Polizeikontrollen am Hoherodskopf an Karfreitag - Fotos: Andrea Falk

SCHOTTEN Auftaktveranstaltung des Polizeipräsidiums

Kontrollen zum Start der Motorradsaison am Hoherodskopf

20.04.19 - Es ist wieder soweit. Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen, die Bäume werden und Grün und die Wiesen saftig. Da kommen wohl bei jedem Frühlingsgefühle auf. Aber vor allem Motorradfahrer haben diese Zeit schon lange herbeigesehnt. Endlich wieder auf zwei Rädern die Natur und das Wetter genießen. Motorradsportler aller Art machen sich an solchen Tagen gerne los. Doch neben dem Spaß dürfen die Risiken und Gefahren nicht vergessen werden. Aus diesem Grund fand am diesjährigen Karfreitag die Auftaktveranstaltung des Polizeipräsidiums Osthessen statt. Diese Auftaktveranstaltung beinhaltete mobile und stationäre Kontrollstellen rund um den Hoherodskopf.

Von zehn bis 17 Uhr versammelten sich viele Polizeibeamte an verschiedenen, vielbefahrenen Streckenabschnitten, um sich auf die Motorradfahrer zu spezialisieren. Das Polizeipräsidium hat sich gerade für diese Straßenabschnitte entschieden, weil sie eine sehr beliebte Strecke für Motorradsportler darstellt. "Durch den kurvenreichen Streckenverlauf birgt die Gegend um den Hoherodskopf viele Gefahren für Motorradfahrer. Die Leitplanken sind hier sogar mit Unterrutschschranken ausgestattet, um beim Abkommen der Straße ein Abrutschen am Berg zu verhindern", so die Polizei im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS.

Natürlich geht es hier auch um Kontrollmaßnahmen, die die Geschwindigkeit der Zweiradfahrer überprüfen. Mit mobilen Messgeräten platzierten sich die Polizisten an mehreren Stellen der B455 und der L276, um das Tempo der Verkehrsteilnehmer zu messen. Solche Kontrollstellen waren beispielsweise am Niddastausee, am Hoherodskopf direkt oder an Parkplätzen, die an den genannten Straßen liegen. Zum größten Teil wird mit Lasermessgeräten gemessen, die einen Laserstrahl zum gewählten Fahrzeug senden. Dann wird der Lichtstrahl zurückgeleitet, wodurch der Abstand zum Messgerät erfasst wird. Das Gerät errechnet durch Zeit und Abstand die Geschwindigkeit des Fahrzeugs. Jedoch dokumentieren diese Geräte die Messung nicht anhand eines Bildes oder Ähnlichem.

Ist ein Fahrer zu schnell unterwegs gewesen, wird er von einem der Polizeikollegen aus dem Verkehr gewunken. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 100 km/h werden drei km/h Toleranz abgezogen. Ab 100 km/h werden drei Prozent der Geschwindigkeit abgezogen. Fährt ein Fahrer über 41 km/h zu schnell, wird der Führerschein entzogen. Was viele nicht wissen: Wird man zweimal im Jahr mit 26 km/h zu viel (Toleranz schon abgerechnet) erwischt, ist der Führerschein auch für vier Wochen weg. Am Kontrollpunkt Parkplatz Eschenrod betrug die höchstgemessene Geschwindigkeit 90 km/h bei einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h.

Zwar wird die Geschwindigkeit überprüft, allerdings ist die Intention der Auftaktveranstaltung eine andere. "Ziel ist es, Motorradfahrer für Risiken und Gefahren zu sensibilisieren. Deshalb geht es in erster Linie nicht um das Tempo der Fahrer", erklärt die Polizei. Auch unauffällige Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern werden aus dem Verkehr gezogen. Zum einen werden die technischen Voraussetzungen der Maschinen überprüft. Bei einem Motorrad wurde beispielsweise festgestellt, dass der Rückstrahler fehlt, bei einem anderen Fahrzeug hatte der Blinker kein E-Prüfzeichen. Auch muss der Neigungswinkel des Kennzeichens höchstens 30 Prozent betragen, um noch gut leserlich zu bleiben und es müssen Reflektoren gut sichtbar am hinteren Teil des Motorrads angebracht sein.

Da die Bereiche um den schönen Gipfel im Vogelsberg viele Urlauber und Wanderer anziehen, geht es außerdem um den Lärmschutz. Auspuff und Motor werden beispielsweise auf ihre Lautstärke hin untersucht. Durch neue Technologien ist die hohe Lautstärke der Zweiräder jedoch in den letzten Jahren eher rückläufig. Werden solche technischen Voraussetzungen wie Rücklicht, Blinker oder Lärmhöchstgrenze nicht eingehalten, bekommen die Fahrer eine Mängelkarte, müssen ein geringes Bußgeld zahlen, dürfen aber trotzdem weiterfahren. Die Fahrtauglichkeit des Fahrzeugs wird in Fällen mit kleinen technischen Mängeln nicht beeinträchtigt und somit stellen diese Maschinen keine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer dar.

In den meisten Kontrollfällen geht es aber hauptsächlich um die Gespräche zwischen Polizisten und Fahrern. Die drei größten Risiken bestehen in nicht angepassten Geschwindigkeiten, in Abstandsverstößen und im zu riskanten Überholen. Durch Gespräche mit den Verkehrsteilnehmern wird auf diese Unfallrisiken hingewiesen und dafür sensibilisiert. Viele der Beamten fahren in ihrer Freizeit selbst gerne Motorrad. Dadurch entsteht an den Kontrollstellen eine angenehme Atmosphäre mit lockeren Gesprächen. Es geht nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger auf die Motorsportler herabzuschauen, sondern durch Konversationen auf Augenhöhe auf die Gefahren aufmerksam zu machen. (Andrea Falk) +++


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