Drei Bewerber stellen sich in Hohenroda zur Wahl (v.li.): Uwe Metz, Amtsinhaber Andre Stenda und Frank Gössel. - Fotos: Gerhard Manns

HOHENRODA Kandidaten im Kreuzverhör

Stenda, Metz oder Gössel? Hohenrodaer Bewerbertrio rührt Werbetrommel

07.03.19 - Von Politikverdrossenheit keine Spur: Gut besucht ist das Wahlforum der Hersfelder Zeitung (HZ) im Mansbacher Bürgerhaus zur am Sonntag, 10. März, anstehenden Bürgermeisterwahl. Hohenroda hat eine echte Wahl: Mit Rathauschef Andre Stenda (33), der eine zweite Amtszeit anstrebt, Uwe Metz (55), der die Polizeiinspektion in Bad Salzungen leitet, und Frank Gössel (49), der als freiberuflicher Medizinprodukteberater tätig ist, ringen gleich drei (unabhängige) Bewerber um die Gunst der Wähler.

HZ-Redaktionsleiter Kai A. Struthoff stellt die Bürgermeisterkandidaten auf den Prüfstand. Dabei liefert sich das Trio einen fairen, sachlichen Wahlkampf.

Amtsinhaber Andre Stenda.

Herausforderer Uwe Metz.

Herausforderer Frank Gössel.

Die Hersfelder Zeitung hat zum Wahlforum ...

Von Politikverdrossenheit keine Spur: Gut besucht ...

Redaktionsleiter Kai A. Struthoff (2. v.li.) ...

„Gekommen, um zu bleiben“ ist Andre Stenda, der 2013 im Alter von 27 Jahren zum damals jüngsten Rathauschef in Hessen „gekürt“ wurde und vom Gros der hiesigen Parteien und Wählergruppen unterstützt wird. Gemeinsam mit den Bürgern will er die Gemeinde voran- und „weiterhin zum Blühen“ bringen. Überhaupt scheint der amtierende Rathauschef großen Wert auf das Zauberwort „gemeinsam“ zu legen – es zieht sich wie ein roter Faden durch seine Redebeiträge. Dafür schenkt ihm das Publikum donnernden Applaus.

Stenda, der im nordhessischen Trendelburg aufgewachsen ist, will „Bürgermeister für alle“ bleiben. Das sei das Erfolgsrezept. „Ich fühle mich in Hohenroda mehr als heimisch und habe hier meinen Traumjob gefunden“, sagt er, um zu beteuern, dass er unabhängig und parteilos bleiben möchte. Es gelte, „gemeinsam die Ärmel weiter hochzukrempeln“ und sich nicht auf dem bisher Erreichten auszuruhen. Generationengerechtigkeit, stabile und solide Haushaltspolitik, Aufwertung der Infrastruktur (Errichtung eines Demenzdorfes), Stärkung der Nahmobilität, Vereinsförderung, Abbau des Investitionsstaus und Senkung der Straßenbeiträge bis hin zur Abschaffung hat der 33-Jährige fest ins Visier genommen.

Andre Stendas Lebensgefährtin Olivia.

Fragen aus dem Publikum an die ...

Landrat Dr. Michael Koch (li.).

Carl Christoph Möller, Bürgermeister von Schenklengsfeld

Bereit, seinem „Traumjob“ den Rücken zu kehren und seine „Wohlfühlzone“ zu verlassen, ist Uwe Metz. Der Polizeibeamte und studierte Diplomverwaltungsfachwirt, der seine Heimatgemeinde aus dem Effeff kennt, möchte mit Hohenroda neue Wege beschreiten. Als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Straßenbeitragsfreies Hessen“ hat er sich logischerweise die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge auf die Fahne geschrieben – und zwar ohne „Wenn und Aber“. Metz fordert einen Paradigmenwechsel, geht sogar so weit zu sagen, dass die Gemeinde – sollte das Land nicht tätig werden – die Straßenausbaubeiträge in Eigenregie abschaffen könnte.

Ein Bürgermeister will Metz sein, „kein Kassenmeister“. Deshalb möchte er auf eine „viel breitere Bürgerbeteiligung“ bauen, um der vorherrschenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. Moderne Dienstleister will der Bürgermeisterkandidat nach Hohenroda locken – „irgendwann bricht die Zeit an, in der wir ohne K+S leben müssen“ –, die sogenannte Inlinersanierung der Kanäle ordern, den Breitbandausbau vorantreiben und den Tourismus ankurbeln. In Hinblick auf den demografischen Wandel müsse das Konzept „Bürgerbus“ überdacht werden. Eine Alternative verkörpert für ihn der Aufbau eines Netzwerks für altersgerechte Assistenzsysteme – sprich: das Modellprojekt „Zuhause gut vernetzt“.

Ralf Hilmes, Bürgermeister von Nentershausen.

Gerhard Pfromm, Hans-Albert Pfaff und Nentershausens ...

Völlig überraschend hat Frank Gössel seinen Hut in den Ring geworfen. Der in Bad Hersfeld lebende Medizinprodukteberater ist – wie Moderator Kai A. Struthoff feststellt – ein auf kommunalpolitischer Ebene „völlig unbeschriebenes Blatt“, das zudem auf keine Verwaltungsausbildung zurückblicken kann. „Muss man unbedingt verwalten können, um zu gestalten“, kontert der Außendienstler. Repräsentieren, Netzwerke aufbauen, miteinander zusammenwirken und Vermarktung seien seine Metiers.

„Die Gemeinde Hohenroda ist auch für mich als Bad Hersfelder sehr reizvoll“, bekräftigt Gössel. „Ich will Hand in Hand mit den Bürgern kräftig in die Zukunft schauen, aber keine Luftschlösser bauen.“ Der 49-Jährige regt ein freies WLAN-Netz an, will neuen Wohnraum schaffen, Pflegeeinrichtungen ansiedeln und befürwortet die Installation eines Bürgerbusses, der nicht nur tagsüber, sondern auch in den Nachtstunden unterwegs sein soll. Zudem möchte er, dass künftig ein Frische-Mobil – er nennt es „Food-Truck“ und „mobiler Supermarkt“ – die Nahversorgung sichert.

Nächsten Sonntag, 10. März, liegt es in den Händen der 2.568 wahlberechtigten Hohenrodaer zu entscheiden, wer künftig die Geschicke der Gemeinde leiten soll. Andre Stenda, Uwe Metz oder Frank Gössel – das ist hier die Frage. (Stefanie Harth) +++


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