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Das Finanzamt in Bad Hersfeld - Foto: Gerhard Manns

REGION Lohnsteuer-kompakt.de testet

Letzter Platz: Finanzamt Bad Hersfeld braucht deutschlandweit am längsten

23.01.19 - Das passt so gar nicht in eine Stadt, die "smart" sein will: Laut einer Datenerhebung des Portals "Online-Steuererklärung Lohnsteuer-kompakt.de" sind die Sachbearbeiter vom Finanzamt in Bad Hersfeld deutschlandweit die Langsamsten. "Am längsten brauchten 2018 indes die Finanzbeamte des hessischen Finanzamtes Hersfeld-Rotenburg Verwaltungsstelle Bad Hersfeld mit einer durchschnittlichen Bearbeitungsdauer von 89,6 Tagen. Sprich: Steuerpflichtige müssen dort im Schnitt gut drei Monate auf eine Steuererstattung warten", schreibt das Portal in einer Pressemitteilung.

Die Oberfianzdirektion in Frankfurt am Main kommentiert die Zahl, die auf eine sehr geringe Erhebungsmenge zurück gehe und nicht den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort entspreche: "Die Bearbeitung der Steuererklärungen im Arbeitnehmer-Bereich liegt auch im Finanzamt Hersfeld-Rotenburg nach den derzeit vorliegenden Gesamtzahlen des Jahres 2018 weit unter dem zitierten Wert. Im Hessenschnitt erreichen wir im Jahr 2018 über alle Ämter eine Durchlaufzeit/Bearbeitungsdauer im Arbeitnehmerbereich von deutlich unter 60 Tagen zwischen Eingang der Erklärung und dem maschinellen Erstellen des Bescheides. Wir bewegen uns im Bundesdurchschnitt des Jahres 2018, wobei wir auch hier stets um weitere Verbesserungen natürlich bemüht sind.

Insbesondere möchte ich an dieser Stelle betonen, dass es sich bei diesem Wert um einen Durchschnittswert handelt, der häufig auch unterschritten wird. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von Einkommensteuererklärungen in Hessen schwankt innerhalb normaler Parameter. Sie ist unmittelbar abhängig von den individuellen Verhältnissen des Steuerfalls, wie z. B. Komplexität des Sachverhalts, Umfang und Vollständigkeit der Angaben, usw. Prüfungsintensivere Fälle können es hierbei durchaus mit sich bringen, dass Steuerbürger, die ihre Erklärungen zur gleichen Zeit abgegeben haben, zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihren Steuerbescheid erhalten", erklärte die zuständige Behörde auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS.

Laut Lohnsteuer-kompakt.de seien die Kollegen im Saarland demnach fixer: Das Saarland habe die Hauptstadt Berlin auf den zweiten Platz verwiesen. Zwei Jahre lang in Folge hatte Berlin die schnellsten Finanzämter im bundesweiten Vergleich. Aufgeholt habe dagegen Hamburg. Die Hamburger Finanzämter kämpften sich vom sechsten Platz im Jahr 2017 immerhin auf den dritten Platz 2018 vor. Rheinland-Pfalz, das drittplatzierte Bundesland des Vorjahres, schaffte es dieses Jahr mit seinen Finanzämtern nur noch auf den fünften Platz. Um ganze fünf Plätze ist Schleswig-Holstein vom siebten auf den zwölften Platz abgestürzt.

Die Finanzämter im Saarland brauchten 2018 im Schnitt 48,7 Tage, um eine Steuererklärung zu bearbeiten. Damit verlängert sich die Bearbeitungszeit des Spitzenplatzes um mehr als einen Tag. Vorjahres-Sieger Berlin brauchte 2017 durchschnittlich nur 47,9 Tage für die Bearbeitung einer Steuererklärung. Der bundesweite Schnitt liegt bei 56,1 Tagen und ist somit 0,7 Tage langsamer als im Vorjahr. Im Vergleich zur bundesweiten durchschnittlichen Bearbeitungszeit im Jahr 2015 hat sich die Bearbeitungszeit sogar um 3,6 Tage verlangsamt."Für Steuerpflichtige ist es ärgerlich, dass die Bearbeitungsdauer der Steuererklärungen im Schnitt immer länger wird", sagt Felix Bodeewes, Geschäftsführer von Lohnsteuer-kompakt.de. "Letztendlich geben die meisten Beschäftigten dem Staat ein zinsloses Darlehen, dessen Laufzeit sich jedes Jahr verlängert." (pm) +++


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