- Fotos: privat

UNTERWEISSENBRUNN Der Weg ist das Ziel

Zwei Feldapotheker mit ihren Simson Mopeds auf dem Weg zum Großglockner

PS: Die Feldapotheke Unterweißenbrunn e.V. ist ein angesehener Jugendclub im Ort, in der Gemeinde Bischofsheim und im Umkreis der oberen Rhön. Es werden jährlich viele Events auf die Beine gestellt.

09.10.18 - Alles begann aus einer Bierlaune heraus, auf einer Geburtstagsfeier im November 2017. Frank Luger (21, 1. Vorstand der Feldapotheke Unterweißenbrunn) warf in den Raum, dass er im Sommer mit einem Simson-Moped nach Italien fahren möchte. Jochen Schöppner (20) stimmte sofort mit ein. Denn normal Urlaub machen, kann jeder. Problem an diesem Vorhaben war, das keiner der beiden überhaupt ein Moped besaß.

Gesagt, getan - die beiden jungen Männer aus der Rhön beschreiben nachfolgend ihre Tour: "Beide kauften sich, kurzerhand, je eine Simson S 51. Nun wurde in den darauffolgenden Wochen und Monaten das ganze Moped auseinander gebaut, neu lackiert, wieder zusammengebaut, Probefahrten durchgeführt und sehr häufig wieder daran herumgeschraubt. Stellenweise lagen die Nerven blank, weil unvorhergesehene Probleme, die beiden fast zum Wahnsinn trieben. Auch der Postbote brachte wochenlang, fast jeden Tag, ein neues Päckchen. Familie und Freunde belächelten das Vorhaben und keiner rechnete irgendwie damit, dass Frank Luger und Jochen Schöppner wirklich ihr Ziel erreichen würden.

Zwei Wochen vor dem geplanten Termin wurde sich zusammen gesetzt und die tägliche Route ausgetüfftelt. Eine Woche vor dem Termin wurden dann schon mal die Mopeds mit sehr vielen Ersatzteilen ausgestattet (sogar ein kompletter Motor sollte mit auf Reisen gehen), Campingausrüstung und Kleidung bestückt, um schon mal eine Probefahrt durchzuführen. Es sah aus, als wären die Mopeds hoffnungslos überladen.

Am Samstag ging es dann morgens um 6 Uhr in Unterweißenbrunn los. Beide Fahrer wurden von ihren Familien verabschiedet. Sie kamen bis Oettingen, da mussten sie dann nach dem Tanken schon das erste Mal schrauben, da sich der Vergaser von Jochen Schöppners Simson zugesetzt hatte. Zwei Stunden hielt die Beiden diese Schrauberei auf. Weiter ging es dann bis Türkheim im Unterallgäu, wo sie gegen 17.30 Uhr ankamen und sich eine Unterkunft suchten. 350 Kilometer waren somit am ersten Tag absolviert.

Am zweiten Tag ging es um 7.30 Uhr weiter zur Alpenüberquerung über den Fernpass Österreichs. Anschließend wurde der Reschenpass, Richtung Italien, in Angriff genommen. Man beschloss am Reschensee zu übernachten. Jochens Zündschloss gab kurz nach der Ankunft den Geist auf. 90 Minuteen war man dann damit beschäftigt, ein Quatier zu suchen, welches man ca. 15 km vom Reschensee entfernt in Mals fand. Weitere 220 Kilometer waren somit an diesem Tag geschafft.

Am dritten Tag sollte nun der Gardasee erreicht werden, wo Franks Bruder mit Familie Campingurlaub machte. Es ging morgens erneut um halb acht auf die Reise. Doch an den italienischen verkehr mussten sich beide erstmal gewöhnen, denn war im Vergleich zum heimischen Verkehr sehr nervig und hektisch. Ohne Vorankündigung befanden sich die beiden mehrmals auf Schnellstraßen, welche sie eigentlich gar nicht befahren durften. Aber egal – wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ziel war schließlich der Campingplatz in Lazise. Letztendlich hatte man an diesem Tag noch einmal 250 Kilometer zurückgelegt. Jochen und Frank verbrachten vier schöne, erholsame Tage am Strand.

Am Samstag, ging es dann schließlich um 7 Uhr weiter in Richtung Bozen über den Brennerpass. Durch Brixen ging es nach Obervinte auf die Sonnenstraße nach Terenten. Weiter ging es über Lienz nach Heiligenblut. Dort kamen die beiden um 17.30 Uhr an und suchten sich eine Unterkunft. Die nächsten 326 Kilometer hatten die beiden mit Bravur gemeistert.

Der Sonntag verlangte Mensch und Maschine einiges ab. Es ging eigentlich nur bergauf und es konnte fast nur im 1. Gang gefahren werden. Es ging um neun Uhr los auf die Hochalpenstraße zur Kaiser Franz Josef Höhe (2.369 Meter). Somit war das vorgenommene Ziel erreicht. Dort hatte man einen direkten Blick auf den Großglockner. Ein Bild mit der Fahne der Feldapotheke musste unbedingt gemacht werden. Unterwegs wollte ein deutscher Autofahrer unbedingt ein Bild mit den beiden machen, weil ihm das sonst niemand glauben würde, wenn er zu Hause erzählt, das er zwei Simsonfahrer auf den Weg zum Großglockner getroffen hat. Weiter ging es zur Edelweißhütte (2.500 Meter), wo die beiden, sich ein Quartier reserviert hatten. Frank musste zwei Anläufe und die Beine zur Hilfe nehmen, um überhaupt nach oben zu kommen. Oben wurde er von anderen Motorrad- und Autofahrern jubelnd begrüßt.

Am Montag ging es um acht Uhr erneut auf die Reise. Dieser Tag stand ganz im Gegensatz zum vorherigen Tag. Es ging über 30 Kilometer nur bergab. Beide mussten zwei Pausen einlegen, weil die Bremsen zu heiß wurden. Es ging über Waldkraiburg, Neustadt a.d.Donau nach Beilngries. Nach 303 Kilometern an diesem Tag war dann die Unterkunft endlich erreicht. Am darauffolgenden Tag sollte in die Heimat in die schöne Rhön zurückgekehrt werden. Nach ca. 220 Kilometern konnten beide Feldapothekler von ihren Familien in Unterweißenbrunn mit kleinem Empfang herzlich begrüßt werden.

Frank Luger und Jochen Schöppner haben etwas erreicht, was ihnen so gut wie keiner zugetraut hatte und was auch keiner so schnell nachmachen wird. 1900 Kilometer, purer Simson-Fahrspaß. Sie haben unterwegs von vielen Motorradfahrern, Autofahrern, Urlaubern und Einheimischen viel Anerkennung und Respekt erfahren dürfen und werden so einige schöne Momente mitnehmen, welche sie ein Leben lang, an diese Tour erinnern wird. Auch Familie und Freunde wurden eines Besseren belehrt. Die nächste Tour ist ebenfalls schon in Planung: Es geht nach in die niederländische Hauptstadt nach Amsterdam." (pm) +++


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