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- Fotos: Hendrik Urbin

02.10.09 - RASDORF

Traditionelle Kranzniederlegung heute Nachmittag am Mahnmal nahe der Gedenkstätte Point Alpha an der hessisch-thüringischen Landesgrenze bei Rasdorf im Kreis Fulda. Dort, wo sich jahrzehntelang die Machtblöcke von Ost und West gegenüberstanden, wurde heute besonders der Ereignisse im Herbst 1989 gedacht. Die Kranzniederlegung ist zudem ein Symbol der Dankbarkeit für die vielen Menschen, die friedvoll die Wiedervereinigung Deutschlands voran brachten. Politiker von Bund, Ländern und Kommunen erinnerten am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit nicht nur an die Todesopfer an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, sondern auch an zwei Jahrzehnte wiedervereintes Deutschland.

Viele Besucher sowie Repräsentanten aus Hessen und Thüringen waren zum Point Alpha gekommen, um sich gemeinsam zu erinnern und 20 Jahre deutsche Einheit zu feiern. Die Kyffhäuser Kameradschaften aus Hünfeld, Großentaft, Grüsselbach und Rasdorf legten gemeinsam mit Christoph Matschie, Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD in Thüringen sowie Mitbegründer der sozialdemokratischen Partei in der ehemaligen DDR sowie Jörg-Uwe Hahn (FDP), Vize-Ministerpräsident und hessischer Minister für Justiz, Integration und Europa einen Kranz zum Gedenken der Opfer nieder.

Einst war Point Alpha amerikanischer Beobachtungs-Stützpunkt. Inzwischen kommen jährlich bis zu 100.000 Besucher zu dieser Mahn- und Gedenkstätte, die sich vom so genannten „heißesten Ort im Kalten Krieg“ zu einem Lernort der Weltgeschichte entwickelte. Das Mahnmal auf Point Alpha Point heute ist auch Zeitzeuge für die Menschen der Grenzöffnung. Die Bundesländer Hessen und Thüringen sowie der Bund und Organisationen haben eine Stiftung für die wichtige Arbeit der Gedenkstätte gegründet – aber auch als Mahnung für nachfolgende Generationen.

Die US Army in Europa wird in diesem Jahr von dem Brigadegeneral und stellvertretenden Chef des Stabes G4 (Logistik), der United States Army Europe, Mark A. Bellini vertreten. Er zeigte sich "sehr glücklich" mit der Entwicklung seit 1989. "Das bedeutet, dass die Menschen in Deutschland nun in Freiheit zusammenleben. Ich diente als junger Soldat in Deutschland als es noch nicht so war. Ich freue mich, dass es nun so ist wie es ist - und dass die Leute in Deutschland zusammen sind“, sagte er gegenüber "osthessen-news". Er übermittelte den "tiefen Stolz" der amerikanischen Soldaten, an Orten wie Point Alpha die Demokratie verteidigt und damit einen Beitrag zur Wiedervereinigung Deutschlands beigetragen zu haben.

Traditioneller Festakt zum 15. Mal

Zu dem traditionellen Festakt, der in diesem Jahr bereits zum 15. Mal stattfand, kamen hunderte Gäste in die Fahrzeughalle des ehemaligen US Stützpunktes um die Deutsche Einheit zu feiern. Die Hauptrede hielt der Sozialdemokrat Matschie zum Thema „20 Jahre danach – was bleibt vom Herbst ´89?“ mit dem Ziel, einen Blick auf die Chancen und Möglichkeiten zu richten, die den Menschen in der DDR durch die Friedliche Revolution und ein neues, freiheitliches System zuteil wurden. Viele Menschen seien mutig gewesen und hätten ihre Angst abgelegt, seien auf die Straße gegangen, um für ein besseres Leben für sich selbst und ihre Kinder zu kämpfen. "Und ich finde dieser Kampfgeist, das tut uns heute noch gut" bemerkte Matschie. Zudem wies er darauf hin, dass die politische Einheit längst vollzogen sei, im sozialen Bereich die Unterschiede aber noch angeglichen werden müssten. "Wir haben ein unterschiedliches Rentenrecht in Ost und West, die Löhne sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Es wird die große Aufgabe der nächsten Jahre sein, die soziale Einheit des Landes zu vollenden."

"Ein aufrechter Gang lohnt sich jederzeit“ - Matschies ganz persönliche Bilanz

„Das Volk probte 1989 das aufrechte Gehen, weil es gebeugt wurde. Und ein aufrechter Gang lohnt sich jederzeit" so der SPD Landesvorsitzende und ehemalige Bürgerrechtler Christoph Matschie als diesjähriger Festredner zur in seiner Festrede zur Traditionsveranstaltung am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit auf Point Alpha. In seiner immer wieder durch Beifall unterbrochenen Rede berichtete Matschie aus der Zeit von der Friedlichen Revolution in Jena und rief auf, auch heute nicht danach zu fragen, was man mit seinem Handeln riskiert, sondern was man mit seinem Handeln bewegen kann. Matschie mahnte, auch heute offen über Widersprüche und Unzulänglichkeiten zu reden und gleichzeitig voller Stolz auf das Erreichte zu schauen, denn, so Matschie weiter „Wir haben etwas gemacht aus der Freiheit!“

Im Grußwort der hessischen Landesregierung der stellvertretende Ministerpräsident und Minister der

Justiz, für Integration und Europa, Minister Jörg-Uwe Hahn, daran, dass erst mit der Friedliche Revolution auch die heutige Europäische Union möglich geworden ist, so z.B. die EU Osterweiterung vor 5 Jahren. Hahn forderte auf „Vorsorge für die Freiheit“ zu treffen, damit sie nicht eines Tages schmerzlich vermisst werden wird. Dazu müsse das Wissen um die Unfreiheit an die nächsten Generationen weitergeben werden. Jeder Schüler, so Hahn weiter, solle einmal in seiner Schulzeit eine Gedenkstätte wie Point Alpha besucht haben.

Der Bevollmächtige des Freistaates Thüringen beim Bund, Staatssekretär Hermann Binkert, unterstrich die Bedeutung der Gedenkstätte Point Alpha für die Erinnerungskultur, da, so Binkert, an solchen Orten an die großartigen Erfolge von 1989 und deren Bedeutung erinnert wird: an Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie

Der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Berthold Dücker machte in seinem Schlusswort deutlich, dass nicht nur im Herbst 1989 Mut notwendig gewesen ist um für Freiheit und Demokratie zu kämpfen, sondern mit Blick auf die politischen Entwicklungen in Thüringen auch heute, im Herbst 2009. Diesen Mut, so Dücker weiter, habe Christoph Matschie, in den letzten Tagen erneut gezeigt. +++




Christoph Matschie, SPD-Landesvorsitzender Thüringen bei der Begrüßung durch Vereinsvorsitzenden Dücker

Ankunft von Hessens Vize-Ministerpräsident Hahn (FDP) im neuen BMW 5erGT


Der Stiftungsvorsitzende und frühere Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger

US-Brigadegeneral Mark A. Bellini


Interview von Minister Hahn für osthessen-news

Christoph Matschie, SPD-Landesvorsitzender Thüringen



Rasdorfs Bürgermeister Körbel (Bildmitte) neben Minister Hahn...

























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