Erst in der vergangenen Woche tappte ein Wolf in eine Fotofalle bei Unterelsbach - Foto: Untere Naturschutzbehörde Rhön-Grabfeld

REGION Wolf tappt in Fotofalle

Bestätigte Wolfsmeldung in der Rhön: "Das Raubtier ist schon lange heimisch"

07.05.18 - „Der Wolf ist nicht erst vorgestern in der Rhön angekommen“, Peter Wagner (Name von der Redaktion geändert), hat die scheuen Raubtiere bereits vor Jahren in der Nähe der Hochrhönstraße gesehen. Zwei seien es damals gewesen, vor rund sechs Jahren, als er am späten Abend von einer Ansitz kam.

„Das war meine erste Wolfsbegegnung in dieser Gegend.“ Gefürchtet habe er sich nicht, als er die Tiere auf der Nachhausefahrt entdeckte. „Natürlich ist das etwas ganz Besonderes gewesen, aber, warum hätte ich Angst haben sollen?“ Wagner gehört zu den Menschen, die der Wiederansiedlung des Raubtieres Positiv entgegensieht. „In den darauffolgenden Jahren habe ich immer mal wieder Spuren von Wölfen entdeckt oder am Verhalten des Wildes in meinem Revier gemerkt, dass hier etwas sein muss.“ Wenn ein Wolf im Wald sei, so sagt er, würden sich die übrigen Tiere, beispielsweise Rehe, weitestgehend verziehen. „Da kann man stundenlang auf dem Hochsitz ausharren, man sieht einfach nichts.“ Außerdem sei das Wild besonders scheu und aufmerksam.

Gerade in den Frühlingsmonaten lockt diese ...Fotos: Miriam Rommel

Ganz hier in der Nähe sah ...

Vor einem Jahr dann, als er in der Dämmerung von einer Pirsch kam, stand plötzlich ein einzelner Wolf, nur rund 20 Meter von ihm entfernt, an einem Bachlauf. „Der hat sich mehr erschreckt als ich mich“, schmunzelt der erfahrene Jäger. Innerhalb von ein paar Sekunden sei das Tier wieder im Dickicht verschwunden. Seit Anfang März nun hat Wagner wieder vereinzelt Spuren in seinem Revier gefunden. „Letztens, als noch ein wenig Schnee lag, konnte ich sogar Fotos von Pfotenabdrücken machen.“ Stolz zeigt der Waidmann die Handybilder. Dass Meister Isegrim nun, lediglich wenige Kilometer von seinem Jagdrevier entfernt, in eine Fotofalle tappte, erstaunt ihn nicht. „Für einen Wolf sind fünf oder zehn Kilometer Strecke rein gar nichts. Bestimmt ist das dasselbe Tier, was seit März auch durch meinen Wald streift.“

Gerade in der Dämmerung oder in ...

Erst am Wochenende veröffentlichte die Untere Naturschutzbehörde Rhön-Grabfeld eine Pressemeldung bezüglich der Sichtung eines Wolfes im Bereich Unterelsbach. Seit dem 2.5.2018, so heißt es, gäbe es bestätigte Hinweise, die auf das Vorhandensein hindeuten, sogar ein Foto gibt es mittlerweile von dem Tier. Hinweise auf eine Gefährdung von Menschen bestünden nicht, lediglich Hundehaltern wird empfohlen, ihre Vierbeiner nicht in dem genannten Gebiet frei laufen zu lassen.

An vielen Stellen ist die Rhön ...

„Ich hoffe sehr, dass nun bei den Leuten keine Hysterie aufkommt“, sagt Wagner nachdenklich. Aus diesem Grund möchte er auch nicht, dass jeder weiß, wo genau sein Revier liegt. „Es gibt da nämlich zwei Sorten von Menschen: die, die in die Wälder strömen und die Tiere im schlechtesten Fall noch anfüttern und diejenigen, darunter auch einige Jäger, die in den Wölfen eine so große Bedrohung sehen, dass sie die Tiere sofort ausmerzen wollen.“ Beides, gibt er zu bedenken, sei falsch. „Einem Wanderer wird ein Wolf im Normalfall nie begegnen. Diese Raubtiere sind so scheu, dass man sie meistens gar nicht wahrnimmt.“ Aus dem Grund, so meint er, solle man auch nicht in die Natur eingreifen. Denn eines sei sicher, sagt er und zeigt stolz auf sein Jagdrevier: „viele von uns Jägern wissen es: hier bei uns streifen schon lange Wölfe unbemerkt durch die Rhön, nur sagen tut keiner was.“ (Miriam Rommel) +++


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