FULDA Wut über neue TenneT-Variante

400 SuedLink-Gegner demonstrieren: "Keine Monstertrasse" - VIDEO

17.10.14 - "Keine Stromtrasse vor meinem Kinderzimmer" steht auf einem Plakat, welches ein Junge in die Luft hält. Daneben steht ein Rentner: "Keine Monstertrasse", Jugendliche wollen "gesund alt werden": Innerhalb weniger Tage hat die Bürgerinitiative Fuldatal eine Demonstration auf die Beine gestellt, welche am Donnerstagabend rund 400 Menschen mit Trillerpfeifen, Plakaten und Sirengeheul auf die Pauluspromenade zog. Sie wehren sich gegen Pläne des Netzbetreibers Tennet. Nach deren neuesten Vorstellungen könnte die geplante SuedLink-Trasse den Windenergiestrom aus dem Norden bei Hamburg auf dessen Weg ins unterfränkische Grafenrheinfeld genau über Fulda führen.

Genauer gesagt durch elf Stadtteile im Westen Fuldas. Ob in Gläserzell, Kämmerzell, Lüdermünd, Trätzhof, Maberzell, Haimbach, Mittelrode, Niederrode oder Zirkenbach - die Menschen befürchten erhebliche gesundheitliche Gefährdungen. Zudem würden die Mega-Masten das Landschaftsbild gerade im Fuldatal "verhunzen".

Fotos: Hans-Hubertus Braune

Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller (links) mit ...

Auch Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller ist über die Vorgehensweise bei TenneT stinksauer. "Das ist nicht zu akzeptieren. Da gehört sich ein anderer Stil", sagte Möller unter dem Applaus der Demonstranten. man werde nun genau hinschauen und überlegen, wie sich die Trassenführung durch Fulda verhindern lasse.

Suedlink" gilt als Herzstück der Energiewende und soll ab dem Jahr 2022 Strom aus Windparks in Schleswig-Holstein über Hessen nach Grafenrheinfeld in Unterfranken transportieren. Dann soll dort das Atomkraftwerk abgeschaltet werden. Bis dahin will Tennet riesige Masten über eine Distanz von 800 Kilometern aufstellen.

Nahezu überall entlang der Streckenvorschläge gab und gibt es heftigen Widerstand. Unzählige Bürgerinitiativen haben sich gegründet. Kommunen und Bürgermeister wollen die Trasse verhindern. Tennet hat nun alternative Routen vorgeschlagen und dabei gehofft, dass sich in der Kürze der Zeit wesentlich weniger Widerstand formieren könnte. Da haben die Entscheider nicht mit Fulda und den Menschen in den betroffenen Stadtteilen gerechnet.

Die Idee zur Bürgerinitiative Fuldatal entstand am Sonntagabend, ausschließlich auf Grund von Mund-zu- Mund-Information trafen sich nur 24 Stunden später am Montagabend mehr als 70 Bewohner aus Kämmerzell, Lüdermünd und Gläserzell im Kämmerzeller Bürgerhaus und beschlossen einstimmig die Gründung einer „Bürgerinitiative Fuldatal“. Ziel ist die Organisation und Bündelung des Protests gegen eine oberirdische Gleichstromtrassenführung quer durch das Fuldatal. Sie organisierten die Demo, um Oberbürgermeister Gerhard Möller und den Ortsvorstehern der Fuldaer Stadtteile deutliche Unterstützung und Rückenwind für eine Verhinderung der vorgesehenen Gleichstromtrasse durch Fuldaer Stadtgebiet zu geben.

Runder Tisch mit Tennet-Chef Lex Hartmann

Unterdessen hat der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Brand (CDU) ein Treffen mit den Bürgermeistern der Region sowie dem Geschäftsführer von Tennet, Lex Hartmann" organisiert. „Mir ist wichtig, dass wir den Termin hier direkt vor Ort und direkt mit den kommunal Verantwortlichen durchführen“, betonte MdB Brand. „Mir ging es nach der Informationsverannstaltung am 30. September und den Forderungen des Bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer nach einem weiteren Dialog über die Notwendigkeit und Verläufe von Trassen darum, auch unsere Position hier in Osthessen zu den verschiedenen Suedlink-Varianten gebündelt gegenüber TenneT und der zuständigen Bundesnetzagentur zu bündeln“, beschreit der Wahlkreisabgeordnete das Ziel der Veranstaltung. „Was für Bayern gilt, das gilt auch für Osthessen: wir haben ein Recht darauf, dass unsere Interessen mit Gewicht einfließen in die Planungen und die Entscheidungen - und das direkte Gespräch hier vor Ort ist dazu eine ausgezeichnete Gelegenheit“, erklärte Brand in einer Pressemitteilung.

Sehen Sie zu diesem Thema in unserem ausführlichen Videobeitrag zur Demonstration am Donnerstag in Fulda mit Reaktionen von Oberbürgermeister Möller sowie der Bürgerinitiative. (Hans-Hubertus Braune) +++


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