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WILDECK Bezirksfeuerwehrverband Kurhessen-Waldeck

Werner BÄR: "Freiwillige nicht überlasten" - Weniger Kräfte - Blaulicht für KBM

14.04.15 - „Ab heute gehe ich in die Offensive“, so die Ankündigung vom Vorsitzenden des Bezirksfeuerwehrverbandes Kurhessen-Waldeck, Werner Bähr auf der Verbandsversammlung in Wildeck-Hönebach, im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zum leidigen Thema Genehmigung von Sondersignalanlagen in Privat-PKW für Kreisbrandmeister. Und Werner Bähr hielt mit geharnischter Kritik an den dafür zuständigen Ministerien wegen der fehlenden Genehmigung nicht hinterm Berg, „es sei ein Unding, wenn Führungskräfte der Feuerwehr wegen fehlendem Blaulicht und Martinshorn in ihrem privaten PKW, gerade auf Autobahnen, nicht rechtzeitig zur Einsatzstelle kommen können, um schnelle, professionelle Hilfe zu leisten und den Einsatz zu koordinieren.

Fotos: Gerhard Manns

In Hessen tue man sich mit solch einer Sondergenehmigung schon viel zu lange sehr schwer. In allen anderen Bundesländern sei das schon lange kein Thema mehr, dort ist der Einbau von Sondersignalanlagen in Privat-PKW der Kreisbrandmeister (KBM) von den zuständigen Ministerien genehmigt“.

Viele Ehrengäste

Zuvor konnte Werner Bähr eine ganze Reihe von prominenten Gästen begrüßen. Neben Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und dem Wildecker Bürgermeister Alexander Wirth waren auch die SPD-Europaabgeordnete Martina Werner, die Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/die Grünen, Sigrid Erfurt, in die Mehrzweckhalle nach Wildeck-Hönebach gekommen. Genauso erfreut zeigte sich der Verbandsvorsitzende über die Anwesenheit vom Erwin Baumann, Leiter des Sachgebietes Brand- und Katastrophenschutz beim Regierungspräsidium, dem Leiter der Polizeiinspektion Hersfeld-Rotenburg, Kriminaldirektor Klaus Wittich, den Vertreter des Hessischen Innenministeriums Klaus Hahn, den Vertreter des Hessischen Landesfeuerwehrschule Frank Maikranz und den Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes Christoph Welteke. Sein besonderer Willkommensgruß galt dem ehemaligen Kreisbrandinspektor von Hersfeld-Rotenburg, Jürgen Weingarten und dem ehemaligen Kreisbrandmeister Hermann Funk.

Die Ehrengäste, aufmerksame Zuhörer beim Jahresbericht ...

Humorvolles, mahnende Worte, aber auch viel ...

Eine Flasche „Böddiger Berg“ für BGM ...

Grußworte

Als Hausherr nutzte Bürgermeister Alexander Wirth seine Grußworte dazu, seine Gemeinde kurz vorzustellen. Er sei stolz, dass diese Versammlung hier in Hönebach stattfinde.  Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt begrüßte die Anwesenden im wunderschönen Landkreis Hersfeld-Rotenburg und machte auf die im Kreis ansässige Industriebetriebe, die Logistikbranche, das Bauhandwerk und die Kliniken aufmerksam. Weil seine Amtszeit am 31.08.2015 endet, sei dies sein letzter Auftritt vor solch einer Versammlung als amtierender Landrat. Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke ging in seinen Grußworten auf einige wichtige Themen ein, unter anderem auch auf den demografischen Wandel und sagte dazu, dass man sich um mehr Migranten für den Eintritt in die Feuerwehren bemühen müsse, um dem Problem wirksam zu begegnen. Diese Menschen müssten in unsere Gesellschaft integriert werden.

: Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt……

auch für ihn gab´s den „Böddiger ...

RP Dr. Walter Lübcke die Grußworte ...

Lübcke wies auf die seit Jahresbeginn in Hessen bestehende gesetzliche Rauchmelderpflicht in Wohnungen hin, um die Anzahl der Brandtoten erheblich zu senken. Er machte auch auf die Wichtigkeit der Notfallseelsorge und die Nachsorge nach belastenden Einsätzen für Einsatzkräfte der Feuerwehren aufmerksam. In 2014 wurden bei 11.000 Bränden 753 Menschen gerettet und 85 konnten nur noch tot geborgen werden. 48 Feuerwehrleute zogen sich im Einsatz eine Verletzung zu. Bei Fahrten mit dem privat-PKW zum Feuerwehrhaus mahnte er eine maßvolle Fahrweise an, lieber später zum Einsatz kommen, als überhaupt nicht. Im Jahr 2014 sind in seinem Regierungsbezirk 680.000 Euro an Anerkennungsprämien ausgezahlt worden.

