Am 14. Oktober 2018 ereignete sich auf der Wasserkuppe ein tödlicher Flugzeugunfall, bei dem drei Menschen ums Leben kamen - Archivfotos: Martin Engel

GERSFELD (RHÖN) Zwischenbericht der BFU

Flugzeugunglück auf der Wasserkuppe: Kein Hinweis auf technischen Defekt

13.03.19 - Nachdem im vergangenen Oktober eine Mutter und ihre beiden Kinder auf der Wasserkuppe bei einem Flugzeugunglück ums Leben kamen (OSTHESSEN|NEWS berichtete), hat nun die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) einen Zwischenbericht veröffentlicht. Noch immer ist die Frage ungeklärt, ob ein technischer Defekt oder menschliches Versagen ursächlich für die Tragödie war.

Zwischenbericht der BFU

Der Pilot startete mit drei Fluggästen an Bord mit einer Cessna F 172N um 14:56 Uhr vom Verkehrslandeplatz Mannheim zu einem Reiseflug nach Sichtflugregeln zum Sonderlandeplatz Wasserkuppe. Ein Vorflugcheck der Maschine, heißt es im Bericht weiter, sei unauffällig verlaufen, ebenso wurde der Flug von zwei Insassen des Luftfahrzeuges als normal und ohne Besonderheiten beschrieben.

Der Flugleiter der Wasserkuppe berichtet von einem normalen Anflug in die Platzrunde. „Die Wetterbedingungen waren nicht besonders anspruchsvoll.“ Um 15:48 Uhr beobachteten Zeugen, dass das Flugzeug beim Landeanflug in Höhe der Halbbahnmarkierung noch ca. „mannshoch“ über der Piste gewesen sei. Ein Segelflugpilot, der fliegend die Landung des Luftfahrzeuges verfolgte, gab an, dass er in dieser Position des Luftfahrzeuges einen Funkspruch wahrgenommen habe: „Juliet X-Ray, ich starte noch einmal“.

Um über dem ansteigenden Pistenverlauf wieder an Höhe zu gewinnen, habe der Pilot die Drehzahl des Triebwerks deutlich erhöht, der Versuch scheiterte jedoch. Etwa 70 Meter hinter dem Ende der Piste sei es auf einer Wiese zur ersten Bodenberührung der Cessna gekommen. Nachfolgend kollidierte das Luftfahrzeug erst mit einem Anschlagpfeiler einer Schrankeneinrichtung auf der einen Straßenseite, danach auf der anderen und erfasste drei Fußgänger. 46 Meter hinter der Straße und 82 Meter von der ersten Bodenberührung auf der Wiese entfernt gelangte die Cessna in ihre Endlage.

„Alle vier Insassen des Luftfahrzeuges konnten es unverletzt verlassen. Die drei Personen, die von der Cessna erfasst wurden, erlitten tödliche Verletzungen. Das Luftfahrzeug wurde schwer beschädigt“, so der Bericht der BFU.

Angaben zum Luftfahrzeug

„Das Luftfahrzeug war in Deutschland zum Verkehr zugelassen und im Besitz eines Luftsportvereins. Die letzte Lufttüchtigkeitsprüfung erfolgte am 19.04.2018. Entsprechend den Wartungsunterlagen des Luftfahrzeuges wurde im November 2017 ein überholtes Triebwerk eingebaut. Ein Jahr später, im Oktober 2018, musste dieses Triebwerk wegen Metallspänen im Ölfilter instandgesetzt werden. Die Mängelliste des Luftfahrzeuges enthielt Eintragungen für den 30.07.2018 und den 12.10.2018, in denen das Drehzahlverhalten des Triebwerks beanstandet wurde.“

Die Cessna könnte beim Abflug geringfügig überladen gewesen sein (24 Kilogramm), das geht aus dem Bericht außerdem hervor. Auf eine technische Störung, so das BFU, lägen nach den Untersuchungen am Luftfahrzeug, die nach dem Unfall gemacht wurden, keine Hinweise vor.

Wann der Abschlussbericht der BFU vorliegt, ist noch nicht bekannt. Erst danach kann geklärt werden, wie es zu dem furchtbaren Unglück kommen konnte. (mr/pm) +++


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