Mit hauchdünner Mehrheit

Stadtparlament lehnt eine Ausgründung der Festspiele in gGmbH ab

Foto: Stefanie Harth - Daumen nach unten: Die Festspiel gGmbH scheitert in der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung an einer Stimme.

28.09.2018 - Das intensive Werben der Theatermacher und die Fürsprache des Ministerpräsidenten Volker Bouffier waren vergebens: Mit hauchdünner Mehrheit von einer Stimme hat das Bad Hersfelder Stadtparlament die Ausgründung des Festspiel-Regiebetriebs in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) abgelehnt. Am Ende hieß es 20:19.



SPD, Grüne/NBL, Die Linke und der fraktionslose Jochen Kreissl sprachen sich gegen den Weg in eine neue Gesellschaftsform aus; CDU, FDP, UBH und FWG hatten als Befürworter der gGmbH das Nachsehen.

In der vorausgegangenen sachlich geführten Debatte wurden altbekannte Argumente vorgetragen. „Egal wie die Abstimmung heute Abend ausgeht: die Festspiele haben nichts zu befürchten“, betonte Andrea Zietz (Grüne/NBL). Eine Ausgründung löse kein einziges Problem, sondern bringe Probleme.

Karsten Vollmar (SPD) bekräftigte: „Es gibt in diesem Raum niemanden, der nicht unterschreiben würde, dass er voll und ganz hinter den Festspielen steht.“ Man wolle keinen Freifahrtschein ausstellen. „Wir möchten, dass die Festspielfinanzen unter unserer Kontrolle bleiben und Transparenz gewährleistet bleibt.“ Dass die Diskussion „unnütz wie ein Kropf“ sei, untermauerte Jochen Kreissl.

Andreas Rey (CDU) beteuerte, dass man für die Festspiele „bestmögliche Voraussetzungen“ schaffen wolle. „Die Vorteile einer Ausgründung des städtischen Regiebetriebs, der aktuell direkt aus dem Haushalt finanziert wird, in eine gGmbH überwiegen deutlich.“ Von einer besseren Planungssicherheit und einem richtigen Schritt in die Zukunft sprachen FDP, UBH und FWG. (sh) +++