BAD HERSFELDGroßes Staraufgebot nimmt Arbeit auf

Dieter Wedels erster Probentag - "Die Kissen sind aufgeschüttelt"

21.04.15 - „Die Kissen sind aufgeschüttelt, jetzt müssen wir uns nur noch reinlegen und miteinander spielen“, mit diesem Worten schwört Festspielintendant Dieter Wedel sein Ensemble ein. Große Namen sind es, die in einem viel zu kleinen Raum in der Stadthalle Bad Hersfeld am Montagvormittag zusammengekommen sind. Viel zu klein, angesichts der großen Menge aufgescheuchter Journalisten, die die besten Bilder zu bekommen versuchen. Knapp 20 Schauspieler sitzen gemeinsam an einem Tisch mit Wedel. Anlass ist die erste Leseprobe für Shakespeares „Komödie der Irrungen“.

Wenn Heinz Hoenig noch schnell ein Schnittchen isst, Sonja Kirchberger verträumt durch ihr langes braunes Haar fährt und Mathieu Carriére hektisch Kaugummi kaut, um dann dieses in der Backentasche verschwinden zu lassen und mit großer Stimme die ersten Zeilen seines Textes zu lesen, hat die Probenzeit begonnen. Großes Theater nach Bad Hersfeld zu holen, versprach Dieter Wedel bereits bei seinem ersten Auftritt im vergangenen Jahr. Öffentlichkeitswirksam machte er immer wieder Andeutungen, schürte das Feuer der Wissbegierigen. Finanzielle Fragen, große Umbaumaßnahmen und noch immer die eine oder andere Irritation über das plötzliche Ende des Intendanz Holk Freytags waren und bilden noch immer den holprigen Boden auf dem Wedel nun voranschreiten möchte.

Der neue Intendant ist sich seines Einflusses, seiner Bekanntheit bewusst und tritt mit einem starken, außerordentlich gut organisierten Team auf. Das muss er auch, schließlich will er den „Zauber der Stiftsruine“, den er als letztlich etwas eingestaubt betrachtet, wieder zum Leben erwecken.

Mit bekannten Darstellern aus Film und Theater will er gemeinsam Magie vollbringen. Neben langjährigen Begleitern wie Heinz Hoenig, Cosma Shiva Hagen, Markus Majowski und Lars Rudolph arbeitet Wedel auf lang gehegten Wunsch hin nun auch erstmals mit Mathieu Carriére zusammen. Lucas Prisor, Robert Joseph Bartl, Rudolf Krause und Lara Mandoki ergänzen das Team neben weiteren Darstellern. 

Die Liebe des Intendanten zu Shakespeares Werken ist kein Geheimnis und so beginnt die kommende Spielzeit mit der „Komödie der Wirrungen“. Dabei schwebt dem Intendanten, der die Zeitlosigkeit und Identifikationsmöglichkeiten des Stückes besonders schätzt, eine riesige Zirkusveranstaltung vor. Das „absurde, wunderbare und sehr komische Verwirrspiel“ will er zum großen Aktionstheater machen. Hilfe hat er sich bei dem Chef von Zirkus Roncalli geholt. Dieser steht ihm mit technischer Hilfe und Rat beiseite und weist den 72-Jährigen auch auf Grenzen hin. So wollte Wedel beispielsweise Darstellerinnen auf Trapezen sitzend spielen und sprechen lassen. Der Zirkuschef riet ihm wegen möglicher Seekrankheit der Darstellerinnen ab.


Langeweile ist die größte Sünde

Wedel erwartet Großes von seinem Ensemble. „Die größte Sünde, die wir in unserem Beruf begehen können ist, zu langweilen“, sagt er. Eine Theatervorstellung sei immerhin ein Stück Lebenszeit, das der Zuschauer hergebe und das wolle er honorieren.

Das Verwirrspiel wird aber nicht nur technisch und bildlich Illusionen schaffen. Auch sieht Wedel in dem Werk die Suche nach der eigenen Identität und die Angst, diese zu verlieren. In einer Zeit in der alles manipulierbar sei, betreffe die Komödie jeden. Auch sieht Wedel darin einen großen Traum und das Wechselspiel mit der Wirklichkeit. Neben dem Wunsch, aus dem schönen Traum bloß nicht aufzuwachen, stehe die Verzweiflung, die eintreffe, wenn man die Realität erfasst habe. Wedel will besonders Momente der Betroffenheit beim Publikum verstärken.

Diese erste Leseprobe wirkt wie eine Schulstunde. Kleine Neckereien, große Aufregung und gemeinsames Lernen der Schauspieler mit Wedel, der sogleich zum Ensemblepapa avanciert. Sehr vertraut wirkt das Team und optimistisch, zusammen zaubern zu können. „Es ist und bleibt, in allem, was wir machen immer eine Zirkusvorstellung“, sagt Wedel zu den Schauspielern. Ob es am Ende gelinge, wisse man vorher nie. (Sabrina Ilona Teufel)+++

Fotos: Gerhard Manns

Lara Mandoki und Dieter Wedel ...

Fotos: Gerhard Manns

Großes Medieninteresse herrschte bei der ...

Teresa Rizos und Mathieu Carriére

Cosma Shiva Hagen

Sonja Kirchberger und Heinz Hoenig

Lara Mandoki und Rudolf Krause

Dieter Wedel blickt optimistisch auf ...

Fotos (8): Harald Ernst

Markus Majowski im Gespräch mit ...

Derzeit wird in der Ruine ...


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