SV Neuhof - FSV Fernwald 2:1 (0:1)

Comeback-Sieg nach 60 Jahren: Neuhof jubelt dank Eigentor und Bräuer

Fotos: Bernd Vogt - Das Bild täuscht: Neuhof um Kenan Vatic stolperte zum Auftakt nicht, sondern siegte gegen Mit-Aufsteiger Fernwald.

29.07.2019 - Eine Rückkehr wie gewünscht für den SV Neuhof: Am Sonntagnachmittag siegte der Fußball-Hessenligist zum Auftakt in die neue Saison mit 2:1 (0:1) gegen Mit-Aufsteiger FSV Fernwald und holte im ersten Spiel die ersten drei Punkte. Die verdiente sich der SVN dank einer Leistungssteigerung nach der Pause, nachdem im ersten Durchgang Fernwald dominierte. 



Für das erste Heimspiel in der Hessenliga seit 60 Jahren meinte es Wettergott Petrus nur bedingt gut mit dem SV Neuhof. Nach der Hitzewelle der letzten Wochen setzte wenige Minuten vor dem Anpfiff ergiebiger Regen ein. Mit rund 300 Zuschauern war die Glückauf-Kampfbahn für Neuhofer Verhältnisse dennoch sehr gut besucht.

Diese wollten Neuhofs Rückkehr ins hessische Oberhaus beiwohnen und den im Sommer auf einigen Positionen neu zusammen gestellten Kader begutachten. Neben dem neuen Trainer Valentin Plavcic standen mit Leon Bräuer, dem Ex-Fernwalder Neven Vujica, Kenan Vatic, Ivan Mamusa und Josip Bagaric fünf Neuzugänge in der Startelf und auf der Bank saß mit Tim Alain van der Waart van Gulik ein ebenso klangvoller wie neuer Name. 

Neben einigen noch urlaubenden „Aufstiegshelden“ und verletzten Spielern fehlte auf Seiten der Gastgeber mit Baris Özdemir ein Mann, von dem sich die Verantwortlichen am Monte Kali Einiges versprechen, bringt der ehemalige Hanauer doch die Erfahrung von über 100 Spielen in der Hessenliga mit. Jede Menge Erfahrung hatte aber auch der Aufsteiger aus Fernwald auf dem Rasen stehen und hatte unter anderem die Hessenliga- und Regionalliga-erprobten Louis Goncalves, Rafael Szymanski, Dominik Völk und Kevin Bartheld in der Startaufstellung.

Zwar kämpfte sich im Laufe der ersten Halbzeit die Sonne durch die Regenwolken und sorgte für drückende Schwüle, das Spielgeschehen erhellte aber nicht die Stimmung des SVN. Neuhof hatte zwar zu Beginn zwei Annäherung nach Standards, mit zunehmender Spieldauer dominierte der FSV aber die Begegnung und hatte bei zwei Abschlüssen von Nicolas Strack die Führung auf dem Fuß (13., 29.). Beide Male verhinderte SVN-Torwart Dogus Albayrak einen Rückstand.

Kurz vor dem Seitenwechsel war es aber passiert, nach einem Flügellauf über die linke Seite netzte Mittelstürmer Szymanski in der Mitte freistehend zur verdienten Führung für Fernwald ein (38.). Von den Hausherren war im Spiel nach vorne wenig zu sehen, ein Kopfball von Radek Görner durfte – neben der Kopfball-Rettungstat von Schlussmann Stephen Jäckel - noch als gefährlichste Aktion im ersten Durchgang notiert werden.

In den zweiten Abschnitt startete Neuhof deutlich verbessert und hatte nach nur sechs Minuten den Torschrei auf den Lippen. Aleksandar Anastasov stand nach einer Flanke über links am langen Pfosten frei, sein Kopfball entschärfte Jäckel stark (51.). Kurz darauf prüfte Branimir Velic den Gäste-Torwart aus der Distanz, Velic‘ Versuch stellte allerdings kein allzu großes Problem für Fernwalds Schlussmann dar (59.).

Kurz darauf war es aber passiert: Jäckel patzte böse nach Anastasovs Flanke vors Tor und ermöglichte dem SVN den Ausgleich zum 1:1 (65.). Dank der Leistunssteigerung nach der Pause ein verdienter Ausgleich, doch Neuhof hatte noch nicht genug. Mit einer sehenswerten Volleyabnahme von Rückkehrer Leon Bräuer drehte Neuhof kurz darauf das Spiel (71.). Die verbleibenden 20 Minuten überstand Neuhof schadlos, lediglich beim Abschluss des eingewechselten Felix Erben mussten die Gastgeber um die drei Punkte zittern.

„Wir haben zwei, drei kapitale Fehler gemacht und deswegen das Spiel aus der Hand gegeben. In der Hessenliga wird das sofort bestraft, diese Fehler darf man nicht machen“, sagte FSV-Trainer Karl-Heinz Stete nach dem Spiel und erklärte Neuhofs Sieg zudem mit der Tatsache, dass die Defensive der Gastgeber deutlich stabiler stand und Fernwald nicht mehr über die Flügel angreifen ließ und Torschütze Szymanski gut zustellte. 

Für Neuhofs Trainer war eine Umstellung siegbringend. „Entscheidend war, dass wir nach der Pause unser System geändert und mit zwei Spitzen gespielt haben. Wir haben den Gegner besser angelaufen und unter Druck gesetzt“, sagte SVN-Trainer Valentin Plavcic, der aufgrund der Vorstellung in der zweiten Hälfte von einem verdienten Erfolg für seine Mannschaft sprach.

Dass Fernwald vor der Pause die bessere Mannschaft war, sah Plavcic ähnlich, allerdings hatte Neuhofs Trainer zwei weitere dicke Chancen vor dem Seitenwechsel erkannt. „Ein 3:1 oder 4:1 wäre möglich gewesen, wir sind aber sehr zufrieden mit dem Start“, sagte Plavcic und wollte den ersten Sieg nicht zu hoch hängen. „Wir wissen, dass wir ein schweres Jahr vor uns haben.“ Mit dem Auftaktsieg hat der SVN jedenfalls eine Rückkehr wie gemalt gefeiert. (Tobias Herrling)

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

SV Neuhof: Dogus Albayrak - Leon Bräuer, Radek Görner, Petar Sashov Krastov (90. Tim Alain van der Waart van Gulik), Aleksandar Anastasov, Fabian Wozniak, Neven Vujica, Branimir Velic, Kenan Vatic (46. Akif Kovac), Ivan Mamusa, Josip Bagaric.

FSV Fernwald: Stephen Jäckel - Luke Dettki, Danilo Neves Oliveira, Julian Bender, Dominik Völk, Louis Goncalves, Rafael Szymanski, Kevin Bartheld, Nicolas Strack, Mirco Geisler, Max-Peter Mohr (75. Felix Erben).

Schiedsrichter: Ehsan Amirian (Wiesbaden).

Zuschauer: 300.

Tore: 0:1 Rafael Szymanski (37.), 1:1 Stephan Jäckel (65., Eigentor), 2:1 Leon Bräuer (71.). +++