Schaulaufen zum Probenauftakt

Festspiel-Ensemble im Kafka-Fieber: Stars sind bereit für den "Prozess"

21.05.2019 - Sie alle sind heiß auf die 69. Bad Hersfelder Festspiele. Sie alle sind heiß auf Joern Hinkels Inszenierung von Franz Kafkas „Der Prozess“, mit dem der Theaterreigen am Freitagabend, 5. Juli, eröffnet wird. Der erste Blick hinter die Kulissen, den der Regisseur und das mit bekannten Gesichtern gespickte Schauspieler-Ensemble gewährt haben, lässt fulminantes Bühnenspiel in der Stiftsruine erwarten.



Bad Hersfelder Festspiele: die Proben für ...Fotos: Tobias Stübing

Bereit für den "Prozess" (v.li.): Corinna ...

Das Bühnenbild

Die Spannung beim Probenauftakt ist geradezu greifbar, das Medieninteresse groß: Dicht an dicht drängen sich die Fotografen in der Probenbühne am Kurpark, um Darsteller, wie Ronny Miersch (Josef K.), Ingrid Steeger (Gretchen Montag), Dieter Laser (Advokat Huld), Markus Majowski (Willem), Thomas Maximilian Held (Franz), Thorsten Nindel (Titorelli), Jürgen Hartmann (Vorgesetzter/Untersuchungsrichter), Corinna Pohlmann (Felice Bürstner), Mathias Schlung (Gerichtsdiener), Maria Radomski (Aufseherin/Sekretärin), Günter Alt (Onkel Albert/Kaplan), Nicole Sydow (Erna) und Lou Zöllkau (Leni), vor die Linse zu bekommen. Die bayerische Kult-Schauspielerin Marianne Sägebrecht (Frau Grubach) wird aus terminlichen Gründen ein wenig später zu den Proben hinzustoßen.

Ingrid Steeger

Markus Majowski

Dieter Laser und Ronny Miersch

Zum ersten Mal treffen sich die ...

Festspielintendant Joern Hinkel spricht von einer spannenden Besetzung mit neuen Gesichtern: „Ich bin gespannt, die unterschiedlichen Persönlichkeiten endlich in einem Raum, auf einer Bühne zusammen zu erleben“, sagt er.

Bürgermeister Thomas Fehling begrüßt die Stars ...

Seit langem fasziniere ihn Kafkas Text: „Was vor hundert Jahren dem Leser surreal und absurd erschien, ist in der heutigen Zeit – auch in Europa – Wirklichkeit geworden. Gesetze werden ausgehebelt. Ein Rechtsstaat wird zum Unrechtsstaat.“ Aus diesem Grund hätte er sich dazu entschlossen, das Stück in die „Jetzt-Zeit“ zu transportieren. „Ich will versuchen, die besondere Kafkasche Mischung aus Poesie, Finsternis, Humor und Musik auf die Bühne zu bringen“, betont Hinkel. „Und versprochen: die Zuschauer werden die Inszenierung verstehen.“

Völlig unvoreingenommen will Joern Hinkel eines der meistinterpretierten Bücher der Weltliteratur in Szene setzen. Die Schauspieler sind bereit für die Theaterfassung; sind bereit für den „Prozess“. Übrigens: Laut Festspielpressesprecherin Monika Liegmann läuft der Kartenvorverkauf für die anstehende Saison „prima“ – trotz Hessentag. Mehr Infos: https://www.bad-hersfelder-festspiele.de/. (Stefanie Harth) +++