- Symbolbild: Pixabay

REGION Schießen oder Schützen?

Reaktionen von Politik und Landesjagdverband zum Thema Wölfe in der Region

16.05.19 - An verschiedenen Orten in Osthessen wurden kürzlich Wölfe nachgewiesen (OSTHESSEN|NEWS berichtete). Nachfolgend erste Reaktionen:

Landesjagdverband Hessen: "Nach einem Rissfund in Licherode im osthessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurde nach der erfolgten Untersuchung bestätigt, dass ein Wolf für den Riss verantwortlich war. Der Landesjagdverband Hessen hat daraufhin beim Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz nachgefragt, welche Maßnahmen zum Schutz der Weidetiere und ggf. auch der Bevölkerung geplant sind oder schon veranlasst wurden. Folgende Antwort haben wir am 10.05.2019 erhalten: Weidetieren sind von Tierhalterinnen und Tierhalter nach guter fachlicher Praxis zu schützen. Hinweise dazu ergeben sich z.B. aus der Broschüre „Sichere Weidezäune“, die kostenlos im Internet unter https://www.ble-medienservice.de/1132/sichere-weidezaeune heruntergeladen werden kann. Die Einhaltung der dort beschriebenen Regeln der guten fachlichen Praxis reduziert das Risiko von Wolfsübergriffen auf Weidetiere auf ein Minimum. Für den zusätzlichen Schutz in Gebieten, in denen sich Wölfe ortsfest niedergelassen haben, stellt die Landesregierung jährlich 500.000 Euro zur Verfügung, dafür werden gerade Förderregularien erarbeitet, die aber zunächst noch mit den betroffenen Verbänden abgestimmt und von der EU genehmigt werden müssen. Darüber hinaus existiert die Möglichkeit einer flächenbezogenen Aufwandsförderung im Rahmen des HALM-Programmes in Hessen. Wölfe sind sehr scheue Tiere. In der Regel jagen sie Wildtiere und stellen Nutztieren nur nach, wenn diese nicht durch fachgerechte Zäune gesichert werden. Es gibt keinen Anlass, anzunehmen, dass Menschen durch Wölfe bedroht sind. Sollte es trotzdem zur konkreten Gefährdung von Menschen durch einen Wolf kommen, kann ein solcher Wolf entsprechend den dafür bereits existierenden Regelungen zur Gefahrenabwehr zur Tötung freigegeben werden."


Thomas Hering, MdL CDU und Markus Meysner, MdL CDU: "Nachdem seit 1841 der letzte Wolf in Hessen erlegt wurde, gibt es mittlerweile immer wieder Sichtungen oder Nachweise von Wölfen in unserem Land, wie zuletzt bei Mittelkalbach. Das ist grundsätzlich gut, zeigt es doch, dass die Bemühungen der vergangenen Jahre dazu geführt haben, dass sich der Zustand unserer Umwelt verbessert. Allerdings ist wichtig, dass eine Gefährdung von Menschen ausgeschlossen bleibt und Tierhalter ihre Schäden ersetzt bekommen", so Thomas Hering, MdL. "Der überwiegende Teil der Bevölkerung begrüßt die Wiederkehr des Wolfes. Das Märchen vom "bösen Wolf" ist längst als solches erkannt. Angriffe von Wölfen auf Menschen sind zwar, wie bei den meisten Raubtieren, nicht völlig auszuschließen, aber höchst unwahrscheinlich. In der Regel flüchten Wölfe schon vor uns, bevor wir sie wahrnehmen können. Daher ist es wichtig, dass sie sich gar nicht erst an den Menschen gewöhnen – gefüttert werden sollten sie daher auf gar keinen Fall. Mit der Wiederkehr des Wolfes geht aber auch die Verantwortung einher, staatlicherseits vernünftig mit den Tieren umzugehen, denn er stellt eine Gesellschaft, die nicht mehr an dieses Raubtier gewöhnt ist, auch vor Herausforderungen. Um vorbereitet zu sein, gibt es daher schon seit 2015 das Wolfsmanagements der Hessischen Landesregierung. In Zukunft werden im Rahmen dessen auch noch weitere Maßnahmen ergriffen werden. Teil des Wolfsmanagement ist auch, dass Tierhaltern Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie sie ihre Herden besser schützen können", meint Markus Meysner Mdl, zugleich jagd- und forstpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. "Den Tierhaltern, bei denen Tiere gerissen wurden, nützt das alles natürlich wenig. Wir werden daher darauf drängen, dass eine rechtssichere und faire Entschädigungsregelung zeitnah in Kraft gesetzt wird, damit das Miteinander von Wolf und Mensch möglichst konfliktarm bleibt. Außerdem wollen wir, dass auch weiterhin gemäß dem Koalitionsvertrag bei möglichen Gefährdungen als ultima Ratio ein Abschuss möglich bleibt. Grundsätzlich ist es aber zu begrüßen, dass unsere Umwelt mittlerweile so intakt ist, dass vor langer Zeit ausgerottete Tiere zurückkehren können", erklären die beiden direkt gewählten Landtagsabgeordneten.

Martin Hohmann MdB der AfD: "Auch bei uns im Fuldaer Land ist die Gefahr durch den Wolf offenbar größer, als bisher angenommen. Das belegen die drei eindeutig durch den Wolf bei Mittelkalbach gerissenen Schafe", so der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann. Es würde gemunkelt, dass auch in der Rhön Schafe gerissen wurden - vor allem im Biosphärenreservat. Die Zahlen würden vom Hessischen Umweltministerium unter Verschluss gehalten. "Ein Teil der Auskünfte ,würde wohl die Bevölkerung verunsichern'", so Hohmann. Es sei schon sehr merkwürdig, dass gerade eine grüne Ministerin "mauert", deren Partei sich ansonsten stets für rückhaltlose Aufklärung stark macht. Eine solche umfassende Aufklärung sei jetzt überfällig. "Man muss die materiellen Verluste und vor allem auch die psychische Belastungen für die Weidetierhalter berücksichtigen. Die könnten rasch größer werden, ist doch eine Zunahme der Wolfspopulation um jährlich 30 Prozent die Regel. Durch eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 1992 ist der Wolf unter Vollschutz gestellt worden. Wölfe als sehr intelligente Tiere lernen schnell, dass sie sich in Deutschland überall frei und völlig gefahrlos bewegen können. Ihr Tisch ist mit Schafen, Ziegen, Rehen und Rotwild reich gedeckt. Aber auch Rinder und Pferde sind Wölfen schon zum Opfer gefallen." Hohmann schlägt vor, die Jagd auf den Wolf zuzulassen, damit dieser seine ursprüngliche Scheu vor dem Menschen wiedergewinnt. Hohmann weist abschließend daraufhin, dass sowohl AfD und FDP entsprechende Anträge im Bundestag gestellt haben, die aber von den anderen Parteien abgelehnt wurden." (pm) +++


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