FULDA Osthessen-Center Haus Nr. 60

"Für manche Bewohner ist es nun ein Gefängnis": Letzter Lift stillgelegt

14.05.19 - Rund zwei Wochen ist es her, dass OSTHESSEN|NEWS das letzte Mal über die katastrophalen Zustände im Fuldaer Osthessen-Center berichtete. Das Parkdeck ist seit Jahren gesperrt, die Eigentümer weigerten sich, die Stellplätze für insgesamt 160 Autos instand zu setzen, die Hausflure sind verkommen und einer der beiden Aufzüge in der Hausnummer 60 funktioniert seit über einem halben Jahr nicht mehr. Jetzt gibt es Neuigkeiten.

Einer der Bewohner, Horst Leubecher, meldete sich am Montag in unserer Redaktion: „Jetzt ist der Gau bezüglich der Fahrstühle im Osthessen-Center eingetreten. Die zuständige Wartungsfirma hat am Freitag auch den zweiten Aufzug gesperrt. Das heißt, alle Bewohner vom neunten bis zum 16. Stockwerk können ihre Wohnungen nur noch über das Treppenhaus erreichen.“

Im Osthessen-Center, Haus Nummer 60, ist ...Fotos: Miriam Rommel

Gefangen in der eigenen Wohnung - ...

Vor Ort erzählt der aufgebrachte Mieter von seinen Nachbarn aus dem 16. Stock, die das Haus nun nicht mehr verlassen können. „Dort wohnen Leute, die aufgrund ihres Alters oder körperlicher Einschränkungen jetzt wie in einem Gefängnis leben.“ Aber auch andere, so sagt er, hätten unter der Situation zu leiden. „Ich sehe Hausbewohner, die ihre Einkaufstüten nicht mehr tragen können und Menschen, die genau überlegen, ob es wirklich notwendig ist, nach draußen zu gehen.“

Besonders Angst hat er jedoch davor, dass ein Notfall in den oberen Stockwerken eintreten könnte. „Wenn hier jemand wirklich etwas hat, dauert es doch ewig, bis Hilfe bei ihm ist“, sagt Leubecher bekümmert. Unbegründet ist die Sorge sicherlich nicht. Seine Nachbarin Brigitte Perleth pflegt ihren kranken Ehemann in den heimischen vier Wänden. „Es kann ihm jederzeit schlechter gehen. Ich darf gar nicht daran denken.“

Horst Leubecher wohnt seit 15 Jahren ...

Die Nöte der Bewohner des Osthessen-Centers sind mittlerweile auch bei der Stadt Fulda bekannt. Johannes Heller, Pressesprecher beim Magistrat, erklärt: Für die aus Sicht der Stadt unhaltbaren Zustände mit Blick auf die Aufzugsanlage steht die Eigentümergemeinschaft in der Pflicht. Es kann nicht sein, dass einzelne Eigentümer sich mit einer Blockadehaltung aus der Verantwortung stehlen wollen.“

Die Stadt Fulda habe bereits ein ordnungsbehördliches Verfahren eingeleitet, um den Druck auf die Eigentümergemeinschaft hoch zu halten. „Genau das ist der richtige Weg“, meint Stadtbaurat Daniel Schreiner bei der Stadtverordnetenversammlung am frühen Montagabend. Bei der Problematik des Parkdecks hätte dies bereits erste Wirkung gezeigt, Gespräche würden nun mit den Eigentümern geführt.

Zum Thema Fahrstuhl hatte Schreiner zumindest eine kleine gute Neuigkeit: „Die Hausverwaltung hat uns heute mitgeteilt, dass ein Reparaturauftrag erteilt wurde.“ Ob das den TÜV besänftigt, der die Aufzüge ohne grundlegende Sanierung eigentlich stilllegen möchte, bleibt abzuwarten. (mr) +++


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