Letzte Unterschriften, letzte Telefonate, Kisten packen, Büro räumen. André Eydt hatte an seinem letzten Arbeitstag noch einiges zu tun. - Fotos (10): Christian P. Stadtfeld

FULDA "Gemeinsam haben wir echt viel erreicht."

Letzter Arbeitstag von Klinikum-Vorstand André Eydt - ab Montag in München

30.03.19 - Letzte Unterschriften, letzte Telefonate, Kisten packen, Büro räumen. André Eydt (48), kaufmännischer Vorstand im Klinikum Fulda, hatte am Freitag seinen letzten Arbeitstag - und noch jede Menge zu tun. Doch Zeit zum 'Tschüss sagen' bei Kollegen aus Verwaltung, Medizin und Pflege blieb dem Familienvater, trotz des 13. Geburtstages seines jüngsten Sohnes. "Ich mache heute mal früher Schluss, bin aber bis zur letzten Minute für das Klinikum da." Einige werden ihn vermissen und kamen am letzten Arbeitstag sogar persönlich in Eydts Büro im vierten Stock des Verwaltungsgebäudes, um sich zu verabschieden und für die gute Zusammenarbeit Danke zu sagen.

Gegenüber OSTHESSEN|NEWS erklärte der 48-Jährige: "Ich habe schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil das Klinikum noch viele Aufgaben vor der Brust hat. Aber die Basis ist gelegt, dass man diesen auch zukünftig gut begegnen kann." Rückblickend seien die drei Jahre in Fulda aber auch erfolgreich gewesen. "Das erfüllt einen mit Freude." Zentraler Kern seiner Arbeit: der Neubau des Intensiv-, OP- und Notfallzentrums. "Gemeinsam haben wir hier echt viel erreicht." Damit meinte er nicht nur die Einhaltung der Kosten des 70 Mio. Euro-Neubaus, sondern auch die Verbesserung von Strukturen.

Eydt ist erfahrener Krankenhaus-Manager und stammt aus der Region Osthessen. Er kam 2016 zurück in die Domstadt, um die Nachfolge von Dietmar Pawlik als 'Vorstand Administration' am Klinikum Fulda anzutreten. Zum 1. April dieses Jahres wechselt er als CEO der Deutschen Fachpflege-Unternehmensgruppe mit rund 4.000 Mitarbeitern nach München. Mit der Bahn wird Eydt zwischen Fulda und der bayerischen Landeshauptstadt pendeln. "Ab Montag brenne ich für die ambulante Pflege und freue mich auf diese Herausforderung. Das Thema Pflege ist herausfordernd und aktueller denn je - das ist der Reiz und hat mich im Endeffekt auch dazu bewogen, den Schritt zu gehen. Wichtig ist mir dabei: Ich habe mich nicht gegen das Klinikum Fulda, sondern für ein neues Projekt entschieden."

Der Lebensmittelpunkt von André Eydt, seiner Ehefrau Sandra und den beiden Söhnen bleibt aber Fulda. "Somit bleibe ich der Region und meiner Heimat erhalten und sehr eng verbunden - beim Challengelauf am 25. Mai zum Beispiel gehe ich mit der Klinik-Mannschaft an den Start. Das Klinikum Fulda werde ich auch in Zukunft in meinem Herzen tragen." Eydt galt beim Team als beliebter Chef. Seine offene, ruhige und herzliche Art, das Geschick bei Verhandlungen und die Weitsicht wurden hochgeschätzt. Mit seinem Vorstandskollegen Thomas Menzel bildete er eine starke Einheit.

Um alle Klinik-Mitarbeiter zu erreichen, schrieb Eydt am Freitagvormittag eine E-Mail mit dem Titel "Alles hat seine Zeit!". Darin bedankte er sich ausdrücklich bei den über 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: "In mehr als drei intensiven Jahren durfte ich mit einem tollen Team das Klinikum Fulda als kaufmännischer Vorstand mitgestalten und einen Beitrag zur Weiterentwicklung leisten: die jährlich mehr als 100.000 Patientinnen und Patienten sollen und werden von den erfolgten oder eingeleiteten Infrastruktur-, Qualifizierungs-, Digitalisierungs- und Prozessmaßnahmen profitieren."

Enger Austausch zwischen Catharina Rützel vom ...

Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Vorstand ...Foto: Hendrik Urbin

Alleiniger Chef im Klinikum ist nun Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel (56). Neben der Funktion als Sprecher des Vorstands und der Verantwortung für den Bereich Krankenversorgung übernimmt er, bis ein Nachfolger für Eydt gefunden wurde, auch die kaufmännischen Funktionen. Menzel steht für Kontinuität an der Spitze. Sein Vertrag ist kürzlich bis 2024 vom Aufsichtsrat verlängert worden. Als er 2011 kam, hatte er keine leichte Aufgabe. Das Krankenhaus der Maximalversorgung, das sich im Eigentum der Stadt Fulda befindet, steckte in einer tiefen Hygine-Krise und war defizitär. Menzel gelang es mit seinem Team, das Haus in die schwarzen Zahlen zurückzuführen und das verloren gegange Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen.

Wer André Eydt nachfolgt und auch zu welchem Zeitpunkt, ist bislang noch unklar. Die Stelle des kaufmännischen Vorstands ist ausgeschrieben. Der Aufsichtsrat hat einen Personalfindungsausschuss einberufen. O|N hält Sie weiter auf dem Laufenden. (Christian P. Stadtfeld) +++

Haben im Vorstand drei Jahre ... Foto: Hendrik Urbin


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