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FULDA Tarifflucht der Autoindustrie?

IG Metall-Autokorso demonstriert für Arbeitnehmerrechte

19.09.17 - Die Mitarbeiter des hessischen Kfz-Handwerks sind sauer. Der Landesinnungsverband ihres Handwerks (Arbeitgeberseite) hat die Kündigung aller Tarifverträge mit der IG Metall angekündigt. Mit einem lautstark hupenden Autokorso haben mehrere hundert Protestler für die Rückkehr zu den Tarifverhandlungen demonstriert. Sie alle befürchten weniger Lohn, weniger Urlaub, mehr Wochenstunden und an sich schlechtere Arbeitsbedingungen.

"Es ist wichtig und richtig, dass wir hier heute stehen und ein Zeichen setzen", sagte der Bevollmächtigte der IG- Metall Robert Weißenbrunner vor dem Autohaus Kunzmann bei der Eröffnungskundgebung. "Wo kommen wir denn hin, wenn irgendein Verband einfach aus dem Tarifvertrag austritt, ohne die Betroffenen - nämlich uns - zu fragen? Wir müssen Sie das Fürchten lehren."

Langer Autokorso durch Fulda Fotos: Julius Böhm

Robert Weißenbrunnder, IG Metall Bevollmächtigter

Mit 75 Autos, Fahnen und Aufklebern klapperten die Metaller fünf weitere Autohäuser für vier Zwischen- und eine Abschlusskundgebung ab. Sie sprachen vor den Autohäusern die Mitarbeiter direkt an und kritisierten die Inhaber für deren Verhalten. Rund um den Demonstrationskonvoi kam es zu Verkehrsbehinderungen. Die Polizei sicherte die Autoschlange mit zwei Motorrädern und zwei mehreren Streifenwagen ab.


Aus Sicht der IG Metall ist eines klar: Die Automobilindustrie trete nur aus den Tarifverträgen aus, um schlussendlich durch Lohnkürzungen und Mehrarbeit Geld einzusparen, so Weißenbrunner. Nicht nur Mitarbeiter aus dem Kfz-Handwerk selbst, auch Kollegen von Zulieferern und anderen Gewerkschaften unterstützten die Demo in Fulda.

Auch Achim Kessler, hessischer Spitzenkandidat der Linkspartei, und Landratskandidat Wolfgang Lörcher waren vor Ort ...

Neben Landratskandidat Wolfang Lörcher (Linke) war auch der hessische Spitzenkandidat der Linkspartei für den Bundestag, Achim Kessler, vor Ort. Er schimpfte: "Mit der Kündigung aller Tarifverträge ist der Raubtierkapitalismus nun auch im Handwerk angekommen." Hessenweit seien 36.000 Mitarbeiter und 5.700 Auszubildende von der Kündigung betroffen. Statt der "Tarifflucht" fordert die IG Metall eine Lohnerhöhung von fünf Prozent. "Das Handwerk steht so gut da wie noch nie", findet Kessler, "deshalb ist diese Forderung auch gerechtfertigt."

Die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS bemüht sich um eine Stellungnahme des Landesverbandes Hessen im Kraftfahrzeuggewerbe und hat entsprechend angefragt. (Julius Böhm) +++



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