Die Ermittler haben am Dienstagmittag auf der Pressekonferenz im BKA informiert: Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk (re.) und die Leiterin der Abteilung 'Schwere und Organisierte Kriminalität' im Bundeskriminalamt, Dr. Sabine Vogt (li.). - Foto: picture alliance/Foto Huebner

HOMBERG (OHM) BKA-Festnahme im Vogelsbergkreis

20-jähriger Schüler gesteht Daten-Klau an Promis und Politikern

09.01.19 - Fahndungserfolg! Der 20-jährige Schüler aus dem Vogelsbergkreis hat die Hacker-Angriffe auf Spitzenpolitiker, Prominente und Journalisten gestanden. Das erklärten die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt (BKA) auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Dienstagmittag in Wiesbaden. "Er hat die Tatvorwürfe umfassend eingeräumt und Aufklärungshilfe geleistet. Jetzt werden die sichergestellten Daten ausgewertet", erklärte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) und betonte: "Es ist aktuell noch zu früh, etwas zum Motiv zu sagen.

Angeblich habe er sich über Aussagen der ausgespähten Personen "geärgert". Er agierte alleine. Hinweise auf eine Beteiligung Dritter erbrachten die Ermittlungen bislang nicht. Sehr "komplexe Ermittlungen" seien vorausgegangen und führten schließlich zur Festnahme. Da keine Fluchtgefahr bestehe, sei der junge Mann seit Montagabend wieder auf freiem Fuß.

Ermittelt wird wegen des "Verdachts des Ausspähens und der unberechtigten Veröffentlichung personenbezogener Daten von Politikern, Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens". Die Leiterin der Abteilung 'Schwere und Organisierte Kriminalität' im Bundeskriminalamt, Dr. Sabine Vogt, erklärte: "Wir gehen derzeit von 1.000 Betroffenen aus und haben nach Bekanntwerden sofort eine 'Besondere Aufbauorganisation' eingerichtet, mit dem Ziel den oder die Täter schnell zu identifizieren und die Betroffenen, darunter auch Schutzpersonen, umfassend zur informieren und weitere Maßnahmen einzuleiten." Kriminaldirektor Heiko Löhr ist Polizeiführer in diesem Fall. Er ergänzte: "Vor uns liegt noch sehr viel Ermittlungsarbeit."

Wer ist der Tatverdächtige?

Foto: Pixabay

Der junge Mann wird laut BILD als Nerd beschrieben, der wohl wenig Freunde hat. Es handelt sich um einen 20 Jahre alten Mann aus Mittelhessen, der deutscher Staatsbürger und nicht vorbestraft ist. Nach Medieninformationen kommt er aus der Vogelsbergstadt Homberg (Ohm) und wohnt laut den Ermittlern noch bei seinen Eltern. Oberstaatsanwalt Ungefuk sprach von einem "computeraffinen Heranwachsenden", der nicht über eine Informatiker-Ausbildung verfüge und sich mit viel Zeit in die Hacker-Szene eingearbeitet habe. "Das geht nur mit Zeit und einem Interesse."

Horst Seehofer: "Können keine absolute Sicherheit versprechen!"

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Archivfoto: Hendrik Urbin

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) stellte sich am Nachmittag den Fragen der Bundespressekonferenz in Berlin. Er sprach zunächst von einem "Ermittlungserfolg der Behörden" und betonte: "Wir machen in dieser so wichtigen Angelegenheit unsere Arbeit." Der Vorfall sei für die Betroffenen schmerzhaft, aber es gebe deshalb im Grundsatz "keine Veränderung der Sicherheitslage im Land". Wichtig sei, dass alle riskobewusst handelten. "Ein Fall wie dieser darf sich nicht wiederholen. Dafür setzen wir bereits weitere Maßnahmen in der Cybersicherheit um", so der Minister. "Wir tun das höchstmöglichste für die Sicherheit der Bürger, können aber keine absolute Sicherheit versprechen."  

Rückblick auf die ersten Meldungen

Im Hacker-Skandal klickten am Sonntagabend (06.01.) die Handschellen. Das BKA durchsuchte die Wohnung eines 20-jährigen Schülers aus Mittelhessen, beschlagnahmte technische Geräte und nahm ihn vorläufig fest. Das teilten die Sicherheitsbehörden am Dienstagmorgen mit. Der genaue Wohnort wurde nicht bekannt gegeben - aus Rücksicht auf sein Alter.

Über einen 19 Jahre alten Zeugen aus Heilbronn, der stundenlang verhört wurde, waren die Ermittler schließlich an den Mann aus Hessen, der im Netz und bei Twitter unter den Namen "G0d" und "@_Orbit" auftrat, gekommen. In Hessen waren mehr als 60 Spitzenpolitiker von dem Leak betroffen, darunter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), Grünen-Chef Kai Klose, Oppositionsführer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) und Linken-Fraktionschefin Janine Wissler. (Christian P. Stadtfeld) +++


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