Jahresbericht des Vorsitzenden

In diesem Zusammenhang nahm Verbandsvorsitzender Werner Bähr, in einer mit viel Humor und auch Kritik durchsetzten Rede, den Ball von Dr. Lübcke gleich auf und nannte die Anerkennungsprämie eine tolle Sache. Anerkennung des Ehrenamtes sei das alles entscheidende, denn nur mit viel Lob und Anerkennung kann man die Ehrenamtlichen motivieren. Von Werner Bähr gab es auch kritischen Bemerkungen zur Zukunft der Feuerwehren. Die Einsatzkräfte werden immer weniger. Die Mitgliederzahl der Aktiven lag 2014 bei 24.766 in 962 Feuerwehren und 8.521 Jugendlichen in 692 Jugendfeuerwehren sowie 2.097 Kindern in 229 Kinderfeuerwehren. „Momentan haben wir den gesellschaftlichen Wandel, der demographische Wandel wird uns erst noch treffen“, sagte Bähr.

Die Lebensorientierung der jungen Menschen hat sich gewandelt. Bei einer Umfrage sagten 83 Prozent der unter 30-jährigen, sie wollen Spaß im Leben haben. Für ein Ehrenamt bleibt deswegen kaum Zeit, deswegen muss auch Feuerwehr wieder Spaß machen. Workshops und Kampagnen für die Nachwuchsgewinnung sind deswegen richtig, aber nicht alleine zielführend. "Außerdem dürfen wir unsere Freiwilligen Feuerwehren nicht überlasten. Neben vielen Verwaltungsaufgaben, die auch von den Kommunen als Dienstleister für die örtliche Feuerwehr erledigt werden können, gilt es die noch tätigen Feuerwehrchefs zu motivieren ihren ehrenamtlichen Dienst länger als fünf Jahre zu leisten", sagte Bär.

„In einigen Feuerwehren seines Heimatkreises findet man keinen mehr, der Führungsaufgeben übernehmen will. Manche Feuerwehren stehen zurzeit ohne Wehrführer da, das muss uns zu Denken geben. Es muss uns gelingen, dass die Feuerwehren nur noch die primären gesetzlichen Aufgaben bewältigen müssen“, so die mahnenden Worte von Werner Bähr. Das Beseitigen von Ölspuren, die Verkehrsabsicherung sowie das Betreuen von Personen belasten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte zusätzlich. "Diese Aufgaben gehören keineswegs in unseren Zuständigkeitsbereich und verbessern nicht die Motivation der Feuerwehrangehörigen", sagte Bär weiter. Er stellte klar, dass das bundesweite „Modell“ nur funktioniert, weil wir so viele sind. „Werden wir immer weniger, so wird das System auf freiwilliger Basis nicht mehr lange bestehen bleiben können“ so Bähr.

Kreisbrandinspektorin des Kreises Hersfeld-Rotenburg Tanja Dittmar ...

Der ehemalige Kreisbrandmeister Hermann Funk, links ...

Neben der Personalproblematik standen auch der Digitalfunk, die zurzeit ausgesetzte Bahnausbildung, die geplante Notrufzentralisierung bei der Polizei zur Debatte. Da keine Unterstützung des Fördervereins Christoph 7 mehr gewünscht ist, wurde die fördernde Mitgliedschaft vom Bezirksverband gekündigt. Ein Blick in die Statistik, seit 1980 ist ein stetiges Bergab bei den Einsatzkräften im Bezirksverband zu verzeichnen, lagen die Mitgliederzahlen 1980 noch bei 31.374, so sind es aktuell noch 24.766, das ist ein Rückgang um 6.608. Seit 1980 gibt es 70 Freiwillige Feuerwehren weniger im Bezirksverband, dem die Kreise Fulda, Kassel, Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meissner, sowie die Städte Kassel und Fulda angehören.

Auch bei den Jugendfeuerwehren hat man einen Rückgang der Mitgliederzahlen seit 2005 um 2.600 zu beklagen. Erfreulich ist die Entwicklung bei den Kinderfeuerwehren, dort sind es 2.100 Kinder mehr.

Musiker in der Feuerwehr

Einen Kurzbericht gab Bezirksstabführer Bernd Aschenbrenner für den Fachbereich Musik. Zurzeit verfügt die Hessische Feuerwehrmusik über 172 Musikgruppen mit 5.800 aktiven Musikern. Im Bezirk Kurhessen-Waldeck bestehen 49 Gruppen mit 1.500 Aktiven. Bernd Aschenbrenner berichtet noch von vielen Terminen und Veranstaltungen des letzten Jahres und gab der Versammlung bekannt, dass er nach 21 Dienstjahren sich im nächsten Jahr nicht mehr zur Wiederwahl stellen werde.

Bezirksstabführer Bernd Aschenbrenner.

Grußworte an die Versammlung entrichteten noch die SPD-Europaabgeordnete Martina Werner, die Landtagsabgeordnete von Bündnis 90 die Grünen, Sigrid Erfurt, der Vertreter des Innenministeriums Klaus Hahn, der Vertreter der Hessischen Landesfeuerwehrschule Frank Maikranz und der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Christoph Welteke. (Gerhard Manns) +++

Alle Abstimmungen erfolgten Einstimmig


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