- Archivbild: Christian P. Stadtfeld

FULDA"Schwarzer Tag für Fuldas Kulturleben"

Linke.Offene Liste / Menschen für Fulda: "Tage des Café Panamas wohl gezählt"

13.08.16 - Die Stadtfraktion Die Linke.Offene Liste / Menschen für Fulda bedauert, dass das bis an die Weimarer Straße reichende Areal in der Langebrückenstraße 14 an private Investoren verkauft wurde. "Damit sind die Tage des soziokulturellen Zentrums Café Panama wohl gezählt – zumindest an diesem Standort. Der Treffpunkt der vielen und vielfältigen Initiativen wird der Abrissbirne, den Interessen der neuen Eigentümer zum Opfer fallen", befürchtet Stadtverordnete Ute Riebold.

In diesem Zusammenhang kritisiert sie auch die Stadtregierung: "Der Antrag, das Gelände mit dem Ziel zu kaufen, dieses Kleinod des Städtebaus und der Subkultur zu erhalten und zu fördern, wurde bereits im November gestellt", erinnert Riebold. Zum Hintergrund wird erläutert: "Das Areal gehörte bisher den Erben der Familie Traber, die hier lange Zeit gewerblich tätig war und auch wohnte. Verhandlungspartner war der als Vermieter aufgetretene Herr aus Hamburg. Dieser wäre bereit gewesen das Gelände, auf dem er aufwuchs, für 1,69 Millionen Euro an die Nutzer zu verkaufen, die jedoch das Geld nicht aufbringen konnten. "Hätte die Stadt rasch gehandelt, wäre das Areal gesichert." Die Fraktion Die Linke.Offene Liste / Menschen für Fulda weiß um die hohe Nachfrage nach Wohnraum in Fulda. "Das ist sicher auch ein guter Wohnstandort. Das Areal ist groß genug, um hier weitere Wohnungen – im Vorderhaus sind bereits welche, allerdings stark sanierungsbedürftig – zu schaffen. Das Gelände reicht ja bis zur Weimarer Straße. Auf diese Weise hätte die Gebäudeerhaltung für die Kulturprojekte finanziell gesichert werden können." Insbesondere Wohnraum für Studierende würde die bisherige Nutzung konfliktfrei ergänzen.

"Fulda benötigt mehr Wohnraum, klar, das wissen wir auch. Doch zum städtischen Leben braucht's einfach mehr als wohnen, arbeiten, einkaufen und Gastronomie. Und Kultur ist mehr als Schlosstheater und Musicalsommer", betont Ute Riebold. Freie Kultur jedoch habe in Fulda wenig Raum. "Das Café Panama bietet Dank des AWO-Jugendwerks seit fast zwanzig Jahren den Freiraum, einen ganzheitlichen Begriff von Kultur umzusetzen - Räume für Teilhabe, Selbstinitiative, Selbstbestimmung und soziales Miteinander zu schaffen, Vielfalt zu fördern. Hier haben sich vielfältige interkulturelle Projekte wie Kino35, Ateliers, Siebdruckerei, Nähbar, Tauschladen, Gelbe Rübe, Küche für Alle, Reparatur-Café Erneuer:Bar, Underground und YouRoPa entwickelt." Die Stadt Fulda habe die Chance verpasst, diesen Standort als Heimat dieser Subkultur zu erhalten. "Das ist unverständlich, traurig und macht so manche auch echt wütend." Die schriftlich fixierte Antwort des Magistrates vom 11. Juli 2016 "Konkrete Kaufverhandlungen konnten noch nicht geführt werden" wirke als Ausrede in Anbetracht des Zeitraums seit November letzten Jahres. Der Hinweis "Öffentliche Anfragen sind für den Prozess nicht förderlich" lasse vermuten, dass es nicht wirklich darum gegangen sei, das Grundstück zu sichern, denn "nachhaltige und vorausschauende Stadtplanung braucht doch gerade Beteiligung und gesellschaftliche Diskurse."

"Ich fürchte, es ist realitätsfern, darauf zu bauen, dass sich doch noch eine Möglichkeit auftut, hier auch künftig dieses Wirken zu ermöglichen. Das Areal ist schließlich eine Goldgrube für die neuen Eigentümer. Doch die Stadt ist gefordert, alle zur Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen, damit ein sozial gemischtes Wohnquartier, nicht eine Schickimicki-Anlage entsteht. Vielleicht gelingt es sogar, in das Konzept auch das Kulturzentrum zu integrieren. Einen wirklich adäquaten Ersatzort für das kulturelle Wirken zu finden, wird schwer. Die Stadt ist in der Verantwortung, hierbei zu helfen. Das Areal Löherstraße 19 (ehemals Red Corridor Gallery) steht oben auf der Liste denkbarer Standorte. Auch die ehemaligen Güterhallen Am Bahnhof sind eine mögliche Alternative. Das Eika-Areal könnte ebenfalls als Ersatz dienen – wie auch das Löhertor, zumindest theoretisch, der Eigentümer dieser Immobilie wird für diese Idee wohl wenig zu begeistern sein." Das seien jedoch nur Beispiele denkbarer Objekte. "Wichtig ist, dass der Ort in der Innenstadt liegt." Die Stadtfraktion Die Linke.Offene Liste / Menschen für Fulda erwartet nicht nur städtische Unterstützung bei der Raumsuche, sondern auch bei der Finanzierung. +++


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