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In den drei osthessischen Orten Gersfeld, Ebersburg und Großenlüder... - Fotos: Daniel Kister

... werden künftig 13 Engagement-Lotsen aktiv sein. - Hier zusammen mit den Bürgermeisterinnen und Staatsminister Stefan Grüttner

19.09.08 - GROßENLÜDER

Erstmals in Osthessen: Engagement-Lotsen als Motor für das Ehrenamt

Als Motor sollen sie die „Gemeinde in Bewegung bringen“ – neue Strukturen aufbauen und neue Bürgerprojekte vorantreiben. Sie sollen für das Ehrenamt begeistern und gleichzeitig bei Problemen und Fragen weiterhelfen. In der Stadt Gersfeld und den beiden Gemeinden Ebersburg und Großenlüder werden bald so genannte „Engagement Lotsen“ (E-Lotsen) ihre Arbeit beginnen. Im Moment werden die insgesamt 13 E-Lotsen aus den drei Orten für ihre Aufgaben ausgebildet.

Erste Ehrenamtslotsen in Osthessen

Der Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Stefan Grüttner, unterzeichnete heute in Großenlüder gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen und Ersten Beigeordneten von Großenlüder, Ebersburg und Gersfeld die Vereinbarungen zur Teilnahme am Landesprogramm Engagement-Lotsen. Die drei Orte sind die ersten in Osthessen, die sich an dem Landesprogramm beteiligen können.

2000 Euro für „ehrenamtliche Projekte“ und Ideen

Im Rahmen der Ehrenamtskampagne „Gemeinsam aktiv – Bürgerengagement in Hessen“ wurde das Engagement-Lotsen-Programm im Jahr 2004 eingerichtet. Bisher sind 60 E-Lotsen ausgebildet worden. Das Lotsenprogramm startet nun bereits in die dritten Runde. Im Landeshaushalt sind 50.000 Euro eingeplant. Von diesem Geld werden hessenweit 60 weitere Lotsen ausgebildet. Aus 18 Bewerbungen wurden 16 Orte ausgewählt, die teilnehmen dürfen. Diese Teilnehmerkommunen erhalten zudem einen Geldbetrag in Höhe von 2000 Euro. Mit diesem Geld soll der E-Lotse eigene Ideen umsetzen können. Die Lotsen selbst arbeiten ehrenamtlich.

„Wir wissen, dass es Menschen gibt, die bereit sind andere ehrenamtlich Tätige zu unterstützen. Hier setzt unser Programm an“, betonte Staatsminister Grüttner. Und weiter: „Das Programm soll ehrenamtlich getragene Förderstrukturen aufbauen und in den Gemeinden Anlaufpunkte für engagierte Personen, Vereine und Initiativen schaffen.“ Bisher sind rund 60 solcher Lotsen in rund 15 Kommunen im Einsatz und mit der jetzt beginnenden Staffel werden noch einmal 60 dazu kommen.

Was machen die E-Lotsen konkret?

Die möglichen Aufgabenfelder der Engagement-Lotsen sind sehr vielfältig und richten sich ganz nach den örtlichen Gegebenheiten und Bedürfnissen. So haben bereits tätige Engagement-Lotsen gemeinsam mit Schulen Projekte ins Leben gerufen, bei denen Schüler durch einen Einsatz bei gemeinnützigen Organisationen ehrenamtliche Tätigkeit kennenlernen können. Andere haben mit Unterstützung von Freiwilligenagenturen Freiwilligentage organisiert, bei denen bisher „untätige Personen“ in ehrenamtliches Engagement hinein schnuppern können. „Hier entsteht oft ein Klebe-Efekt“, berichtete Stephan Würz, Geschäftsführer der Landes Ehrenamtsagentur.

Eine weiteres Arbeitsfeld für die E-Lotsen besteht darin, Vereinswegweiser zu erarbeiten oder Dankeschön-Veranstaltungen für Ehrenamtliche zu veranstalteten. Einige Losten versuchten bei „Begrüßungstagen“ Neubürger ins örtliche Vereinswesen einzuführen oder Austauschprojekte auf europäischer Ebene zu initiieren. Oftmals arbeiten Engagement-Lotsen in engem Verbund mit schon bestehenden Freiwilligenagenturen oder stimmen ihr Aufgabengebiet eng mit der Kommune ab.

„Einige E-Lotsen haben dabei geholfen Partnerschaftsprojekte aufzubauen“, erklärte Würz. Eine andere einfache Idee sei es gewesen, eine Stellwand für ehrenamtliche Dienstleistungen aufzustellen. Weil der ehrenamtliche Dienst nicht einfacher werde, seien auch Fortbildungsangebote eine Möglichkeit, das Ehrenamt vor Ort zu fördern.

Mit ehrenamtlicher Hilfe gegen die Auswirkungen des demographischen Wandels

Staatsminister Grüttner sieht das Projekt auch als Instrument gegen Folgen des demografischen Wandels. Was damit gemeint ist, erklärte Lothar Mohr, Vorsitzender des Vereins „Miteinander – Füreinander“, der in Gersfeld und Ebersburg aktiv ist. „Selten leben noch drei Generationen zusammen in einem Haus“, erklärte er heute. Damit entfalle das gegenseitige Hilfeleisten. Der vor einem Jahr gegründet Verein versucht gerade diese gegenseitige Hilfe wieder zu konstruieren – mit Hilfe von Ehrenamtlichen.

