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Die Jury mit allen Teilnehmern des Regionalentscheids. Konrad Brenzel (8. von links) machte das Rennen und geht nun in den Landesentscheid -

FULDA Und sie lesen doch!

Hohes Niveau bei Regionalentscheid des Vorlesewettbewerbs

24.02.15 - „Lesen ist ein großes Wunder“ – Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach beschrieb es bereits 1893 und auch heute treffen diese Worte den Nerv der Zeit. Das Klischee: Kinder lesen zu wenig, sitzen nur noch am Computer und tippen nur noch auf ihren Smartphones herum, anstatt ein Buch in die Hand zu nehmen. „Was soll denn das nur geben?“, fragen besorgte Eltern. Einen besonders stolzen Papa hingegen konnte man am Dienstagnachmittag im Marmorsaal des Stadtschlosses erleben.

Dieser stolze Vater gehört zu Konrad Brenzel, dem Sieger im diesjährigen Regionalwettkampf des Vorlesewettbewerbs. „Erwartet habe ich das so nicht“, sagt der 11-Jährige mit erstauntem Blick gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Er habe mit einer ganz guten Platzierung gerechnet, aber nicht mit dem Sieg. Dennoch hat der Winfriedschüler die Jury und auch viele seiner anderen Zuhörer absolut überzeugt. Einen Auszug aus Mark Twains „Die Abenteuer von Tomy Sawyer und Huckleberry Finn“ hatte er vorgelesen und dabei, laut Jury, den Text zum Leben erweckt.

„Konrad hat unwahrscheinlich souverän gelesen“, sagt Jurymitglied Susanne Bonzel, Leiterin des Leseclubs der Kinderakademie, zur Entscheidung. Auch bei Intonation und Ausdruck habe der 11-Jährige ein großes Gespür für Texte bewiesen. Ihm sei es gelungen, während des Lesens den Inhalt des Textes präsent werden zu lassen - selbst bei dem Fremdtext aus dem Buch „Australien? Australien!“ von Tino Schrödl, den alle Teilnehmer des Regionalwettbewerbs vortrugen. „Konrad hat es geschafft, dass man vom Zuhören „Kopfkino“ bekam“, so Jurymitglied Anne Völlinger vom Studienseminar. Manchmal gelinge das selbst Autoren, die ihre eigenen Bücher vorlesen, nicht so gut.

Barbara Fritz von der Rathaus Buchhandlung ...

Lust, ein Buch zu lesen, haben aber nicht nur Konrads Zuhörer. Der Regionalsieger selbst bezeichnet sich zwar nicht als Leseratte, lese aber gerne und viel. Besonders Krimis haben es ihm angetan. Die Lesebereitschaft seiner Altersgenossen sieht er zudem als weit weniger gering an, als viele Erwachsene das tun. „Ich glaube, die Kinder in meinem Alter lesen nicht jedes Buch, aber es gibt Bücher, die fast alle gelesen haben“, sagt er nach dem Wettbewerb.

Die Jury und Veranstalterin Barbara Fritz von der Rathaus-Buchhandlung Fulda zeigten sich erfreut über das hohe Niveau des Wettbewerbs. Alle Teilnehmer hatten ihre Bücher für den ersten Wettbewerbsteil selbst ausgewählt. Lediglich eine Dopplung gab es dabei. Die Schüler besuchen unterschiedliche Schulen und unterschiedliche Schulzweige. Sehr erfreut erklärten sich die Jurydamen auch darüber, dass man allein anhand der Leseleistung keinen Unterschied zwischen den Schulzweigen hätte ausmachen können.

Konrad Brenzel mit seinem Siegerbuch und ...

Fotos: Sabrina Ilona Teufel

So verwundert es kaum, dass die besten fünf Lesenden sehr nah beieinander lagen. Hanna Schildbach, Sascha Bradatsch, Anna Fritz und Elena Maurer mussten sich dann aber Konrad Brenzel geschlagen geben. Ein Buchgeschenk und eine Urkunde gab es aber für alle - und sicher viele Ideen für zukünftiges Lesevergnügen. (Sabrina Ilona Teufel)+++


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