SCHLITZ "Das Märchen vom Schlaraffenland"

Hinter den Kulissen zum hr-Märchendreh in der alten Auerhahn-Brauerei

24.07.15 - Rasches Hin-und-her-Eilen auf dem Schlitzer Kirchplatz. Lärm. Anspannung ist spürbar. Zahlreiche geschäftige Besucher füllen den Platz. Ein Kutscher wartet auf Gäste, eine Wirtin fragt nach der Bestellung. Aber auch Traurigkeit, Trostlosigkeit und Armut spiegeln sich in vielen Gesichtern wider. Es herrscht ein graues, düsteres Markttreiben. Doch mitten in dem Gewusel sitzen in vertrauter Atmosphäre zwei Männer seelenruhig an einem Tisch. Sie lassen sich nicht stören, außer von einem plötzlichen Ausruf: „Ruhe, wir drehen!“ Alle Kameras nehmen ihre Position ein. Die Klappe fällt und die Szene beginnt.

In den kommenden Tagen dient Schlitz als Drehkulisse für „Das Märchen vom Schlaraffenland“ - neben dem Märchen „Siebenschön“ die zweite eigene Märchenproduktion des Hessischen Rundfunks. Gedreht wird im Auftrag der ARD-Märchenreihe „Sechs auf einen Streich“ im Zeitraum vom 20. Juli bis zum 24. August für Das Erste. Neben Schlitz zählen auch der grüne See in Offenbach und die Eschbacher Klippen zu den Drehorten. „Vom HR wurden in erster Linie heimische Drehorte gewünscht - und da sind wir in Hessen begnadet. Mit vorindustriellen Charme und märchenhafter Architektur eignet sich Schlitz hervorragend, um in die gewünschte Zeitepoche um 1810 zu blicken.“, schwärmt die Redakteurin Patricia Vasapollo. Regie führt Carsten Fiebeler nach einem Drehbuch von Anja Kömmerling und Thomas Brinx.

Björn Ingmar Böske und Klara Deutschmann ...Fotos: Sabrina Ilona Teufel

Spaß am Set (von links): Björn ...


„Das Märchen vom Schlaraffenland“ nach Motiven von Ludwig Bechstein erzählt die Geschichte von Paul. Dieser lebt gemeinsam mit seinen Eltern und seiner schwerkranken Schwester am Rande der Stadt, geprägt von Hunger, Armut und harter Arbeit. Von einem betrügerischen Gaukler erfährt er von einem Ort, an dem es alles was das Herz begehrt im Überfluss geben soll – dem Schlaraffenland. Selbstlos und mutig macht sich Paulauf den Weg, um seine Schwester zu retten. Er muss sich einigen Prüfungen stellen. Mit etwas Hilfe gelingt es ihm jedoch, den unbeschreiblichen Ort zu finden. Angekommen lernt er die fernab von Armut und Hunger in Maßlosigkeit lebenden Bewohner des Landes kennen. Pralina, die Tochter von Herrn Törtchen, ist begeistert von Pauls Selbstlosigkeit und erkennt, wie langweilig ihr bisher als vollkommen erscheinendes Leben ist. Sie möchte gemeinsam mit Paul zurück in die reale „Drübenwelt“. Allerdings droht die Gefahr, dass das Schlaraffenland mit Pauls Rückkehr nicht geheim bleibt.

Heikko Deutschmann spielt den Vater der ...

Wie in eine andere Zeit versetzt ...


Wo findet man das berühmte Schlaraffenland?

Redakteurin Vasapollo und Sabine Preuschhof vom rbb erklären, wie das Schlaraffenland entsteht: „Zusätzlich zu den geschichtlichen Parts wird eine virtuelle Welt zehn Tage lang im HR-Studio in Frankfurt in einer Bluebox gedreht. Wie schon in der Kunstwelt der Frau Holle wollen wir bewusst eine fiktive Welt erschaffen und nicht tun, als wäre sie echt.“

Das Schlaraffenland und damit das märchenhafte Thema habe auch das Anliegen, moralische Werte zu vermitteln. Der sich als Märchenliebhaber bekennende Regisseur will damit auch die Überbetonung des Materiellen kritisch beleuchten. „Im Paradies gibt es alles - Süßigkeiten ohne Ende und Arbeiten ist untersagt. Doch die Welt steht still. Der grenzenlose Reichtum ist nichts gegen die Erfahrung, einmal zu kämpfen, alles zu geben und vor allem zu fühlen. Allein das kennzeichnet den, der wirklich reich ist.“

Märchen seien nicht nur etwas für Kinder, sondern für die ganze Familie, so Fiebeler. „Ich selbst bin in dieser Hinsicht noch ein Kind geblieben.“ Für den Hauptdarsteller Björn Ingmar Böske und seine Schauspielkollegen Klara und Heikko Deutschmann ist es die erste Rolle in einem Märchen. Es sei wortwörtlich „märchenhaft“. Vergleichbar sei die Märchenverfilmung laut Böske sogar mit seinem Lieblingsmärchen – Alice im Wunderland.


Der besondere „ARD-Look“ der Märchenreihe, ganz nach dem Beispiel der Tatortreihe, darf trotz Eigenproduktion nicht fehlen. Die maximale Spielzeit eines Films beträgt 59 Minuten. „Prinzipiell sind alle Märchen gleich aufgebaut, dennoch individuell verschieden. Die Kreativität wird nicht eingeschränkt.“, sagt Preuschhof. Neben dem besonderen Layout, den Erzählstrukturen und Farben wünschen sich die Produzenten, dass die Märchen schon allein durch das Hören erkannt werden.

Klara Deutschmann spielt Pralina und gehört ...


Ausgestrahlt werden die sechs in ganz Deutschland neu produzierten Märchen in der Reihe „Sechs auf einen Streich“ am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag dieses Jahres im Ersten. Vasapollo ist stolz: „Das klassische Familienprogramm kommt gut an. Das Erste ist damit an den Weihnachtstagen meist Quotenführer.“ Früher mussten Schauspieler überzeugt werden, um im Märchen mitzuspielen. „Die Situation hat sich geändert. Heute rufen häufig Agenturen an, um für eine Filmrolle anzufragen." Neben Stars wie Hannelore Elsner haben schon viele andere prominente Schauspieler mitgespielt. Gewiss ist: auf das zur Zeit gedrehte 40. Märchen der Reihe sollen in Zukunft immer wieder neue folgen. Und auch wenn das Märchenteam des HR schon viele hessische Stätten besucht hat, ein paar gibt es noch, die bislang kein Märchenspielort waren. (Viktoria Gremm/Sabrina Ilona Teufel)+++

Wolfgang Michael am Set

Auch die Bürger von Schlitz ...

Das Medieninteresse war groß. Natürlich ...

Regisseur Carsten Fiebeler verbindet auch ...

Von links: Anja Hagemeier, Sabine ...


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