- Fotos: Privat

TANNFrühstückstreffen für Frauen

„Sage, was du meinst, aber sage es ohne zu verletzen“

08.11.17 - Die Herbstveranstaltung der FFF-Gruppe Tann (Rhön) "Frühstückstreffen für Frauen" am 28.10.2017 stand unter dem Motto „Kommunikation“. Claudia Pepper, Pastorin und Imageberaterin aus Berlin war als Referentin angereist und betitelte ihren Vortrag mit „Sage, was du meinst, aber sage es ohne zu verletzen“. Zunächst begrüßte Gerlinde Stumpf, stellvertretende Vorsitzende der FFF-Gruppe, die Zuhörerinnen in der ausverkauften Rhönhalle mit einem Beispiel, wie Kommunikation misslingen könne: "Eine Frau bittet ihren Mann, Brot zu kaufen und, wenn es auch Eier gäbe, acht mitzubringen. Später wunderte sie sich, denn ihr Mann brachte acht Brote mit." Genau dazu passe der Spruch von J.W. Goethe auf dem Tischkärtchen, das jede Frau mit nach Hause nehmen konnte: „Es hört doch nur jeder, was er versteht“.

Die Bühne der Rhönhalle war mit den verschiedenen Kommunikationsgeräten der Vergangenheit und Gegenwart bestückt, von einer alten Schulbank über ein Telefon mit Wählscheibe bis hin zu Computer und Tablet und dem Hinweis „Wir haben kein *W-Lan*! Redet miteinander, tut so, als sei es 1995.“ Auf den Tischen standen die unterschiedlichsten Kaffeekannen und waren mit bunten Herbstblumen geschmückt. Das Frauenfrühstück wurde musikalisch begleitet von Desiree und Janine Rausch, die am Klavier und mit der Querflöte die Melodien „Das fliegende Klassenzimmer“ und „Spirit“ spielten, sehr anmutig und in einer überraschenden Performance.

Nach dem  reichhaltigen Frühstück, zubereitet vom Team der Gaststätte Mihm, ging zunächst Stefanie Ehrhardt ans Mikrofon und berichtete offen und ganz persönlich wie sie zum Frauenfrühstück gekommen sei und Gottes Wegweisung in ihrem Leben erfahren hätte. Sie ermutigte alle Frauen, sich bewusst mit der Bibel zu beschäftigen. Darauf ging auch die Referentin, Claudia Pepper, ein, und erinnerte ihre Zuhörerinnen an unzählige Bibelstellen, in denen zu lesen sei, dass jeder Mensch ein geliebtes Kinder Gottes sei. "Gott lädt uns ein, sich auf seine Liebe zu verlassen und daraus Kraft zu tanken. Mit diesem Wissen, geliebt zu sein, entwickeln wir ein gesundes Selbstwertgefühl aus dem heraus Leben gelingen wird." 


In der Vorstellung eines Menschen solle ein perfektes Gespräch möglichst harmonisch sein und es beunruhige jeden zutiefst, wenn ein Gespräch in die Irre gehe, so Claudia Pepper. "Freundschaften scheitern und Ehen zerbrechen, wenn wir aneinander vorbeireden." Dabei gehe es anfänglich oft um Kleinigkeiten und weniger um schwerwiegende zwischenmenschliche Probleme.

Allerdings gäbe es auch unterschiedliche Kommunikationsstile, die besonders im Dialog zwischen Männern und Frauen deutlich würden. Für Männer stünden Fakten im Vordergrund, um die sie sich auch gerne wortgewaltig streiten würden – und nicht selten hinterher einmütig gemeinsam ein Bier trinken würden. Frauen seien mehr von Gefühlen geleitet, wollten Nähe erzeugen und möglichst einen Konsens mit vielen finden. Bei beiden Kommunikationsarten gäbe es kein richtig oder falsch, sie seien einfach nur unterschiedlich.

Auch in Familien würden unterschiedliche Umgangsarten gepflegt, wie Claudia Pepper aus ihrer eigenen Erfahrung berichtete. In ihrer Herkunftsfamilie sei der Umgangston von Ironie und Wortwitz geprägt, während in ihrer Schwiegerfamilie direkte, klare Aussagen üblich gewesen seien. Die Schwierigkeiten, die sich aus den unterschiedlichen Kommunikationsstilen ergeben hätten, brachten die Referentin vor vielen Jahren dazu, sich mit Marshall Rosenberg und seinen Thesen zur „Gewaltfreien Kommunikation“ auseinanderzusetzen. Dieser behauptet, Kommunikation würde gelingen, wenn man Bedürfnisse und Gefühle formuliert, ohne den anderen anzugreifen.

"Allerdings gilt es auch, genau hinzuschauen, was ein echtes Gefühl ist." Denn „Ärger“ sei kein echtes Gefühl, sondern die Folge von zum Beispiel Angst- oder Schamgefühlen. Folgende Tipps gab die Pastorin aus Berlin: "Vermeiden Sie Urteile – denn: Richte nicht, auf dass du nicht gerichtet wirst. Stellen Sie eine Situation dar, ohne zu bewerten und zu beurteilen. Fragen Sie sich, was war mein Bedürfnis in dieser Situation? Äußern Sie eine Bitte und bedenken Sie, dass eine Bitte keine Forderung ist."


Claudia Pepper schloss mit der Aussage: „Es bleibt immer die eigene Entscheidung, eine Situation mit Wohlwollen oder mit Aggression zu betrachten, jedoch können wir getrost andere ziehen lassen, wenn wir uns selber in der Liebe Gottes geborgen fühlen.“ Die Gesprächspause während des Vortrags wurde an allen Tischen zur regen Kommunikation untereinander genutzt. Die Grundlage boten die schriftlich formulierten Fragen der Referentin. Mit einer herzlichen Einladung für das Frühstückstreffen anlässlich des 20jährigen Jubiläums der FFF-Gruppe Tann am 24. März 2018 ließ Gerlinde Stumpf die Gäste wieder in ihren Alltag ziehen.

Im Unterschied zu den Frühstücks-Treffen der einzelnen Kirchengemeinden werden die Frühstücks-Treffen für Frauen in Deutschland e. V. von Frauen aus verschiedenen christlichen Kirchen und Gemeinden organisiert und immer in öffentlichen Räumen veranstaltet. Sie sind konfessionell unabhängig und wurden 1983 von einer Gruppe junger Frauen in Zürich ins Leben gerufen. Schon ein Jahr später wurde die Idee in Deutschland aufgenommen und inzwischen gibt es diese Treffen in über 200 Städten des Landes. Dabei geht die Initiative immer von Frauen vor Ort aus.  1998 fanden die ersten beiden Treffen der Frühstücksfrauen Tann statt, der einzigen FFF-Ortsgruppe im Landkreis Fulda. +++


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