Für sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement für gesunde Lebensmittel erhielt der Gründer IG FÜR, Georg Sedlmaier, aus den Händen von Fuldas Landrat Fritz Kramer den Ehrenbrief des Landes Hessen.

Eva Herman stellte ihr Buch „Vom Glück des Stillens“ vor.

24.10.05 - Fulda

Werben für gesunde Lebensmittel: Eva HERRMANN + Johann LAFER bei IG FÜR

„Weil Gesundes besser schmeckt: Ist Genuss ein Privileg für Reiche?“ – unter diesem ambitionierten Motto stand am vergangenen Wochenende in Fulda die Jahrestagung der Interessengemeinschaft FÜR Gesunde Lebensmittel. Der Anspruch war hoch, nämlich die Bewusstseinsbildung für Mittel zum Leben, unabhängig von Zwängen des Preises. Dem entsprechend groß war auch die Unterstützung insbesondere zweier Prominenter, die die IG FÜR unterstützten: Fernsehmoderatorin und Buchautorin Eva Herman und Starkoch Johann Lafer warben nicht nur für ihr Buch und ihre Küche, sondern auch für gute Lebensmittel.

Der Gründer der IG FÜR, Georg Sedlmaier, war begeistert. Es gelte, „die guten Kräfte zu bündeln“ sowie Bewusstsein in der breiten Masse zu schaffen. Dazu diene diese Veranstaltung im Fuldaer Antoniusheim. 370 Mitglieder umfasse die Interessengemeinschaft, darunter so prominente Namen wie Reinhold Messner oder den ehemaligen Bundesminister Dr. Norbert Blüm.

Selbst der Dalai Lama unterstütze die Ziele der IG FÜR, indem er seine Unterschrift unter das Fuldaer Lebensmittel-Manifest, die Grundsatzerklärung der IG FÜR, setzte. Das Ziel sei es, so Sedlmaier, dass „Vielfalt und Wahlfreiheit – auch für Bio – unbedingt erhalten bleiben muss“. Die Aktivitäten der Interessengemeinschaft dienten einzig diesem Ziel, wie diese Jahrestagung auch demonstriere.

Ehrenbrief für Georg Sedlmaier

Die Belohnung dieser Bemühungen erhielt geradezu zwangsläufig der unermüdliche Vorkämpfer für gesunde Lebensmittel, Georg Sedlmaier, aus den Händen des Schirmherrn der Veranstaltung, Landrat Fritz Kramer. Er überreichte ihm den Ehrenbrief des Landes Hessen für sein großes ehrenamtliches Engagement. Kramer würdigte ihn als ein „unverwechselbares Original“, das sich durch seinen „unerschütterlichen, grenzenlosen Optimismus“ sowie seine „allgegenwärtige Kommunikation“ auszeichne.

Als aktiver Förderer der SOS-Kinderdörfer, für die er rund 500.000 Euro gesammelt habe, sowie als Gründer der IG FÜR habe er sich um die Gesellschaft und insbesondere um ihre Gesundheit verdient gemacht. Denn seine Maxime heiße Kramer zufolge: „Gesundheit liegt in unseren eigenen Händen“.

Freude an Qualität

Dass diese Losung auch in die konkrete Wirklichkeit umgesetzt werden kann, dafür standen Dr. Petra Kühne und Prof. Dr. Manfred Hoffmann, die die Besucher mit Fachthemen vertraut machten. „Vollwertige, vegetarische Küche – schmackhaft, gesund und erschwinglich“ lautete der Titel der Ernährungswissenschaftlerin Petra Kühne vom Arbeitskreis für Ernährungsforschung e.V. in Bad Vilbel. Ihre Analyse des alltäglichen Kaufverhaltens hinsichtlich von Lebensmitteln war ernüchternd. Immer weniger werde für diese ausgegeben, ihr Wert werde dem Sparzwang und anderem Konsumverhalten geopfert. Es gelte, wieder Qualität neu zu definieren. Mittel zum Leben seien, so Kühne, nicht teuer, wenn man die Bewertungskriterien mit positiverem Inhalt fülle.

