Bekleidet seit 2013 das Amt des Feuermeisters: Klaus Otto (51). - Archivfotos: O|N

BAD HERSFELD100 Prozent Lolls

"Das ist mega": Feuermeister Klaus Otto brennt fürs Lullusfest

13.10.17 - Er ist die Symbolfigur des Bad Hersfelder Lullusfestes: Wenn Klaus Otto in seine schwarzen Kniehosen schlüpft, sich sein rotes Wams überstreift, sich in sein schwarzes Cape hüllt und sein Barett aufsetzt, zeigen sich ein freudiges Leuchten in seinen Augen und ein Lächeln, das nicht von seinen Lippen weichen will. „Das Amt des Feuermeisters kann man nicht mit halbem Herzen bekleiden“, sagt der 51-Jährige. „Es kann nur jemand Feuermeister sein, der die Stadt und Lolls von ganzem Herzen liebt.“

Klaus Otto ist als Feuermeister ...

Punkt 12 Uhr am Lollsmontag: ...

Darauf ein Lullusfeuer in flüssiger ...

Klaus Otto ist der Sechste seiner Zunft, der das Ornat des Feuermeisters tragen darf. Hans Post, Kurt Bode, Hans-Jürgen Eichenauer, Udo Baumgardt und Udo Roßbach waren – in genannter Reihenfolge – seine Vorgänger. Seit 2013 ist der gelernte Fleischermeister Botschafter des ältesten Volksfestes Deutschlands, das 852 aus der Taufe gehoben wurde. Und ja: Er erfüllt alle strengen Auflagen, die das Amt mit sich bringt. Er ist waschechter Herschfeller und wie sein Vater Handwerksmeister. Das Vorschlagsrecht hat seit 91 Jahren die Kreishandwerkerschaft inne.

Am Lollsmontag, 11. Oktober 1926, trat der Feuermeister – in persona von Hans Post – erstmals in Erscheinung. Dem damaligen Hersfelder Lehrer und Heimatforscher Wilhelm Neuhaus ist es zu verdanken, dass das Lullusfest fortan über eine Identifikationsfigur verfügte: Er gab die Anregung, das Heimatfest neuzugestalten. Seitdem sind der Wechselspruch, der sich am Eröffnungstag kurz vor dem Entzünden des „Fierche“ zwischen Bürgermeister und Feuermeister entspinnt, und die launige Jahresbilanz, die der Feuermeister beim Löschen des „uralten Brandes“ zieht, untrennbar mit Bad Hersfelds fünfter Jahreszeit verbunden.

Feuermeister Klaus Otto nimmt die ...

Begleitet von lauten "Bruder Lolls-Rufen" ...

Wie Klaus Otto verrät, hat er seine Rede fast vollendet. „Sie steht zu 80 Prozent“, meint er. Obwohl sich mittlerweile eine gewisse Routine eingestellt hätte, sei er dennoch vor jedem seiner alljährlichen großen Auftritte „ein bisschen aufgeregt“. Der erste Feuermeister, an den er sich detailliert erinnern kann, ist Hans-Jürgen Eichenauer, der von 1979 bis 1990 das ehrenvolle Amt ausübte. „Damals brannte das Feuer nur drei Tage lang, also bis zum Donnerstag.“ 1990 stieg das Lullusfest, das er persönlich als „mega“ bezeichnet. „Am 4. Oktober bestand ich meine Meisterprüfung“, erzählt er. „Das habe ich auf Lolls gebührend gefeiert.“

Freilich sei jedes Lullusfest „mega“. „Kein Lolls gleicht dem anderen; jedes ist einzigartig“, betont der Feuermeister, der die komplette Festwoche hindurch omnipräsent ist. Empfänge, Zeremonien, Besuch der Kinderklinik, Gespräche mit Schaustellern, Herschfellern und Hergeloffenen sowie gesellige Stunden im Festzelt oder am „Fierche“ stehen ebenso auf dem Programm, wie „das Schießen von gefühlten fünf Milliarden Fotos mit Familien und den jüngsten Lolls-Besuchern sowie das Anstimmen von unzähligen ‚Bruder Lolls-Rufen‘“.

Feuermeister Klaus Otto und Bürgermeister ...

Dass das älteste Volksfest Deutschlands im Herzen der Stadt gefeiert wird, sei unübertreffbar. „Wir haben in Hinblick auf Qualität und Attraktivität eindeutig einen der schönsten Festplätze“, bekräftigt der Feuermeister. „Wenn wir Herschfeller feiern, dann geht es über Tische und Bänke.“ Kein Wunder, dass er in der Regel am Lollsmittwoch oder Lollsdonnerstag auch mal einen kleinen Durchhänger hat.

Klaus Otto teilt, typisch Bad Hersfelder, mit der fünften Jahreszeit das Lolls-Jahr in zwei Hälften: Vor Lolls und nach Lolls. Sowohl vor als auch nach Lolls repräsentiert er als städtischer Botschafter das „Fest der Feste“: Ob beim traditionellen Empfang der hessischen ehrenamtlichen „Hoheiten“ im Biebricher Schloss, bei anderen Heimatfesten oder auf dem Hessentag – gewissenhaft rührt Otto die Werbetrommel für seine Herzens-Veranstaltung. Kleine Randnotiz: Das Lullusfeuer muss der Feuermeister nicht hüten, diese Aufgabe übernimmt die Feuerwache.

Schausteller-Empfang im Bad Hersfelder Rathaus.

Montag, 16. Oktober 2017, um 12 Uhr an der Feuergrube: Feuermeister Klaus Otto nimmt die brennende Fackel aus ihrem Halter und reicht sie an Bürgermeister Thomas Fehling weiter, der sie in den Holzstoß wirft. Begleitet von lauten „Bruder Lolls-Rufen“ lodern die Flammen in den Mittagshimmel. Endlich: Es ist wieder Lolls. (Stefanie Harth) +++


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