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Am Gackerstein - Fotos: Dieter Graulich

VOGELSBERGKREIS Zweitägige Exkursion in einzelne Kerngebiete

Maßnahmen des Naturschutzgroßprojektes Vogelsberg vorgestellt

11.07.18 - Im Rahmen einer zweitägigen Bereisung wurde jetzt Vertretern vom Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Bundesamt für Naturschutz, Hessischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Regierungspräsidium Gießen, Hessen Forst dem Vogelsbergkreis und verschiedenen Natur- und Umweltschutzverbänden Maßnahmen in einzelnen Kerngebieten des Naturschutzgroßprojektes Vogelsberg vorgestellt.

Bachrenaturierung Eichelhain

Das Hochmoor

Erstes Ziel war die Vorstellung der Eisenbachrenaturierung in Eichelhain. Die Vorsitzende des Trägervereins und Leiterin des Amtes für Wirtschaft und den ländliche Raum, Anja Püchner und Projektleiter Ruben Max Garchow informierten, dass durch die Entnahme von Wehranlagen, Abstürzen und anderen Bauwerken die ökologische Durchgängigkeit im Bereich Eichelhain und Eichenrod wiederhergestellt wurde. Durch hohe Abstürze war der Eisenbach weitgehend unpassierbar für wandernde Fischarten wie Groppe oder Bachforelle. Zum Teil wurden Sohlenverbaue entfernt, welche dazu führten, dass der Bachlauf nicht natürlich mäandrieren konnte, wodurch die Fließgeschwindigkeit des Gewässers erhöht wurde.

Maßnahmen zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit von Fließgewässern in Wegedurchlässe im Wald und die Gilgbachquelle waren nächstes Ziel. fünf Verrohrungen des Gilgbaches im Hauptlauf wurden entfernt beziehungsweise ersetzt. Nahe der auf 700 Meter Höhe liegenden Quelle wurde eine Verrohrung entnommen. Rhönquellschnecke und Alpenstrudelwurm kommen hier vor, beide Arten brauchen unbeeinträchtigte, naturnahe Waldquellen. Der Gilgbach beherbergt zudem die seltene Steinfliegenlarve.

Am Lattenbruch

Bergmähwiesenpfad Herchenhain

Prozessschutz Wald

Biberhabitat

Obermooser Teich

Gilgbachquelle

Eine Flachlandmähwiese auf der langen Galle bei Rudingshain stellte Projektleiter Garchow im Anschluss vor. Die drei Hektar große Wiese des Bewirtschafter Biolandwirt Nikolai Hampel aus Rudingshain liegt auf etwa 600 Metern und hat seltene Pflanzenarten. Sie soll in den nächsten Wochen erstmalig durch das Naturschutzgroßprojekt gedroschen werden.

Am Geotop Gackerstein im Kerngebiet Oberweide bei Breungeshain erhielten die Teilnehmer Erläuterungen über die Arbeiten der letzten Jahre. So wurden 2016 Heidelbeeren zurückgeschnitten und Einzelbüsche entfernt. Danach erfolgte eine zweimalige Beweidung im Jahr durch Schafe in Hütehaltung. Ziel dieser Maßnahmen sind die Erhaltung und Entwicklung der gefährdeten montanen Pflanzengesellschaften zusammen mit der standorts- und nutzungsgebundenen Tierwelt.

Flachlandmähwiese Rudingshain

Unterhalb des Hoherodskopfes

Ein Höhepunkt der Exkursion war am zweiten Tag die Vorstellung der Renaturierung des Hochmoors „Breungeshainer Heide“. Deutlich war nach acht Monaten die Wiedervernässung durch Einbau von Spundwanddämmen in die ehemaligen Torfstiche und Entwässerungsgräben mit insgesamt 53 Bauwerken zu sehen. Neben dem Roten Moor in der Rhön ist die „Breungeshainer Heide“ das einzige weitere Hochmoor in Hessen mit etwa vier ha Gesamtfläche. Neben dem Eibau der Spunddammwände hatte es auch eine Mahd der Pfeifengrasbulte gegeben und ein Teil des Karpatenbirkenwalds war entfernt worden.

Im Kerngebiet „Am Taufstein“ wurde die Renaturierung des Übergangsmoors „Lattenbruch“ durch Entnahme von Fichten in den Jahren 2015 bis 2017 informiert. Mithilfe von Rückepferden geschah dies im Winter 2016/2017 um den empfindliche Moorboden zu schonen.

Große Probleme gibt es im Hohen Vogelsberg auf den Bergmähwiesen mit den Lupinen. Im Kerngebiet „Herchenhainer Höhe“ erläuterte Projektleiter Garchow am Beispiel einer etwa acht ha großen Bergmähwiese die Neophyten Bekämpfung. Hier wurde in den Jahren 2015, 2016 und 2017 die Vielblättrige Lupine entfernt, die zuvor etwa 30 Prozent der Fläche bedeckt hatten. Aufgrund des Vorkommens vieler seltener Pflanzen und Gräser wurde die Fläche im Sommer 2018 erstmalig gedroschen und so wertvoller Wiesendrusch gewonnen. 2017 wurde hier im Rahmen des Bergmähwiesenfestes der 9 Kilometer lange Bergmähwiesenpfad eröffnet, der inzwischen zu einem „Premiumwanderweg“ ausgewiesen ist.

Abschluss der zweitägigen Exkursion waren die Kerngebiete Östlicher hoher Vogelsberg, mit der Vorstellung der Wald-Prozessschutzfläche bei der eine naturnahe Entwicklung auf einer etwa 28 Hektar großen Buchenwaldfläche ohne menschliches Zutun angestrebt wird und „Waaggraben und Schwarza bei Vaitshain“ mit Maßnahmen im „Wiesenbrüter- und Biberhabitat“. Langfristig soll hier für den im Umfeld bereits angesiedelten Biber ein geeigneter Lebensraum geschaffen werden um Konflikte mit dem umliegenden Grünland zu minimieren. Gebietsfremde Baumarten sollen entnommen werden. Grünlandbrachen sollen langfristig durch Beweidung instandgesetzt werden und Ansitzwarten für Wiesenbrüter installiert werden, insbesondere soll die Entwicklung eines geeigneten Habitats für das Braunkehlchen erreicht werden. Dank für die umfassenden Informationen und Erläuterungen der Projekte erhielt das Projektteam nach der Vorstellung der durchgeführten Entbuschung und des aktuellen Zustandes am Ober-Mooser Teich durch gebietsfremder Bäume im Winter 2016/2017 zur Erhaltung und Entwicklung des Feuchtbiotops als Standort seltener Pflanzenarten. (gr)+++

Mittagspause


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