Geschmack müsse wieder gelernt werden, um so genannte billige Lebensmittel, die die eigene Lebensqualität nicht förderten, zurückzudrängen. Dies sei insbesondere in Hinsicht auf eine gesunde Entwicklung von Kindern, die immer mehr zu Übergewicht neigten, von herausragender Bedeutung. Gesunde Ernährung sei nicht nur bezahlbar, sondern auch genussreich, wenn man mit Essen wieder Freude verbinde, die unabhängig von Preis und Werbeimage sei. Gerade durch das Kochen erfahre man diesen Mehrwert von gesundem, besser schmeckendem Essen, so dass Kochen als Verbraucherkompetenz nachhaltig gefördert werden solle.

Positiv geladen

„Der Mensch ist ein elektrisches System, dessen Lebensbatterie durch mit Elektronen geladene Lebensmittel aufgeladen wird“, erklärte Prof. Dr. Manfred Hoffmann in seinem Vortrag „Genuss + Gesundheit: elektrochemische Zwillinge in der Ernährung“. Im Ernährungsprozess würden reduzierte Elektronen aufgenommen, die zu einer Energiebindung im Körper führten. Doch die Entstehung so genannter Freier Radikale in Form einer ungesunden Ernährung, schädlicher Umwelteinflüsse wie Stress oder Elektrosmog und eines Suchtverhaltens würde fundamentale Erkrankungen nach sich ziehen. Der Körper sei dann nicht mehr in der Lage, diese auf schnellstem Wege zu beseitigen.

Hoffmanns Fazit war dementsprechend deutlich: Nahrungsmittel sollten so Natur belassen wie möglich konsumiert werden. Dabei sollten Lebensmittel, der Jahreszeit entsprechend und aus der Region stammend, mäßig verzehrt werden, damit eine positive Wirkung dieser auf den Körper entstehe.

Gesundheitsgarant Stillen

Eine Buchpräsentation der besonderen Art lieferte Eva Herman, die ihr neuestes Buch „Vom Glück des Stillens“ vorstellte. Stillen und gesunde Ernährung bildeten für sie eine untrennbare Einheit. Für sie sei es ein „gesellschaftspolitischer Auftrag“, diesen persönlichen, intimen Vorgang des Stillens wieder „gesellschaftsfähig“ zu machen. Viele Verhaltens- und Ernährungsmuster würden durch das Stillen und den unmittelbaren Kontakt zur Mutter ausgeprägt. Geschmack und damit Genuss würden so wegweisend definiert. Doch was hat Stillen wirklich mit gesundem Genuss zu tun?

Dieser Frage ging Herman intensiv in ihrem Buch nach. Kinder, die mindestens bis zum sechsten Lebensmonat voll und danach bis zu zwei bis drei Jahren gestillt würden, seien nicht nur krankheitsunanfälliger, sondern auch bindungspsychologisch stabiler sowie im kognitiven Denken ausgeprägter, also intelligenter. Dass Muttermilch belastet sei und damit die Gesundheit des Kleinkindes nachhaltig schädigen könne, sei, so Herman kämpferisch, Propaganda der Babynahrungsindustrie. Das Stillen, die mit ihm verbundene Körpernähe und Zärtlichkeit stellten vielmehr die „Urform der Kommunikation“ dar, die eindeutige Auswirkungen auf die spätere Gesundheit des Menschen habe.

Das Stillen fördere die Entwicklung der Gesichtsmuskulatur, sei eine wirksame Suchtprophylaxe und verhindere Übergewicht durch das natürlich ausgeprägte, mäßige Einnehmen von Nahrung. Es stärke insgesamt konsequent das Immunsystem des Kindes. Muttermilch und Stillen garantierten Herman zufolge einen „guten Start ins Leben“, bedeuteten sie doch Liebe und Zuneigung.

