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20.09.07 - Alsfeld

„So müsste Unterricht immer sein“ Projekt "Schüler lehren Schüler" macht Spaß

„So müsste Unterricht immer sein“, freute sich Frau Stein, Lehrerin an der Gerhart-Hauptmann-Schule, am vergangenen Mittwoch, als Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule für zwei Stunden den Unterricht in ihrer Klasse übernahmen. Das Projekt unter dem Motto „Schüler lehren Schüler“, bei dem es um das Leben und Wirken Elisabeths von Thüringen geht, ist ein Baustein des Elisabeth-Jubiläums in Alsfeld. Nach verschiedenen Veranstaltungen zu diesem Thema, unter anderem die Präsentation der Landesausstellung zur heiligen Elisabeth, bildete das Unterrichtsprojekt nun den Abschluss dieser Aktivitäten.

Unterrichtet wurde von einigen Schülerinnen und Schülern aus der ehemaligen 11d sowie dem jetzigen Leistungskurs Geschichte der Jahrgangsstufe 12 unter der Leitung von Geschichts- und Deutschlehrer Michael Rudolf. Dabei sind die Schüler keine Neulinge, wenn es um die heilige Elisabeth geht, denn auch die ortseigene Elisabeth-Ausstellung, die in der Walpurgiskirche parallel zur Landesausstellung zu sehen war, stammte aus ihrer Feder. Im Rahmen des Grundschulunterrichts wollten sie nun ihr angesammeltes Wissen auch an jüngere Schüler weitergeben.

Natürlich ist ein solcher Unterrichtsversuch sowohl für die Lernenden als auch für die Lehrenden äußerst wertvoll. „Die Schüler sollen ihre bisherigen Unterrichtserfahrungen vertiefen und ausbauen“, beschreibt Projektleiter Rudolf das Ziel aus Sicht seiner Schüler. Hierbei schöpfen die Albert-Schweitzer-Schüler aus rund vier Jahren Erfahrungen mit selbst entwickelten Unterrichtseinheiten im Deutsch- und Geschichtsunterricht bei Lehrer Rudolf. Darüber hinaus waren sie im vergangenen Schuljahr schon einmal als „Grundschullehrer“ aktiv, das Projekt über Elisabeth ist somit eine Fortsetzung der sehr erfolgreichen Unterrichtseinheit zum Thema „Mundart“.

Die Gestaltung der beiden Unterrichtsstunden basiert auf den kreativen Ideen der Schüler, die das Leben und Wirken Elisabeths aus dem Blickwinkel der allgemeinen und lokalen Geschichte in Wort, Bild und Tat beleuchten wollten. In der Vorbereitung erarbeiteten die Schüler in Gruppen einzelne Versatzstücke, die dann im zweiten Schritt zu einem stimmigen Konzept für 90 Minuten spannenden und informativen Unterricht zusammengefügt wurden. In den Genuss dieser Unterrichtseinheit kamen vier vierte Klassen der Lehrerinnen Balicki, Mages, Meisterheide und Wolff in der Stadtschule und zwei fünfte Klassen in der Förderstufe der Gerhart-Hauptmann-Schule, die von Frau Stein und Frau Schmidt betreut werden.

Die Albert-Schweitzer-Schüler verteilten sich auf die sechs Klassen, sodass parallel in jeder Klasse ein „Lehrer-Team“ von je drei Schülern den Unterricht hielten und weitere ein bis zwei den Prozess beobachteten, um in einer anschließenden Nachbesprechung das Durchgeführte auszuwerten und das Konzept „Schüler lehren Schüler“ für die Zukunft weiter zu verbessern.

Der Unterricht begann mit einem kleinen Einstieg in das Leben der Elisabeth von Thüringen. Dabei wurde die gute Zusammenarbeit der drei an dem Projekt beteiligten Schulen im Vorfeld des Unterrichtsversuchs deutlich, sowohl die Klassen der Stadtschule, als auch die der Gerhart-Hauptmann-Schule hatten sich bereits im Sachkundeunterricht mit dem Mittelalter beschäftigt und die Kinder zeigten mit eifriger Beteiligung am Unterricht ihr Vorwissen.

Im zweiten Unterrichtselement ging es um den Aufbau einer Stadt wie Alsfeld im Mittelalter. Hierbei war es Aufgabe, aus einem Sammelsurium von Gebäuden alter und moderner Städte, die für das Mittelalter typischen auszulesen. Die nächste Übung war ein Lückentext zu Elisabeths Geschichte. „Die Schülerinnen machen ihre Sache toll, sie sind geduldig und helfen den Kleinen bei den Aufgaben“ lobte Lehrerin Stein das Engagement der Gymnasiasten.

Auch das praktische Arbeiten sollte in den zwei Schulstunden nicht zu kurz kommen. Die Albert-Schweitzer-Schüler hatten ein Puzzle vorbereitet, welches die Grund- und Förderstufenschüler mit Schere und Kleber zu einem Fensterbild der Elisabeth-Kirche in Marburg zusammensetzen konnten. Ein kleiner Höhepunkt war der „Pilger Georg aus Eifa“, der in die Klassen kam und von seinem Weg zum Grab der Elisabeth erzählte, um dort durch Gebet und Huldigung von der Lähmung in seinem Bein befreit zu werden.

Zum Abschluss der 90-minütigen Geschichtsstunde riefen die Zwölftklässler zu einem Malwettbewerb zum Thema „Meine Elisabeth“ auf. Eine Kommission aus den beteiligten Lehrern, den unterrichtenden Albert-Schweitzer-Schülern und den Schulleitern der drei Schulen soll dann die Ergebnisse bewerten und Preise an die zehn besten verleihen. „Die Bilder der Schüler werden dann in der Alsfelder Bücherei ausgestellt“, so Michael Rudolf. Nach dem Unterricht war bei den Grund- und Förderstufenschülern die Enttäuschung über das Ende der Doppelstunde größer als die Freude auf die kommende Pause. Sie baten ihre neuen Lehrer doch noch zwei Stunden mehr zu halten, denn „das ist viel besser als Mathe!“(Henning Falk)+++


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