Der Ausbau der Strecke Hanau-Fulda wird schon lange gefordert, jetzt wird es konkret. - Fotos: privat / Christian P. Stadtfeld / ON-Archiv

WÄCHTERSBACHHeute Tag der Entscheidung!

MdB Brand zum DB-Ausbau Hanau-Fulda: "Zügige Umsetzung des Großprojekts"

15.06.18 - Die Gleise werden dringend benötigt. Die Strecke zwischen Hanau und Fulda ist eine der wichtigsten, aber auch am stärksten befahrenen Bahnstrecken in Deutschland. In diesem Streckenabschnitt verkehren tagtäglich zwischen 250 und 300 Nahverkehrs-, Fernverkehrs- und Güterzüge. Der Ausbau wird schon lange gefordert, jetzt wird es konkret. Heute stellt die Deutsche Bahn beim Dialogforum in Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis) ihre Trassenvariante vor und spricht schon vorab von einem "Meilenstein". Zu diesem Termin wird auch Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) erwartet. OSTHESSEN|NEWS hat dazu am Donnerstag mit dem Fuldaer Bundestagsabgeordneten Michael Brand (CDU) gesprochen. Er macht sich seit langem für den Ausbau stark.

O|N: Warum ist der Ausbau so wichtig?

BRAND: "Der ICE-Halt in Fulda ist ein Segen. Bei kaum einem anderen Projekt habe ich mich als Wahlkreisabgeordneter mehr reingehängt als bei diesem. Der Ausbau ist für uns in Osthessen von strategischer Bedeutung auf Jahrzehnte, für Mittelstand und Arbeitsplätze, für Pendler und Reisende, Tourismus und Tagungen.

Teile der Strecke wurden 2008 ja sogar zum überlasteten Schienenweg erklärt. Jetzt müssen bestehende Engpässe beseitigt, Kapazitäten erhöht und Fahrtzeiten verkürzt werden. Es geht auch darum, unsere Top-Verbindungen in der Mitte Deutschlands zu halten und auszubauen."

CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Brand setzt sich ...

O|N: Das Thema wird seit den 80er Jahren debattiert. Warum dauert das so lange?

BRAND: "Bei meinem Einzug in den Bundestag 2005 war der Ausbau auf dem absoluten Abstellgleis. Ich erinnere mich noch sehr genau: Als ich damals das Thema zu meiner obersten Priorität erklärt habe, wurde das 'Aus' von manchem regelrecht beschworen: 'Das wird nichts mehr. Steig´ runter von dem toten Gaul!' Die Abgesänge haben mich nie beeindruckt, im Gegenteil.

Und dass heute in Wächtersbach diese wichtige Entscheidung ansteht, löst bei mir echte Freude aus, auch ein Stückchen Stolz. Denn es war harte und meist stille Arbeit und es brauchte Verbündete auf allen Ebenen, um das Projekt im wahrsten Sinne wieder aufs Gleis zu setzen. Ich danke allen, die bis heute mitgeholfen haben - von den Kommunen, über das Land bis zum Bund, der IHK, den BIs, der Bahn."

Ein historisches Bild mit Ex-Bundesverkehrsminister ...

O|N: Gab es auf dem langen Weg eine entscheidende Weichenstellung, um im Bild zu bleiben?

BRAND: "Ja, das glaube ich schon. 2012 hat der damalige Verkehrsminister Ramsauer erstmals Finanzmittel des Bundes für die Planung zugesagt. Diesen Tag im Ministerbüro werde ich nie vergessen, das war ein echter Durchbruch, nach zum Teil nur kleinsten Fortschritten seit den 80er Jahren. Wir sprechen immerhin über ein Mammutprojekt, das zu den teuersten Infrastrukturprojekten bundesweit gehört. Das ist gut investiertes Geld."

O|N: Sie sprachen von "stiller Arbeit"? Still war es in den letzten Wochen wahrlich nicht, im Gegenteil: Aus dem Main-Kinzig-Kreis sind Sie zum Teil massiv kritisiert worden mit dem Vorwurf der politischen Einflussnahme?

BRAND: "Das sehe ich ausdrücklich als Lob! Ich bin Abgeordneter, kein Verwaltungsbeamter. Ich finde sogar, Abgeordnete sollten eine Meinung haben und sie gut begründen. Ich verstehe mich als Lobbyist meines Wahlkreises. Nicht Lautstärke, sondern Argumente zählen in diesem anspruchsvollen Verfahren. Dennoch habe ich auch viel Unterstützung aus dem Nachbarkreis erfahren. Dass alle Verantwortlichen in der Region Fulda eine gemeinsame Position gefunden haben, ist auch ein Wert an sich. Das Dialogforum hat in den letzten Jahren gut und transparent gearbeitet. Auch dort habe ich mich kontinuierlich eingebracht. Dass ich wegen der Präsenzpflicht in Berlin heute nicht bei der Streckenverkündung dabei sein kann, ist schon schade. Aber entscheidend ist, dass das richtige rauskommt."

O|N: Und was kommt raus, Variante IV oder VII?

BRAND: "Das weiß ich natürlich auch noch nicht. Die Argumente sprechen aus meiner Sicht für die IV: Diese Trasse hatte die geringste Beeinträchtigung der Schutzgüter Mensch und Natur. Von besonderer Bedeutung sind die Erschwernisse im Bahn- und Straßenverkehr sowie Beeinträchtigungen der Anwohner, von Flieden über Neuhof bis Kalbach. Auch hier schneidet die Variante IV besser ab."

O|N: Wie geht es jetzt weiter?

BRAND: "Es liegt noch eine steinige Wegstrecke bis zur Realisierung vor uns. Wir wollen eine zügige Umsetzung des Großprojekts. Ein besonderes Anliegen ist der bestmöglichste Lärmschutz auf Grundlage der Lärmvorsorgewerte, auch entlang der Bestandsstrecke im gesamten Landkreis Fulda, auch das Thema Barrierefreiheit an Bahnhöfen." (Christian P. Stadtfeld) +++


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