Anfangs sei das Vorhaben nur schleppend angelaufen, erinnerte sich Mohr. Mittlerweile seien aber mehrere Hundert Helferstunden geleistet worden. So habe der Verein eine ehrenamtliche Helferin für eine junge Mutter organisieren könne, die sich wenige Tage nach der Entbindung verletzt habe. In einem anderen Fall haben wir eine alte Dame kurzfristig betreut, weil ihr Pflegedienst ausgefallen war. „Auch beim Umzug einer alten Frau haben Ehrenamtliche mit angepackt.“

Welche Ideen haben die E-Lotsen in Ebersburg, Gersfeld und Großenlüder?

Die Arbeit der E-Lotsen wird als „offener Prozess“ gesehen. Trotzdem gibt es in den Gemeinden schon Vorstellungen von der Arbeit der Lotsen.

In Ebersberg Schmalnau soll die Freifläche zwischen Spielpaltz, Bürgerhaus und Grundschule zu einer großen Freifläche umgestaltet werden. „Unser Ziel ist eine große Fläche für die Jugend“, erklärt E-Lotsin Bettina Schreiber.

In Gersfeld hofft die Bürgermeisterin Margit Trittin, dass der Verein „Miteinander – Füreinander“ seine Arbeit erfolgreich fortführen und ausbauen kann. Außerdem wünscht sie sich, dass der Verein, der das Dalherdaer Schwimmbad mit betreut, ausreichend Mitglieder-Nachschub bekommt – und die Helfer „nicht wegbrechen.“

Günther Paulat ist Engagementlotse in Großenlüder. Er hat sich vorgenommen Vorträge zu halten – von einigen Rückschlägen bei der Organisation will er sich nicht abschrecken lassen. Außerdem kennt er eine Frau, die ehrenamtlich einen Fahrdienst für ihre Nachbarin bietet. „Vielleicht würde sie diesen Dienst ja auch für andere anbieten“, hofft Paulat. Das jedenfalls stände zur Verfügung, weiß Bürgermeisterin Silvia Hillenbrand: „Damit ältere Leute am Friedhof gießen können, haben wir in der Gemeinde einen Fahrdienst zum Friedhof. Der Bus könnte auf für einen Einkaufsfahrdienst genutzt werden. Allerdings fehlten bisher die ehrenamtlichen Fahrer.“

Weitere Informationen über die Kampagne „Gemeinsam aktiv – Bürgerengagement in Hessen“ sowie über das Landesprogramm Engagement-Lotsen gibt es unter www.gemeinsam-aktiv.de im Internet. (Daniel Kister) +++


Staatsminister Stefan Grüttner, unterzeichnete heute in Großenlüder gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen und Ersten Beigeordneten Gersfeld ...

...die Vereinbarungen zur Teilnahme am Landesprogramm Engagement-Lotsen.


Staatsminister Stefan Grüttner lobt die Ehrenamtlichen als "Kitt unserer Gesellschaft" - "Der Staat könnte das alles gar nicht leisten."

Er sieht ein großes Potential noch mehr ehrenamtliche zu gewinnen. Darin sieht er die Aufgabe der E-Lotsen.


Derzeit seien 73 Prozent der Hessen in Vereinen, Gruppen oder Organisationen Mitglied.

39 Prozent aller hessischen Bürger über 14 würden sich ehrenamtlich engagieren, informierte der Staatsminister.



Stephan Würz, Geschäftsführer der Landes Ehrenamtsagentur, findet, dass in Menschen investiert werden müsse: "Feuerwehrhelm und Schuhe nutzen nix ohne den Menschen, der darin steckt."


Und das Bürgerhaus werde nur durch die Bürger, die es nutzen lebendig, sagte Bürgermeisterin Silvia Hillenbrand

Doris Heineck von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen ist für die Ausbildung der E-Lotsen mitverantwortlich.


Silvia Hillenbrand konstatierte, dass in allen drei für die Projektteilnahme ausgewählten Orte eine Frau an der Spitze ihrer Verwaltung stehen haben: "Ich will nicht sagen, dass Frauen bessere Politik machen, aber wir machen andere Politik."

Gersfelds Bürgermeisterin Margit Trittin


Brigitte Erb ist Bürgermeisterin in Ebersburg.



Bettina Schreiber ist ein der 13 neuen E-Lotsen: "Das Motiv für meine ehrenamtliche Arbeit sind meine Kinder. Sie sollen ein schönes Lebensumfeld haben, wo etwas für die Jugendarbeit getan wird."


Günther Paulat ist Engagementlotse in Großenlüder. Er kennt eine Frau, die ehrenamtlich einen Fahrdienst für ihre Nachbarin bietet. „Vielleicht würde sie diesen Dienst ja auch für andere anbieten“, hofft er.

Die Bürgermeisterinnen dankten den E-Lotsen..


... und überreichten ihnen Konzertkarten...

... zur Anerkennung für ihre Arbeit.



Nach der Vertragsunterzeichnung gab es ein Mittagessen für die Ehrenamtlichen und die Gäste.

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