Die siebenjährige Zoey mit ihrer Mama Tanja Hieronymus im begehbaren Herz in der Kinderakademie Fulda. - Fotos: Erich Gutberlet

FULDA Wunder gibt es immer wieder

Transplantiert: Die kleine Zoey hat ein Herz wie ein Löwe

23.05.17 - Der 21. Internationale Museumstag am Sonntag war eine prima Sache. Die mit Abstand schönste Geschichte aber, über die OSTHESSEN|NEWS in diesem Zusammenhang stolperte, hat mit Museen und Kultur nicht im Entferntesten etwas zu tun. Nämlich die Geschichte der kleinen Zoey, die beim Aktionstag in der Kinder-Akademie Fulda mit am Start war.

„Meine Kleine feiert heute ihren dritten Geburtstag“, sprudelte es im Eingangsbereich aus Tanja Hieronymus heraus, und sie deutete dabei auf ihre Tochter. ,Drei? Die ist doch mindestens sechs‘, war der erste ungläubige Gedanke. Knapp daneben: Denn Zoey Hieronymus ist bereits sieben und hat am Sonntag vor exakt drei Jahren ein Spenderherz eingepflanzt bekommen.

Zoey beim Spielen und Basteln mit ...

Die Siebenjährige wirkt an diesem Nachmittag wie ein ganz normales Kind. Zusammen mit ihren beiden älteren Brüdern und anderen Jungen und Mädchen baut sie aus Holzresten und anderen Materialien kleine Kunstobjekte. Oder sie zieht einem Holz-Esel, der irgendwo in der Ecke steht, am Schwanz. Immer dabei: ihre kleine, blonde Prinzessinnen-Puppe. – Nichts lässt erahnen, dass Zoey einmal durch die Hölle und wieder zurück gegangen ist.

Das begehbare Herz

Bei der Geburt wurde bei ihr ein schwerer Herzfehler diagnostiziert: Die linke Kammer, die das sauerstoffreiche Blut in den Körper pumpt, fehlte. Das Ärzte-Team um Professor Dr. Dietmar Schranz und Dr. Hakan Akintürk an der Uniklinik Gießen konnte den Hohlmuskel in mehreren Operationen zunächst so umgestalten, dass er den kleinen Körper anfangs gut versorgte. Zoey erholte sich schnell und durfte schließlich nach Hause. Doch im Frühjahr 2013 verschlechterte sich ihr Zustand aus unerklärlichen Gründen dramatisch, und die Kleine musste wieder zurück in die Klinik.

„Die Ärzte haben alle Therapieoptionen probiert“, erinnert sich die 40-jährige Mutter, „aber nichts hat geholfen. Und irgendwann war klar, dass nur noch eine Herztransplantation helfen kann.“ Was folgte, war der reinste Alptraum. Sage und schreibe 400 Tage lag Zoey in der Klinik – eine ganze Autostunde von zu Hause entfernt, denn die alleinerziehende Mutter von vier Kindern lebt eigentlich in Frankfurt.

„Jeder Tag war eine organisatorische Herausforderung. Für Selbstmitleid hatte ich überhaupt keine Zeit“, sagt Mama Tanja. „Zum Glück hat die Krankenkasse damals eine Haushaltshilfe finanziert, und unsere Freunde haben so gut, wie es eben ging, mitgeholfen.“ Dass sie damals nicht schier verzweifelt ist, habe nicht zuletzt an Zoeys Tapferkeit und Lebensfreude gelegen. „Sie hat sich in dieser Zeit nur selten beklagt, obwohl es ihr ganz schlecht ging. Die Haut war offen, und ihr sind die Haare ausgefallen.“ Die letzten zehn Monate vor der OP habe das Mädchen vor lauter Schwäche nichts mehr essen können und musste durch eine Nasensonde ernährt werden.

Am 21. Mai 2014 war es schließlich soweit: Ein Spenderherz war gefunden, und die Operation verlief ohne Komplikationen. Seither feiert Zoey an diesem Tag ein zweites Mal im Jahr ihren Geburtstag. Diesmal passender Weise in der Kinderakademie Fulda, wo bekanntlich das begehbare Herz Kinderherzen höher schlagen lässt. (Matthias Witzel) +++


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