Lullusfest Verein belebt Klausturm

Nach dem Hessentag ist vor dem Lullusfest - und die Mönche sind vor Ort

Fotos: Gudrun Schmidl - Feuermeister Klaus Otto, Stefan Kopetschek, erster Vorsitzender des Lullusfest Vereins und Reinhard Rauche, (vorn, v.l.) lieben ihr "Lolls"

18.06.2019 - Lullusfest? Das älteste Heimatfest Deutschlands wird doch erst im Oktober gefeiert. Der nächste Höhepunkt im kulturellen Jahreskreislauf sind doch die Bad Hersfelder Festspiele. Das ist wohl wahr, aber hier und jetzt dreht sich alles um die engagierten Mitglieder des Lullusfest Vereins, die bürgerschaftliches Engagement bündeln, um ihr „Lolls“, wie sie das Fest nennen, zu fördern und seine Traditionen und sein Brauchtum zu wahren.



Hier fühlen sich Mönche wohl

Während des Hessentages hatten die Mitglieder den Klausturm durchgehend geöffnet und bewirtschaftet. Direkt an der Hessentagsstraße gelegen, wurde der 12 Meter hohe Turm, der Bestandteil der historischen Stadtmauer ist und im 17. Jahrhundert als Gefängnis genutzt wurde, von zahlreichen Hessentagsbesuchern besichtigt.

Stefan Kopetschek, seine Frau Heike und Reinhard ...

Ian freut sich wie alle Kinder ...

Angelockt von der Besonderheit des Turmes, der mit der Lullusfest-Fahne geschmückt war, wurde niemand enttäuscht. Im Innern gab es nicht nur kulinarischen Genuss wie gekühlte Getränke, Lullusfeuer im Fläschchen und die beliebte „Herschfeller Schlemmerplatte“, sondern auch viel Information. Mit einer „Lollspräsentation“ über die uralten Traditionen und Rituale des Lullusfestes, die seit mehr als einem Jahrtausend gepflegt werden, wurden die Auswärtigen neugierig gemacht.

Der eigens gedrechselte Bischofsstab

Michael Weppler als Abt Lullus. Das ...

„Das war die beste Möglichkeit, Werbung für unser Lullusfest zu machen“, betont Stefan Kopetschek als erster Vorsitzender des Vereins und ergänzt: „Wir haben die Leute begeistern können“. Besonders erfreut waren die Vereinsmitglieder über den Besuch vieler „Herschfeller“, die erstmals die Räumlichkeiten von innen in Augenschein nehmen konnten und das sehr zu schätzen wussten. Der Lullusfest Verein hat den Klausturm dauerhaft gemietet, nutzt ihn für eigene Veranstaltungen, stellt diesen aber auch anderen Interessenten gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung.

Die Herschfeller Schlemmerplatte

Ein stimmiges, außergewöhnliches, komplett ausgestattetes Ambiente, ein mit Getränken gefüllter Kühlschrank, das gesamte Equipment und natürlich Toiletten bieten den Rahmen für außergewöhnliche private und offizielle Feiern und Veranstaltungen. Verständlich, dass sich die „Bruderschaft der Hersfelder Mönche“ nach dem kräftezehrenden Hessentagsumzug, den sie in ihren  Kutten, den Nachbau der Lullusglocke durch die Straßen ziehend, bewältigt haben, hier versammelten, um auf den gelungenen Hessentag anzustoßen.

Vorneweg maschierte wie immer Michael Weppler im Bischofsornat samt Mitra, der als Träger des neu geschneiderten Gewands den Heiligen Lullus, den Gründer des Klosters und der Stadt verkörpert. Ruth Bobak, die Ehefrau des Mönches Armin Bobak hat mit geschickten Händen die „neuen Kleider“ von Abt Lullus geschneidert. Erwähnt werden muss unbedingt der nagelneue Bischofsstab, den Jürgen Wolff aus Bad Hersfeld aufwändig gedrechselt hat und als Geschenk überreichte. Erstmals präsentierte sich Abt Lullus neu gewandet beim traditionellen Läuten der Lullusglocke im Katharinenturm am Ostersonntag.

Das schlägt den Bogen zum Lullusfest, das jährlich in der Woche gefeiert wird, in die der 16. Oktober fällt – der Todestag und auch der Tag der Heiligsprechung des Stadtgründers Lullus. Er ist der Namenspatron des Festes, das zu den Top-Volksfesten in Deutschland zählt. Klaus Otto, amtierender Feuermeister des Festes, gehört zu den Gründungsmitgliedern des Lullusfest Vereins und freut sich schon jetzt, wenn es wieder durch die Gassen schallt: „Enner, Zwoon, Dräi, Bruder Lolls“. Weitere Informationen unter www.lullusfest-verein.de (Gudrun Schmidl) +++