Das Podium stellte sich den Fragen der Ärzteschaft (v. l.): Jan Bendler, Dr. Anja Erler, Dr. Sigrid Stahl, Dr. Jens Mischak und Landrat Manfred Görig. Im Hintergrund die Karte mit den vier Teilräumen. - Foto: Gaby Richter

VOGELSBERGWohnortnahe medizinische Primärversorgung

Ärztliche Versorgung zukunftssicher gestalten

13.05.17 -

"Herausforderungen annehmen - Ärztliche Versorgung zukunftssicher gestalten" - unter diesem Motto stand die dritte Gesundheitskonferenz, zu der Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak nach Herbstein ins "Haus des Gastes" eingeladen hatte. Im Mittelpunkt sollten die Fragen stehen, wie die wohnortnahe medizinische Primärversorgung im Landkreis gesichert werden kann und welche Versorgungsstrukturen dazu notwendig sind. Es gebe bereits verschiedenste Modelle, die von Gesundheitszentren bis zur mobilen Patientenversorgung durch Gemeindeschwestern reichten. Über solche Ideen müsse geredet werden, um den „Vogelsberger Weg“ zu finden.

Dr. Sigrid Stahl von der Fachstelle für Gesundheitliche Versorgung stellte vor, was im Kreis bereits unternommen wurde und skizzierte die Erwartungen junger Mediziner: Diese bevorzugten flexible Arbeitszeiten, wollten lieber angestellt als selbstständig arbeiten, gerne im Team und mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Beruf, Freizeit und Familie. Um eine faktenbasierte Grundlage für die weitere Diskussion zu erhalten, hatte der Vogelsbergkreis eine Studie durchführen lassen, deren Ergebnisse auf der Konferenz von Dr. Antje Erler (Universität Frankfurt/Main) und Jan Bendler (Institut Quaestio, Bonn) präsentiert wurden. Diese Präsentation war der zentrale Punkt und wurde von der Ärzteschaft sehr kritisch diskutiert: Weil von der Kassenärztlichen Vereinigung keine Daten zur Verfügung gestellt worden waren, hatten die Forscher ihre Analysen auf Zahlen aufbauen müssen, die ihnen von der AOK geliefert worden waren - mit einem Versichertenanteil von 52 Prozent aller Vogelsberger zwar sehr aussagekräftig, doch nicht so belastbar wie von allen erhofft und gewünscht.

Gesundheitsdezernent Mischak stellt dem Plenum ...

Anhand ihrer Daten kamen die beiden zu folgenden Erkenntnissen: Etwa 60 Prozent der Vogelsberger gehen zu Hausärzten innerhalb der eigenen Gemeinde, 15 Prozent zu Ärzten innerhalb des Landkreises und 25 Prozent außerhalb des Kreises. Die Auswertung von Bewegungen von Patienten ergab, dass 90 Prozent ihren Arzt innerhalb von zehn Minuten erreichen können, pro Jahr summierten sich die Arztfahrten auf 76 Minuten pro Kopf.

Um auch zukünftig kurze Arztwege zu erhalten, wurden vier Teilregionen vorgeschlagen, innerhalb derer man sich über Lösungen vor Ort auseinandersetzen sollte. Der Vorschlag: Teilregion 1: Antrifttal, Romrod, Alsfeld, Schwalmtal und Grebenau; Teilregion 2: Schlitz, Lauterbach, Wartenberg und Lautertal; Teilregion 3: Herbstein, Grebenhain, Freiensteinau und Schotten; Teilregion 4: Ulrichstein, Feldatal, Mücke, Gemünden, Homberg und Kirtorf. Wobei Schotten einen Großteil an "Auspendlern" zu Ärzten im Nachbarkreis habe und deshalb gesondert betrachtet werden sollte.

Dr. Jens Mischak und Landrat Manfred Görig nahmen die Kritik an den zugrunde gelegten Daten an, hielten diese jedoch für belastbar genug, um mit dem entstandenen Modell weiter zu arbeiten: Man habe natürlich auf die besseren Daten der KV gehofft. Die vorgeschlagenen Teilregionen seien aber auch "nicht in Stein gemeißelt" und lediglich ein Vorschlag, den es nun gemeinsam zu überprüfen gelte. Nächster Schritt seien nun Gespräche in den Teilräumen, um dort jeweils passende Möglichkeiten für die Zukunft zu erarbeiten. Danach wolle man wieder in großer Runde zusammen kommen. Erste Gespräche sollen bereits Ende Mai/ Anfang Juni stattfinden, spätestens im Herbst soll mit der Umsetzung der konkreten Gesundheitsplanung begonnen werden.

Inzwischen konnte Folgendes geklärt werden: Der Studie liegen Daten der AOK Hessen zugrunde, die sich aus tagesgenauen Gebührenordnungspositionen ergeben, also Leistungen, die für einen Patienten X am Tag Y abgerechnet wurden. Die in der Diskussion angesprochenen fallbezogenen Daten waren nicht Gegenstand der Analyse. +++


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