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Über eine moderne Agrar- und Ernährungswirtschaft hat sich einer 18-köpfige namibische Delegation in Deutschland informiert. - Fotos: Stefanie Harth

BAD HERSFELD Nachwuchs braucht Perspektiven

Namibische Agrarexperten wollen Landwirtschaft modern weiterdenken

23.01.19 - Die weite Reise von Namibia nach Deutschland hat sich für Michael Humavindu gelohnt: „Mich hat vor allem begeistert, wie professionell die landwirtschaftlichen Institutionen in Deutschland zusammenarbeiten und organisiert sind“, sagt er. Der stellvertretende Staatssekretär des namibischen Wirtschaftsministeriums ist Teil einer 18-köpfigen, hochkarätig besetzten Delegation aus dem südwestlichen Afrika, die sich hierzulande über eine moderne Agrar- und Ernährungswirtschaft informiert hat.

Mit dem Besuch des Landwirtschaftszentrums Eichhof ...

Mit dem Besuch des Landwirtschaftszentrums Eichhof in Bad Hersfeld endet die zehntägige Tour quer durch die Bundesrepublik. „Grüne Woche und Agrarministerkonferenz standen ebenso auf dem Programm wie der Austausch mit den mannigfaltigsten Einrichtungen im landwirtschaftlichen Bereich“, erläutert Dr. Thomas Breuer von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Inhaltlich und fachlich „selig“ seien die namibischen Agrarexperten.

Jede Menge Erkenntnisse und Erfahrungen hat die Delegation gesammelt, die in ihrem Heimatland Perspektiven für junge Menschen schaffen und Landwirtschaft weiterdenken will. Dabei entpuppt sich das Landwirtschaftszentrum Eichhof als ideale Adresse: Einblicke in das deutsche Bildungs- und Ausbildungssystem im „grünen Sektor“ gibt Harry Schelle, der für die überbetriebliche Ausbildung zuständig ist. „Die duale Ausbildung erweist sich als ein sehr nachhaltiges Konzept“, reflektiert Michael Humavindu.

Wie Dr. Thomas Breuer berichtet, sei die namibische Landwirtschaft im Wandel. „Mittlerweile wählen Jugendliche gezielt Landwirt als Beruf und führen nicht nur das Erbe ihrer Eltern in altbekannter Manier fort“, sagt der GIZ-Mitarbeiter. Auch hätten die namibischen Agrarspezialisten verinnerlicht, dass verstärkt ins Marketing investiert werden müsse.

Viehzucht ist das Rückgrat der namibischen Landwirtschaft. Dabei setzen die hiesigen Landwirte vornehmlich auf extensive Weidehaltung. „Massentierhaltung ist in Namibia ein Fremdwort“, erörtert Dr. Thomas Breuer. Aufgrund der vorherrschenden Trockenheit sei die Tragfähigkeit der Böden gering. Um dies zu kompensieren und eine Überweidung zu vermeiden, seien die Rinderfarmen durchschnittlich 5.000 bis 6.000 Hektar groß. Mais und Mahangu (Perlhirse) werden vorwiegend im Norden angebaut. „Namibia importiert 70 Prozent seiner Lebensmittel aus Südafrika – das soll sich ändern“, unterstreicht Breuer.

Noch steht das dünn besiedelte Land vor einer „Riesen-Herausforderung“. „Allerdings hat uns der Besuch in Deutschland neue Lösungswege und Denkansätze aufgezeigt“, sagt Michael Humavindu. Ziel sei es, Landwirtschaft modern weiterzudenken. (Stefanie Harth) +++


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