Der Experte zu Fragen des demografischen Wandels, D. Winfried Kösters (l.), hatte die Moderation des Workshops mit 35 Teilnehmern übernommen - Fotos: A. Schlosser

EICHENZELLGemeinsam die Zukunft aktiv gestalten

4. Demografie-Workshop zu Entwicklungsperspektiven für den Landkreis Fulda

10.11.17 - Immer weniger Kinder, starke Wanderungsbewegungen vorwiegend junger Menschen und eine zunehmend ältere Bevölkerung, fehlende Fachkräfte und ein steigender Mobilitätsbedarf führen zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen. Der demografische Wandel betrifft jeden, irgendwann. Es besteht Handlungsbedarf. Je früher man sich darüber bewusst wird, desto größer sind die Chancen auf aktive Gestaltung.

Um aufzuklären und die Bevölkerung für die Folgen dieses Wandels zu sensibilisieren, aber auch um konkrete Aufgabenfelder zu umschreiben und gemeinsam Entwicklungsziele zu definieren, hatte der Landkreis Fulda in den Jahren 2013, 2014 und 2016 zu Demografie-Workshops in Weyhers, Dipperz und Schweben eingeladen. Am vergangenen Samstag fand die Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem Regionalforum Fulda Südwest im Eichenzeller Schlösschen ihre Fortsetzung. Die Moderation hatte wiederum Dr. Winfried Kösters, langjähriger Experte zu Fragen des demografischen Wandels und ehemaliger Berater der Bundesregierung, übernommen. Der Einladung waren 35 Teilnehmer aus Kommunalpolitik, Verwaltung, Wirtschaft, Kirchen und Ehrenamt gefolgt.

Nach der Begrüßung präsentierte der Fachdienstleiter Regionalentwicklung bei der Kreisverwaltung, Bruno Günkel, aktualisierte statistische Berechnungen. Dabei gab es eine Überraschung: Entgegen der bisherigen Annahmen gehe die Einwohnerzahl im Landkreis nicht zurück, sondern steige bis zum Jahr 2030 auf über 226.000 an. Der Grund seien vor allem Zuzüge. Hingegen gelte weiterhin, dass die Menschen im Landkreis Fulda älter und bunter würden. Daraus schlussfolgerte Günkel: „Keiner darf zurückbleiben!“ Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gebe es ungenutzte Potentiale bei Frauen, Älteren und Ausländer(innen). Daher müsse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ebenso gestärkt werden wie die Integration der Jungen gerade mit Migrationshintergrund.

Dr. Jens-Philipp Keil vom Fachdienst Regionalentwicklung blickte auf die bisherigen Demografie-Workshops zurück, wobei ein Schwergewicht auf die Veranstaltung im letzten Jahr mit den Themenfeldern Mobilität, Engagement, Infrastruktur und Integration lag. Dabei ging es jeweils um die Frage, welche Maßnahmen zwischenzeitlich tatsächlich initiiert, geplant und umgesetzt worden sind, die aus den vereinbarten Zielen abgeleitet wurden. Als weitere Handlungsfelder verständigte man sich auf Bildung/Lebenslanges Lernen und Wohnen. Hinzu kam Jugend. Auch hier legten die Teilnehmer Leit- und Jahresziele sowie konkrete Maßnahmen für 2018 fest, deren Realisierung dann beim nächsten Workshop voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2019 überprüft werden soll.


Die Verantwortlichen zeigten sich mit dem Besuch und den Ergebnisse des Workshops sehr zufrieden. Das gewählte Verfahren, für bestimmte Handlungsfelder Fern- und Nahziele zu definieren und aus diesen wiederum Maßnahmen abzuleiten, habe sich, so Bruno Günkel hervorragend bewährt. Nach seinen Worten leiste die Veranstaltungsreihe einen wichtigen Beitrag zur aktiven Gestaltung des demografischen Wandels in der Region, indem sie Entwicklungsperspektiven für den Landkreis Fulda aufzeige, bürgerschaftliche Aktivitäten fördere und die gemeinsame Identität stärke. Auch vom 4. Demografie-Workshop des Landkreises soll es eine ausführliche Dokumentation geben, die von Anke Schlosser, ebenfalls aus dem Fachdienst Regionalentwicklung, erstellt wird. +++


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