FULDAWeinlese am Fuße des Frauenbergs

400 Flaschen und hohe Qualität für 2015 zu erwarten - Infos zum neuen Etikett

26.10.15 - Dass Fulda nicht nur Reifen oder einen schönen Dom zu bieten hat, bewiesen am Sonntag mal wieder die vielen freiwilligen Helfer der Weinlese am Fuße des Klosters Frauenberg. Der Weinhistorische Konvent Fulda hatte alle Weinliebhaber dazu aufgerufen, bei der diesjährigen Ernte dabei zu sein. Auch wenn die Temperaturen bei nur ca 8 Grad Celsius lagen, hatten die 30 Helfer sichtlich Freude daran, die prallen Trauben zu ernten - hier und dort wurde auch bereits von der süßen Frucht gekostet.

Fotos: Miriam Rommel

 Dass dieser Jahrgang ein besonders Guter werden wird, darüber waren sich alle einig. Auch Kellermeister Heribert Burkert, der den Vorsitzenden und Kapitelältesten Professor Richard Hartmann am Sonntag vertrat, glaubt an eine gute Ernte. „Ich denke, wir haben in diesem Jahr 10-20 Prozent mehr Trauben geerntet als im letzten Jahr“. Burkert, der mit dem Refraktometer den Zuckergehalt einzelner Trauben bestimmte, ist von der Qualität der Fuldaer Weine überzeugt, die Nachfrage sei immer sehr hoch. Wie in jedem Jahr wird das Etikett des neuen Weines mit Spannung erwartet. Burkert verriet nur so viel: „Es wird eine Episode aus dem Leben des Spätlesereiters zeigen“.

Dass Fulda auf eine lange Tradition in Sachen Weinanbau zurückblicken kann, wissen die wenigsten Leute. Bereits nach der Gründung des Klosters Fulda im Jahr 744 legten Mönche am Frauenberg Rebhänge an. Ein weiterer Grundstock in der Weingeschichte Fuldas wurde im Jahr 777 von Karl dem Großen gelegt, als er das Königsgut Hammelburg dem Kloster Fulda zuordnete. Bonifatius zu Ehren wurden dem Konvent im Laufe der Jahrhunderte noch zahlreiche Weingüter in verschiedenen Weinorten Europas geschenkt. 1716 kaufte Fürstabt Konstantin von Buttlar im Rheingau die Domäne Johannisberg. So kam ein Kleinod deutscher Weinlagen in fuldischen Besitz.

1775 wurde dann, durch einen Zufall, die Spätlese entdeckt. Der Herbstkurier des Klosters Johannisberg sollte die Weinleseerlaubnis aus Fulda überbringen, doch weil er sich verspätete, glaubten die mit dem Weinbau beschäftigten Mönche ihre gesamte Ernte schon dahin. Voller Zweifel aber mit dem Wunsch zu retten was zu retten war, wurden schließlich die schon faulenden Trauben gelesen und gekeltert. Die Überraschung dann war groß: Einen solchen gehaltvollen Wein hatten sie vorher niemals getrunken – und somit war die Spätlese entdeckt. Im März 1989 gründete sich der Weinhistorische Konvent in Fulda, der die inzwischen untergegangene Tradition und den Weinberg wiederbelebte.

Im Anschluss an die Weinlese am Sonntag wurde den freiwilligen Helfern zur Stärkung Fuldaer Wein aus dem Jahr 2007 sowie eine Hühnersuppe gereicht. Dann verlud man die geernteten Trauben und schickte sie zum Keltern nach Lorch im Rheingau zum Weingut Altenkirch. Dort wird der "Fuldaer Wein" gleich abgepresst und getrennt vergoren. Die Weinfreunde hoffen auf etwa 400 Flaschen. Mit Pfarrer Winfried Hahner der Gemeinde Pilgerzell wurde zum Abschluss ein fröhliches Erntedankfest gefeiert. Wie gut der diesjährige Wein allerdings tatsächlich wird, wird sich erst bei der Vorstellung im nächsten Jahr zeigen. (Miriam Rommel) +++


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