- Fotos: Gudrun Schmidl

ROTENBURG/F. Schönes gestalten, Bewährtes erhalten

Brigitte Wollenweber realisiert ihre Geschäftsidee im Pop-up-Store

Pop-up-Stores sind vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien und Großbritannien verbreitet. Mittlerweile sind Pop-up-Stores in deutschen Großstädten wie Berlin, München, Hamburg oder Köln, aber auch in kleineren Städten ein gelebtes Konzept, leer stehende Läden mit einem attraktiven Angebot zu bestücken und damit dem Leerstand entgegenzuwirken.

07.12.18 - Die Nähmaschine und der große Arbeitstisch bilden den Mittelpunkt des kleinen Kreativladens im Steinweg in Rotenburg an der Fulda. Brigitte Wollenweber hat sich hier einen lang gehegten, persönlichen Traum von einem eigenen Laden – vorerst zeitlich begrenzt – erfüllt. Sie profitiert mit ihrer Geschäftsidee von dem Angebot der Marketing- und Stadtentwicklungsgesellschaft Rotenburg (MER), mindestens sechs Wochen lang eine leer stehende Ladenfläche in der Rotenburger Innenstadt kostenfrei zu nutzen. Sollte die eigene Geschäftsidee nach sechs Wochen gut angelaufen sein, kann die Laufzeit für den „Pop-up-Store“ bis maximal ein Jahr verlängert werden.

Ihre Geschäftsidee und ihr Angebot kommen sehr gut an, denn Nähen liegt im Trend. Die angepeilten sechs Wochen sind längst rum. In Absprache mit MER-Geschäftsführer Torben Schäfer öffnet sie ihren Kreativladen mindestens bis zum Jahresende. Sie schaut auch schon nach vorn: „Ich habe große Lust, im kommenden Jahr weiterzumachen“. Das ist verständlich, denn ihre Nähworkshops, bei denen aktuell Sterne in Patchworktechnik gefertigt werden, waren und sind allesamt ausgebucht. Der Stricktreff erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit. Ihr kleines, aber feines Angebot von jahreszeitlich passender Dekoration ist vor der Eingangstür und im Schaufenster ausgestellt oder wird an den Balken hängend zur Geltung gebracht. Eine Auswahl festlicher Stoffe und Wolle bereichern das Angebot. Viele Rotenburger und Gäste der Stadt haben den Kreativladen längst für sich entdeckt.   

Brigitte Wollenweber war schon immer ein sehr kreativer Mensch, machte ihre Leidenschaft zum Beruf. Als Fachlehrerin für Textiles Gestalten hat sie an der damaligen Nordschule in Bad Hersfeld ein Jahr lang gelehrt, bevor sie weitere 25 Berufsjahre lang die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Geistal in Bad Hersfeld für praktische Arbeit begeistern konnte. Zwischenzeitlich war sie an die Mittelpunktschule Friedlos, jetzt Fuldatalschule, abgeordnet. Als Zweitfach unterrichtete die agile Pädagogin Sport.

Sportlich ist das Vorhaben der Ersröderin, die mit Familie, Haus und Garten schon gut ausgelastet ist, nach dem Ausscheiden aus dem Schuldienst einen eigenen Laden zu führen. Sie weiß schon längst, was ihr, wenn alles zu viel wird, hilft: „Wenn ich an der Nähmaschine sitze, kann ich alles vergessen. Wenn nichts mehr geht, nähen geht immer noch“. Mit großer Freude kümmert sie sich, wann immer nötig, um ihre drei Enkelkinder. Enkeltochter Leonie, inzwischen 15 Jahre alt, hat die Kreativität und geschickten Hände ihrer Oma offensichtlich vererbt bekommen. Sie kommt gern mit in Omas Laden.

Brigitte Wollenweber sprüht vor Ideen, „die von ganz allein kommen“. Sie lässt sich auch gern von Reportagen und kreativen Beispielen in Fachzeitschriften inspirieren. Trotzdem ist es ein großer Unterschied, mit den eigenen Ideen in die Öffentlichkeit zu gehen. „Es war ein Sprung ins kalte Wasser. Ich wusste nicht, ob ich damit klar komme“. Von ihren Töchtern Nadine und Corinna wurde sie anfangs sehr ermutigt und sie selbst hat ihren Mut nicht bereut. Im Gegenteil. „Inzwischen habe ich ein Gefühl entwickelt, was die Menschen anspricht“. Ihr Konzept: „Schönes gestalten, Bewährtes erhalten“ geht vollends auf.

Noch wirkt der Kreativladen verständlicherweise etwas provisorisch, was dem Charme aber keinen Abbruch tut. Der Verkaufswagen, den Brigitte Wollenweber seinerzeit bei der Auflösung des Haushaltswarengeschäftes Fleischhut „ehemals um die Ecke“ gekauft hat, steht neben dem Nähtisch, aber auch für ihre lang gehegte Hoffnung, dass sie ihn irgendwann gebrauchen kann. Ein weiteres Regal hat sie in weiser Voraussicht aus dem Bestand der Drogerie „Ihr Platz“ erstanden. Mit ihrem Konzept, das sie weiter ausbauen und vervollständigen will, will sie im neuen Jahr gerne durchstarten. (Gudrun Schmidl) +++


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