Verführung aus der Küche

Wie Genuss Konturen annehmen und mit Leben erfüllt werden kann, demonstrierte Johann Lafer in einem Schaukochen. Der richtige Umgang mit gesunden Lebensmitteln – und dies auf einfachem, unkompliziertem Wege – konnte der Besucher ganz hautnah erleben. Kochen als kreative Vorbereitung des eigenen Genusses von Mitteln zum Leben stand im Mittelpunkt von Lafers Vorführungen. Und wie einfach das ging, das versetzte die Zuschauer in Erstaunen.

Denn Lafer gab ihnen das Rezept für eine gelungene, ehrliche und fundierte Küche gleich mit: „Was ich produziere, schmeckt auch anderen, weil es mir schmeckt“. Das Glück vom eigenen Genuss sei daher selbst bestimmt und fange bereits beim Einkauf der richtigen Produkte, am besten aus der eigenen Region und entsprechend der Jahreszeit, an. Und Lafer hielt seinem hohen Anspruch stand - spätestens als der köstliche Geruch durch den Zuschauerraum zog und er seine Ergebnisse präsentierte. Verführung pur garantierte Lafer, und er hielt es auch.

Ob es Kartoffelrösti, mit Lachsscheiben belegt und als „deutsche Pizza“ vorgestellt, waren oder Bratkartoffeln mit Hähnchenbrust im Speckmantel, mit Salbei gefüllt. Ebenso überzeugte die kostende Zuschauerschar eine weiße Tomatensoße oder ein Hackfleischspießchen mit Zitronengras und Sesam. „Essen und Trinken sind die drei schönsten Dinge im Leben“ (Lafer) – davon konnten sich die begeisterten Besucher überzeugen, deren Geschmacksnerven an diesem Tag mit gesunden Lebensmitteln verwöhnt wurden.

Sensibilisieren

Sensibilisieren für gesunde Lebensmittel war das Ziel der Jahrestagung der Interessengemeinschaft FÜR Gesunde Lebensmittel, die gelungen war. Dieser Weg müsse, so Sedlmaier in seinem Schlusswort, konsequent weitergegangen werden. Weitere Herausforderungen stünden bereits parat. Dazu gehörte insbesondere eine geplante Gesetzesänderung zur Produkt-Verursacherhaftung zu Lasten des Steuerzahlers, weg vom Verursacher.

Für Sedlmaier die offene Hintertüre für die Agro-Gentechnik. Es wäre nicht Georg Sedlmaier, wenn er nicht die nächsten Schritte wie einen Besuch beim wohl neuen Verbraucher- und Landwirtschaftsminister Horst Seehofer planen würde. Ein neu gewählter Vorstand mit Hellmut Stöhr, Christine Neidhardt, Meike Bergmann, Uschi Pflock, Fritz Jambor, Dr. Jürgen Strube, Paul Werner Hildebrand, Burkard Neidert und Karl-Heinz Brand werden ihm dabei zur Seite stehen. „Denn Gesundes schmeckt besser!“ – so das Fazit der IG FÜR an diesen Tagen. (ms) +++


Dass Kartoffelrösti zwar einfach zu machen sind, aber dennoch Geheimnisse des Kochens verraten, demonstrierte Fernsehkoch Johann Lafer.

Ein prominentes Zugpferd konnte Georg Sedlmaier mit der Fernsehmoderatorin und Buchautorin Eva Herman gewinnen.


Was man mit einfachen Mitteln aus Mitteln zum Leben machen kann, demonstrierte der prominente Fernsehkoch Johann Lafer.

Kräftig die Werbetrommel für die IG FÜR trommelten Johann Lafer und Eva Herman – ganz zur Freude des Gründers Georg Sedlmaier.


Gebannt hörten und schaute das Publikum den Vorträgen der Jahrestagung der IG FÜR zu. Im Mittelpunkt standen natürlich Eva Herman sowie Johann Laafer.

Nicht nur Zuhören, Zuschauen und Entspannen waren beim Schaukochen Johann Lafers angesagt. Auch das Verkosten der Produkte brachte das Publikum auf den Geschmack.


Stolz präsentierte sich der zum Teil neu formierte Vorstand der IG FÜR mit dem prominenten Fernsehkoch Johann Lafer, der die gute Sache bereitwillig unterstützte.

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