Weidetierhalter an acht Standorten schlossen sich am vergangenen Wochenende zusammen. - Fotos: Georg Scheuring

RHÖN "Wollen kein Wolfsfutter züchten"

Europaweite Mahnfeueraktion: Konfliktpotenzial zur Rückkehr des Wolfes?

14.05.19 - Am vergangenen Wochenende schlossen sich Weidetierhalter an acht Standorten der bayerischen und hessischen Rhön zusammen. Grund dafür war die europaweite Mahnfeueraktion zum Thema Wolf. In Aura, Diebach, Neuwirtshaus, Schönderling, Eckarts, Wüstensachsen, Stangenroth und Nüdlingen wurde mit einsetzender Dunkelheit Feuer entzündet, um auf das Thema "Wolf und Weidetierhaltung" hinzuweisen.

Nach dem vom Landesamt für Umwelt bestätigten Fotobeweis eines starken Wolfs in einer Wildkamera bei Wildflecken, wurde das aufkommende Konfliktpotential für die extensive Weidetierhaltung unter den Tierhaltern heiß diskutiert. Noch seien keine Risse bei Nutztieren zu verzeichnen, aber für einige der Tierhalter ist klar: Wenn der Wolf in die Weiden eindringt, wird die Weidewirtschaft beendet. Denn für eine Entschädigung muss zum einen der Wolfsriss durch Genanalyse nachgewiesen werden und zum anderen wird auch nur der einfache Marktwert eines Tieres entschädigt, nicht aber der Zuchtwert und schon gar nicht der emotionale Wert, den ein Tier für den Tierhalter haben kann. "Wir wollen doch kein Wolfsfutter züchten", erklärt einer der Teilnehmer an der Mahnfeueraktion.

Ein anderer Teilnehmer schimpft: "Eine Tierart, die 150 Jahre nicht mehr bei uns heimisch war, darf sich in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft ausbreiten, wofür dann der Preis eines Rückgangs einer Vielzahl von Arten zu zahlen ist. Das kann es doch auch nicht sein." Schließlich seien gerade die Pflanzengesellschaften auf den extensivsten Flächen insbesondere auf die Schafbeweidung angewiesen. Würde diese aufgegeben, würde die Landschaft der natürlichen Sukzession folgend zunächst verbuschen und dann komplett zuwachsen. Die Rhön als Land der offenen Ferne sehen die Tierhalter durch die Rückkehr der Wölfe massiv gefährdet und appellieren an die Politik den viel zu hohen Schutzstatus des Wolfs auf europäischer Ebene zurückzufahren, damit gegebenenfalls regulierend eingegriffen werden könne.

Im 18. und 19. Jahrhundert habe der Wolf noch Respekt vor dem Menschen gehabt, weil er intensiv bejagt und letztlich bei uns ausgerottet wurde. Durch Abschüsse wurde der Wolf vergrämt, er wusste: Der Mensch ist gefährlich, ich meide seine Nähe und die seiner Haustiere. Dieses Prinzip sei aufgrund des Schutzstatus des Wolfs heute nicht zu halten, so das dieses intelligente Tier schnell lerne, dass der Mensch keine Gefahr darstelle. Und dies sei mittel- und längerfristig die wirkliche Gefahr. Bis dahin hoffen die Tierhalter, dass die Herdenschutzmaßnahmen, die man ergreifen könne, ausreichten, um getötete oder schwerverletzte Haus- und Nutztiere zu verhindern. (pm) +++


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