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- Alle Fotos: Christian P. Stadtfeld

16.02.11 - REGION

Am frühen Mittwochmorgen gegen 03:40 Uhr startete der erste Castor-Transport in diesem Jahr von Karlsruhe (Baden-Würtemberg) nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern. Kurz nach 11:00 Uhr erreichte der umstrittene Zug mit fünf Atommüllbehältern - circa 15 Minuten vor Plan - die hessische Landesgrenze bei Jossa im Main-Kinzig-Kreis, fuhr durch das Kinzigtal und passierte kurz nach 12:00 Uhr am Mittwochmittag den Bahnhof Fulda. Die Durchfahrt des etwa 500 Meter langen Zuges auf Gleis 7 dauerte knapp 30 Sekunden - ein Tempo von ungefähr 80 Stundenkilometern. Kurz vor dem Eintreffen des Sonderzuges tauchte plötzlich ein junger Mann mit einer roten Fahne - sie hatte die Aufschrift „Die Linke“ - auf. Er wurde von der Polizei kontrolliert und verließ nach der Durchfahrt wieder das Gleis. Ansonsten lief am Fuldaer Bahnhof alles ganz normal ab, Reisende standen am Bahnsteig und kaum einer wunderte sich über die Polizeipräsenz. „Ich wusste gar nichts von einem Castorzug“, sagte eine 38-jährige Reisende aus Kassel ganz trocken im Gespräch mit „osthessen-news“.

Etwa 20 Kilometer weiter in Richtung Norden, am Bahnhof in Hünfeld (Kreis Fulda) machte der Zug einen etwa halbstündigen geplanten Stopp auf Gleis 2. Dort wechselten nach Anfgaben von Bundespolizei-Pressesprecher Klaus Arend von der Inspektion in Kassel die Lokführer und die Beamten bekamen eine Verpflegungs- und Versorgungspause. Um 12:50 Uhr setzte sich der Castor-Zug, bestehend aus zehn Personenwagen mit mehreren hundert Beamten der Bundespolizei und vier schweren Diesel-Loks, weiter in Bewegung über Bebra (Kreis Hersfeld-Rotenburg) in Richtung Eisenach. Gegen 14:09 Uhr hatte der Atom-Transport bei Obersuhl die hessische Landesgrenze verlassen. Arend berichtete auf Nachfrage von einer „störungsfreien und unproblematischen Durchfahrt“.

Im Bereich Bebra sei es allerdings gegen 13:20 Uhr zu einem betriebsbedingten Zughalt gekommen. Etwas später wurde weiter östlich, nahe der hessisch-thüringischen Grenze bei Wildeck eine Gruppe von acht Personen wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr und Abbrennen eines pyrotechnischen Gegenstandes festgenommen. Die Weiterfahrt des Zuges hätte sich hierdurch nur geringfügig verzögert, teilte Erster Kriminalhauptkommissar Matthias Heim, Pressesprecher der Castor-Gesamteinsatzleitung Hessen mit.

Wie schon bei den letzten Castor-Transporten im November und Dezember letzten Jahres koordinierte auch dieses Mal wieder ein Expertenteam der Polizei den Einsatz für alle hessischen Beamten zentral vom Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Osthessen in Fulda aus. Zur Sicherung des Transportweges waren an der Strecke wieder hunderte Beamte von Bundes- und Landespolizei eingesetzt. Ein Hubschrauber der Bundespolizei begleitete den Atommüll-Transport, machte Aufnahmen aus der Luft und flog das Schienennetz vor der Durchfahrt mehrmals ab. Dieser Castor-Einsatz war auch wieder ein Beweis dafür, wie gut die Kooperation zwischen Bundes- und Landespolizei ausgebaut ist. (Christian P. Stadtfeld). +++




























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