Karsten Speck moderiert Festakt

Katharine Mehrling und Günter Alt mit den Hersfeldpreisen 2019 ausgezeichnet

22.07.2019 - Immer wieder mit Spannung erwartet wird die jährliche Verleihung der Hersfeldpreise. In diesem Jahr wurde Katharine Mehrling für ihre Darstellung der Fanny Brice in dem Musical "Funny Girl" verdient mit dem Großen Hersfeldpreis 2019 ausgezeichnet. Eine Jury von fünf Theaterkritikern entschied über die Vergabe der Preise. In diesem Jahr gehörten der Jury Bettina Fraschke (HNA), Christoph A. Brandner (Fuldaer Zeitung), Hermann Diel (hr), Martina Mattick-Stiller (ZDF/3 Sat) und Pit Rampelt (ZDF) an. Ihr Urteil war wie immer keine leichte Entscheidung, aber eindeutig:



Katharine Mehrling wurde mit dem Großen ...Foto: Gudrun Schmidl

"In der Inszenierung von Stefan Huber überzeugt sie als deutscher Bühnenstar in der Rolle einer Broadway-Legende, die selbstbestimmt weiter ihren Weg geht. Katharine Mehrling begeistert als Sängerin facettenreich und mit fulminanter Stimme. Sie ist gleichermaßen sinnlich, komisch und zeigt menschliche Tiefe; eine Frau, deren Herz auf dem rechten Fleck und oft auf der Zunge sitzt".

Schauspieler Peter Englert

Stimmgewaltig - Annette Lubosch

Seit 1961 wird der Große Hersfeldpreis an Darstellerinnen und Darsteller verliehen, die „die weiträumige Hersfelder Theaterstätte in Spiel und Sprache beherrschen und sich in ihr als rollenausschöpfende Persönlichkeiten erweisen“. Katharine Mehrling reiht sich ein in die Liste bedeutender und prominenter Preisträger wie Mario Adorf, Volker Lechtenbrink, Ernst Stankovski, Nicole Heesters, Helen Schneider, Rufus Beck, Christian Schmidt, Christian Nickel und im letzten Jahr Dennis Herrmann, Natalja Josewlewitsch für ihre Rollen in "Shakespeare in Love".

Erster Stadtrat Gunter Grimm

Helgo Hahn, erster Vorsitzender der Gesellschaft ...

Ehrengast Helmut Stauss, Regisseur und Autor ...

"Specki, komm doch mal nach Hersfeld". ...

Ab 1969 wurde zusätzlich der Hersfeldpreis ausgelobt, der eine überragende Nebenrolle oder junge Schauspieler und Schauspielerinnen auszeichnet.  In dieser Festspielsaison fiel die Wahl auf Günter Alt für seine Rollen in Kafkas "Der Prozess". In der Romanbearbeitung und Regie von Joern Hinkel spielt er den Onkel Albert und den "Mann im Dom". Für diese beiden unterschiedlichen Rollen findet er jeweils seinen eigenen Ton. Sein Onkel ist ein boulevardesker, hilfloser Typ, als "Mann im Dom" setzt er als messerscharfer Intellektueller einen markanten Schlusspunkt. 

Karsten Speck fragt keck: Steht Helgo ...

Karsten Speck im Gespräch mit Intendant ...

Die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine, aus deren Reihen die Verleihung der Hersfeld-Preise ins Leben gerufen wurde, und die Stadt Bad Hersfeld luden heute zum Festakt der Verleihung ein. Ehrengast der Preisverleihung in der Stiftsruine war in diesem Jahr der Berliner Regisseur und Autor Helmut Stauss, dessen Inszenierungen „Streiche des Scapin“ und „Der Widerspenstigen Zähmung" im Eichhof während der Lechtenbrink-Intendanz bei Theaterinteressierten unvergessen sind. Er war auch der Regisseur von "Räuber Hotzenplotz", des ersten Kinderstücks in der Stitsruine. Mit seiner Fassung von „Dantons Tod“ setzte er einen Meilenstein.

Im Gespräch mit Chefdramaturgin Dr. Bettin ...

Christian Nickel (links) feierte gestern Abend ...

Ute Reiber begeister immer wieder mit ...

Schnell noch das Mikrofon höher stellen ...

Mit einer besonderen lobenden Erwähnung hebt die Jury den Festakt zur Eröffnung der Bad Hersfelder Festspiele 2019 hervor. Drei außergewöhnloiche Reden von Intendant Joern Hinkel, dem Journalisten Deniz Yücel und Ministerpräsident Volker Bouffier setzten starke gesellschaftspolitische Akzente. Aus Anlass des Mordes an Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der vor zwei Jahren Ehrengast dieser Preisverleihung war, verbanden die Redner persönliche Statements mit einer klaren Analyse der gesellschaftlichen Situation. Die Rückbesinnung auf Kernsätze unseres Grundgesetzes wurde zu einer ergreifenden Mahnung. Der auf offener Bühne ausgetragene Diskurs aus verschiedenen Blickwinkeln führte zu einem engagierten Appell für gemeinsame Werte, für Demokratie und Freiheit. Erster Stadtrat Gunter Grimm griff in seiner Begrüßung noch einmal den teilweise umstrittenen Redebeitrag von Deniz Yücel auf und fragte: "Müssen wir seine kritischen Aussagen zur Abschaffung des Verfassungsschutzes aushalen?"
Grimm beantwortet seine Frage selbst mit JA, mahnt aber an: "Für die Meinungsfreiheit darf nicht die Ehre anderer verletzt werden".

Günter Alt kann es nicht fassen, ...

Überzeugt mit Stimme und Ausstrahlung: Konstantin Zander

Für das große Interesse an der Veranstaltung dankte Juryvorsitzender Hermann Diel den zahlreich erschienenen Besucherinnen und Besuchern, die ihrerseits für ihr Kommen mehr als belohnt wurden. Mit einer lockeren, fröhlichen Veranstaltung, pointenreich, charmant und überzeugend moderiert von Karsten Speck, der sogar vorschlug, den  geschmackvoll gestalteten Hersfeldpreis im kommenden Jahr durch einen "Hinkel-Stein" zu ersetzen. Gar nicht so abwägig, denn  Intendant Joern Hinkel bekam Lob von allen Seiten. Für sein vielfältiges Programm, die hohe Zuschauerresonanz, für seinen Mut, Kafka zu inszenieren. Es wird mehrfach bestätigt, dass er im zweiten Jahr seiner Intendanz das Profil der Bad Hersfelder Festspiele, die an Renomee gewonnen haben, weiter geschärft hat. Hinkel ist zufrieden und glücklich, wie seine Inszenierung "Der Prozess" gelaufen ist. "Das Stück wurde begeistert, warmherzig und euphorisch aufgenommen".   

Leichtigkeit ist harte Arbeit, betont Katharine ...

Nach der Verleihung der Hersfeldpreise wird gefeiert. Die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine hat zum Sommerfest mit Imbiss und Getränken, natürlich auch mit dem eigens kreierten Festspiel-Champagner, auf der Wiese zwischen Festspielkantine und Museum eingeladen. Wer sich in den kommenden Wochen vom Festspielfieber anstecken lassen möchte, kann sich ausführlich unter www.bad-hersfelder-festspiele.de informieren. Tickets gibt es vor Ort beim Ticketservice Am Markt 1, unter Telefon +049 6621 640200 oder per Mail [email protected]  (pm/gs) +++