Jessica Stukenberg vom Freien Theater Fulda (links) und Barbara Gottwald vom Theater MITTENDRIN. -

FULDAPremiere im Theater MITTENDRIN

"TOLL": Absurdes Theater im besten Sinne über den alltäglichen Büro-Wahnsinn

21.04.17 - Telefoniert Ihnen Ihr Chef viel zu laut? Geht Ihnen der Kollege mit dem schreiend pinken Hemd tierisch auf den Geist? Und sind Sie überhaupt der Meinung, im Büro nur von Idioten umzingelt zu sein? Wenn ja, dann sind Sie genau richtig bei der neuesten Produktion "TOLL - Team oder lästige Leute", einer Kooperation des Freien Theaters Fulda und des Theaters MITTENDRIN, in dessen Räumlichkeiten in der Lindenstraße am Donnerstagabend die höchst vergnügliche Premiere stattfand.

Gesichterstudien

Das selbstgeschriebene Stück ist absurdes Theater im besten Sinne und thematisiert den alltäglichen Wahnsinn unter Firmenmitarbeitern. Für die Erarbeitung des Stoffes hatten die beiden Theaterleiter Jessica Stukenberg und Barbara Gottwald, die am Donnerstag auch das darstellende Personal waren, dutzende Gespräche mit Menschen aus verschiedenen Arbeitszusammenhängen und unterschiedlichen Branchen geführt. "70 Prozent des Textes sind Originalzitate, den Rest haben Jessica und ich ersonnen", sagte denn auch Barbara Gottwald nach der Aufführung.

Zum Plot: Die hippe und junge Michelle Krämer (Gottwald) übernimmt das Büro der verstorbenen Ute Schuster, die jahrzehntelang in der Firma gearbeitet hat. Krämer steht auf Meetings und ist hightech-mäßig auf dem neuesten Stand, sie ahnt, dass das Unternehmen vor dem ganz großen "Change" steht und wirft nur so um sich mit englischen Fachbegriffen aus der modernen Arbeitswelt. Plötzlich erscheint vor ihrem geistigen Auge Ute Schuster (Stukenberg), eine Büroangestellte vom alten Schlag, die 26 Jahre lang für die Frühjahrsdeko in der Firma verantwortlich war. Und so entspinnt sich eine wahnwitzige Auseinandersetzung darüber, welche Auffassung von Arbeit die bessere ist.

Der besondere Reiz in der Inszenierung liegt darin, dass das Publikum - etwa 35 Leute passen in das kleine Zimmertheater - als "das Team" herhalten muss, mit dem ständig und oft improvisiert kommuniziert wird. Und es werden Situationen simuliert, die nahezu jeder kennt, der schon mal im Büro gearbeitet hat. Besonders schön sind die Geschichten rund um den Kopierer und die Spülmaschine, in denen mächtig über die "lieben Kollegen" abgelästert wird. 

Stukenberg und Gottwald sind ein eingespieltes Gespann, das mit viel Spielfreude ans Werk geht und es vermag, das Publikum mitzureißen. Da wird auch mal getanzt und gesungen, und die Idee, dass Stukenberg (als Chefin und Marionettenspielerin) Gottwald (als kleine Angestellte und Marionette) voll und ganz und im wahrsten Sinne des Wortes in der Hand hat, ist schlichtweg genial. Nach kurzweiligen 60 Minuten war Schluss, und das Publikum spendete herzlichen Applaus. (Matthias Witzel) +++


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