?

Nein. Die Impfung gegen das Corona-Virus ist freiwillig und bleibt jedem selbst überlassen.

Können sich auch Jugendliche mit Diabetes Typ 1 impfen lassen?

Menschen mit Diabetes Typ-1 können sich grundsätzlich impfen lassen.

Ich bin 42 Jahre alt und habe 2003 eine Wespengiftallergie diagnostiziert bekommen. Nach dem Stich hatte ich einen anaphylaktischen Schock. Ich wurde 7 Jahre lang hyposensibilisiert und trage in den Sommermonaten ein Notfall Set mit mir. Des Weiteren habe ich eine rheumatische Arthritis. Zwar bin ich noch lange nicht "dran" aber dürfte ich aktuell mit diesem Impfstoff geimpft werden?

Personen, die eine Anaphylaxie auf einen anderen Impfstoff oder eine injizierbare Therapie berichten, sollte eine Risikobewertung mit dem Hausarzt und dem Impfarzt durchgeführt werden. Diese Personen können trotzdem geimpft werden. Sie sollten jedoch über die unbekannten Risiken einer schweren allergischen Reaktion aufgeklärt werden. Impfstellen sollten Patienten mit einer Vorgeschichte von Anaphylaxie für 30 Minuten nach der Impfung beobachten. Alle anderen Personen sollten für 15 Minuten nach der Impfung beobachtet werden, um das Auftreten von unmittelbaren unerwünschten Reaktionen zu überwachen.

Wir haben bereits zahlreiche Zuschriften bekommen und bemühen uns, die gestellten Fragen zeitnah in diesem Beitrag zu ergänzen. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Fragen nicht separat, sondern so bald wie möglich in diesem Artikel beantworten. Sie haben weitere Fragen rund um die Corona-Impfung? Dann schreiben Sie uns an [email protected] (js/sh) +++


Über Osthessen News

Kontakt
Impressum

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Twitter
Instagram

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön