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Heinrich Dittmar - 2013 auf dem Turm der Walpurgiskirche -

ALSFELD Ein Historiker mit Leib und Seele

Sonderschulrektor, Denkmalschützer & Stadtführer - Heinrich DITTMAR (80) tot

28.12.14 - Die Fachwerkstadt Alsfeld (Vogelsbergkreis) hat eine ihrer größten Persönlichkeiten und einen liebevollen Menschen verloren. Wie erst heute bekannt wurde, ist bereits am 14. Dezember im Alter von 80 Jahren der langjährige Sonderschulrektor und sehr engagierte Denkmalschützer und Stadtführer Heinrich Dittmar verstorben. Er sei ein "Historiker mit Leib und Seele gewesen" erklärte Alsfelds Bürgermeister Paule. Besonders um die Aufarbeitung der Geschichte der Juden habe er sich verdient gemacht, denn zahlreiche Schriften, Initiativen und Bücher zeugten von seinem Engagement. Viele Auszeichnungen seien auch ein Beleg für seine herausragenden Verdienste.

Als Rektor prägte Dittmar ab 1965 maßgeblich die Erich-Kästner-Sonderschule in Alsfeld. Seit 1975 gehörte er auch dem Denkmalbeirat des Vogelsbergkreises an. Er war der Stadt aAlsfeld eine richtige fachliche Autorität und ein freundschaftlicher Begleiter, auf dessen Rat und Kritik stets gern gehört wurde. Darüber hinaus machte er sich durch seine Engagements in Organisationen und Vereinen wie etwa dem Regionalmuseum sowie dem Geschichts. und Museumsverein unvergesslich. Vielen sind seine thematischen Stadtführungen sowie lokalhistorischen Aufsätzen und Vorträgen wie etwa auf dem Turm der Walpurgiskirche zum historischen Christkindlwiegen in Erinnerung.

Aber auch die evangelische Kirchengemeinde würdigte das Wirken von Dittmar, der von 1991 bis 2003 Mitglied des Kirchenvorstandes war. Er vertrat die Kirchengemeinde auch als Mitglied in der Dekenatssynode und ihm verdankt die Kirche auch das beständige Erinnern der christlichen Gemeinde an die Geschichte und Gegenwart der jüdischen Menschen. Er initiierte die "Stolpersteine" als Erinnerung an frühere jüdische Mitbürger und knüpfte viele Kontake über Grenzen hinweg.

Aber auch kommunalpolitisch war Dittmar über viele Jahre aktiv gewesen - im Vogelsberger Kreistag ebenso wie im Kreisausschuss oder vier Jahre lang als WIKA-Fraktionsvorsitzender. Und auch im Sport hatte er etwas zu sagen, war schließlich nicht nur sportlich aktiv in Ober-Gleen, sondern sass auch fastd ein halbes Jahrhundert im Rechtsausschuss des Fußballkreises Alsfeld.

Bei so viel Engagement für die Allgemeinheit blieben Ehrungen natürlich auch aus. 1994 erhielt er für sein ehrenamtliches Engagement das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland und schon 1987 die Ehrennadel des Deutschen Fußball-Bundes. Im Jahre 2003 bekam er den !Obermayer German Jewish History Award" - mit ihm werden deutsche Bürger geehrt, die besondere Beiträge leisteten, um die jüdische Geschichte und Kultur ihrer Gemeinden zu erhalten. Es soll das deutsch-jüdische Zusammenleben der Vergangenheit in Erinnerung gerufen und für die Zukunft wiederhergestellt werden. (ma). +++



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