Schild mit Name des neuen Sprengels - Fotos: privat

BAD HERSFELD Pröpstin Sabine Kropf-Brandau im Interview

Sprengel Hersfeld aufgelöst: "Den Wandel müssen wir gemeinsam durchstehen"

05.01.19 - Die Kirchen werden leerer, ebenso die Kassen: Der Sprengel Hersfeld der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck wurde zum Jahresbeginn aufgelöst, der neue Sprengel Hanau-Hersfeld fasst die Kirchenkreise Hersfeld, Rotenburg und Schmalkalden zusammen. Dabei ist der Mitgliederschwund im ländlichen Bad Hersfeld noch am geringsten, meint Pröpstin Sabine Kropf-Brandau im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Sie muss nun auf einen Schlag 100 weitere Seelsorger betreuen. Nach Rezepten, die altehrwürdige Kirche für junge Menschen attraktiver zu machen, wird gesucht.

Pröpstin Sabine Kropf-Brandau

Regionalbischöfin Sabine Kropf-Brandau ist Seelsorgerin der Pfarrerinnen und Pfarrer und kennt die Stimmung an der Basis: "Den Mitgliederschwund bedauern die Geistlichen am meisten: Man verliert heute auch ältere Menschen, die man getauft und getraut hat. Es entwickelt sich eine Solidarität unter den Gläubigen, die bleiben. Wir könenn den Wandel aber nicht aufhalten, wir müssen ihn gemeinsam durchstehen." Nicht nur die Gesellschaft, auch die Altersstruktur des Kirchenpersonals verändert sich: "Wir müssen bis 2026 mit 400 Gemeindepfarrern auskommen - jetzt sind es noch 150 mehr. Bis dahin scheiden viele aus Altersgründen aus. Gleichzeitig hat der Mitgliederschwund auch vor unserer Kirche nicht Halt gemacht: Im Jahr 2000 hatten wir noch eine Million Mitglieder, in 2018 waren es nur noch 800.000. Ein Fünftel der Gläubigen hat uns verlassen in dieser Zeit."

Die Sprengel der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck sind Wirkungsbereiche der Regionalbischöfe, die in großen Kirchen existieren, um bischöfliche Aufgaben zu delegieren. Die Umstrukturierung dieser Wirkungsbereiche war eigentlich erst 2026 angedacht, durch personelle Veränderungen hat die Landessynode die Umstellung aber schon für 2019 beschlossen: "Auf den ersten Blick wirkt es widersinnig, gerade Hersfeld aufzulösen - im ländlichen Raum gibt es den geringsten Mitgliederschwund. Gerade im Vergleich mit Kassel und Hanau - dort braucht es auch eine ganz andere Ansprache der Menschen. Aber geografisch lässt sich dieser Sprengel einfacher umstrukturieren", so Kropf-Brandau. Für die Pröpstin, die neben seelsorgerischen Tätigkeiten auch Kirchenvorstände berät und diversen Ausschüssen der Landeskirche angehört, bedeutet die Umstellung vor allem mehr Arbeit: "Aus vier Sprengeln unserer Landeskirche werden drei: Hersfeld, Waldeck-Marburg - und Kassel. Das bedeutet für mich vor allem längere Fahrstrecken zur nächsten Gemeinde, da auch ein Propst wegfällt. Wir verbliebenen Regionalbischöfe haben uns deswegen schon zusammengesetzt und überlegt, welche unserer Tätigkeiten wir einstellen müssen."

Trotz Mitgliederschwund hofft Kropf-Brandau darauf, dass die zeitlose Botschaft der Kirche wieder mehr Anklang finden wird: "Die Pfarrer entwickeln inzwischen gemeinsame Konzepte, gerade im Bereich Gottesdienst gibt es viel Innovatives, das die Menschen direkter anspricht. Wir haben in Bad Hersfeld gute Erfahrungen mit der Veranstaltung 'Bibel to go' gemacht, in der Stadtkirche hat das Event 'Tränenschwer und federleicht' gezeigt, dass andere Formate gewünscht werden." (Marius Auth) +++


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