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- Foto: R. Wittek / picture alliance / Arco Images

REGION Zutrauliche Raubkatze

Spektakuläre Videoaufnahme: Jäger filmt Luchs im Seulingswald

23.04.17 - Auf leisen Pfoten schleicht ein Luchs durch den Wald. Anmutig pirscht sich das Raubtier an den Hochsitz heran, um zu erkunden, wer sich in seinem Revier aufhält. Er hält an, beobachtet die Situation…

Fotos von Luchsen konnten in den vergangenen Monaten schon öfters in Osthessen geschossen werden, Dennis Hehr gelang mit einem Handyvideo aus dem Seulingswald (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) nun allerdings ganz besonders beeindruckende Aufnahmen von einer der scheuen Katzen. Der Jäger saß auf einer Kanzel, als er kurz vor Sonnenuntergang einen ausgewachsenen Luchs entdeckte, der sich zielstrebig auf seinen Hochsitz zu bewegte. Erst kurz vor der Leiter blieb das Tier stehen und schaute zu dem Waidmann hinauf. Bereits im Januar 2016 war bei Rotenburg ein Luchs fotografiert worden, der bei etlichen Begegnungen mit Menschen wenig Scheu gezeigt hatte. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich damals um dasselbe Tier gehandelt hat, wie nun im Fall im Seulingswald.

Video (einfach auf den Startbutton in der Mitte klicken) hier angucken:

Ob es dem Jäger in dieser Situation nun mulmig zumute war, wissen wir leider nicht. Anzunehmen ist es, denn schließlich erreicht ein eurasischer (europäischer) Luchs mit einer Kopfrumpflänge von 80 bis 120 Zentimetern und einer Schulterhöhe von 50 bis 70 Zentimetern in etwa die Größe eines Deutschen Schäferhundes. Nach dem Bären und dem Wolf ist diese Katze das größte Raubtier, das in Europa heimisch ist. Weltweit leben nach Schätzungen der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) rund 50.000 Luchse, davon etwa 7.000 in Europa. In Deutschland wird der Bestand auf etwas mehr als 65 Tiere geschätzt.

Als Einzelgänger aktiv, jagt der Luchs in der Dämmerung und nachts, während des Tages ruht er in der Regel in seinem Versteck. Die Jagd erfolgt nach Katzenart durch Auflauern oder Anschleichen mit abschließendem Anspringen, beziehungsweise einem Kurzspurt von meist unter 20 Meter Länge. Bei diesen Kurzsprints kann der Luchs eine Geschwindigkeit von fast 70 km/h erreichen. Die Jagdbeute wird durch einen gezielten Biss in die Kehle erstickt. In Mitteleuropa frisst der Luchs vor allem mittelgroße Schalenwildarten wie Reh, Gämse oder Mufflon. Aber auch Rotwild, Hasen, Füchse, Wildschweine, Marder, Wild- und Hauskatzen, Kleinsäuger und Vögel gehören zum Beutespektrum.

In der Regel meiden Luchse menschliche Ansiedlungen. Sie gelten im Allgemeinen als sehr scheu, sind aber eigentlich nur "unsichtbar". Denn ein Luchs bleibt bei Annäherung oft lange ruhig sitzen und flüchtet nur selten Hals über Kopf, denn er vertraut auf seine perfekte Tarnung: Bleibt er bewegungslos und macht keine Geräusche, wird er fast immer vom Menschen übersehen. Gefährlich wird er nicht. Es sind bis heute keine Angriffe von Luchsen auf Menschen belegt. (Miriam Rommel) +++


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