Das Aktivbündnis Waldhessen verfolgt mit Argusaugen die Pläne der Bahn. - Archivfoto: Hans-Hubertus Braune

BAD HERSFELD Macht die Bahn Druck?

Aktivbündnis ist auf der Hut: Initiativen formulieren ernste Kritik

06.12.18 - Die Deutsche Bahn (DB) Netz AG plant einen Streckenneubau für die Verbindung von Fulda nach Erfurt (OSTHESSEN|NEWS berichtete mehrfach). Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Suche und Planung von solchen Strecken, wie auch andernorts, gemeinsam mit den betroffenen Interessensgruppen der Region, wie Parteien, Behörden, Verbänden, Gewerkschaften und nicht zuletzt Bürgerinitiativen, im Dialog erfolgen soll.

Ziel soll sein, eine möglichst für alle akzeptable Lösung für den Streckenverlauf zu finden. Der Dialog wird in sogenannten „Beteiligungsforen“ (BTF) geführt, die von der DB organisiert werden. Zehn regionale Bürgerinitiativen haben sich zum Aktivbündnis Waldhessen zusammengeschlossen und engagieren sich gemeinsam im Forum.

„Beim zweiten Treffen im November hat die Bahn nach Untersuchung der technischen Machbarkeit lediglich vier Alternativen für die Abzweige von der bestehenden ICE-Strecke Fulda-Kassel vorgestellt. Damit hat die DB bereits entscheidende Vorgaben auch für mögliche Streckenführungen definiert“, heißt es vonseiten des Aktivbündnisses Waldhessen. „Das frühere Versprechen des Bundesverkehrsministeriums, keine Streckenführung durch das Geistal und Bad Hersfeld als ICE-Haltepunkt, scheint wieder in Frage gestellt.“ Das Aktivbündnis verstehe das Vorgehen der Bahn als „voreilige Beschränkung des Suchraumes“. Eine im ersten Treffen diskutierte Erweiterung nach Norden und Osten wurde sei gar nicht erst untersucht worden.

Die Vertreter der Initiativen im Aktivbündnis trafen sich jetzt, um ihr weiteres Vorgehen abzustimmen. Die DB wird nun aufgefordert, die Erweiterung des Suchraumes vorzunehmen und dort entsprechende Untersuchungen zu Alternativen einzuleiten.

Die Initiativen kritisieren besonders den Terminplan der DB, schon im Frühjahr 2019 in konkrete Vorbereitungen von Genehmigungsverfahren einzutreten. Hier bestehe der Verdacht, dass mit zeitlichem Druck die gemeinsame Arbeit eingeschränkt, den Initiativen eine ausreichende Möglichkeit der Entwicklung von Alternativen genommen und die Beschaffung von Fachwissen verhindert werden sollen. „Mit seinem Vorgehen verletzt die DB das gemeinsam beschlossene Selbstverständnis des Dialoges“, erklärt der Sprecher des Bündnisses, Paul Niewerth.

Bis zum nächsten Beteiligungsforum im März hat das Aktivbündnis jede Menge Termine geplant. Fachleute für Streckenführung werden genauso eingebunden wie Politiker und Kommunen. Man werde auf allen möglichen Ebenen tätig und sich auch verstärkt um die Kommunikation nach außen bemühen.

„Die Menschen in der Region dürfen sich nicht entspannt zurücklehnen. Eine Trasse durchs Geistal ist immer noch genauso möglich wie eine durchs Fulda- oder Haunetal“, warnt das Bündnis. Und dabei sei völlig unsicher, ob Bad Hersfeld dauerhaft ICE-Halt an der neuen Strecke werde. Keinen Zweifel lasse die Bahn daran, dass die neue Trasse in der Nacht ausschließlich von Güterzügen befahren wird. Als Knotenpunkt wichtiger Straßenfernverbindungen sei die Region ohnehin über Gebühr belastet. (pm) +++


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