Bürgermeister Edwin Schneider, Künstlerin Christiane Bender und Museumsmitarbeiterin Susanne Zejewski-Dützer (rote Kleidung) beim Rundgang (von links) - Fotos: Dieter Graulich

ULRICHSTEIN Ausstellung „Die Sprache der Pferde“

„Museum im Vorwerk“ ist drei Wochen Treffpunkt für Pferdeliebhaber

18.05.19 - Das „Museum im Vorwerk“ in Ulrichstein ist noch bis einschließlich 2. Juni Treffpunkt für Pferdeliebhaber, denn am Samstagnachmittag wurde hier die Ausstellung „Die Sprache der Pferde“ eröffnet. Eine der weltbesten Pferdemalerinnen, Christiane Bender hat auf allen Etagen des Museums insgesamt 39 imposante Pferdebilder ausgestellt.

Erfreut über die hohe Zahl der Besucher war bei der Eröffnung Museumsmitarbeiterin Susanne Zejewski-Dützer, die selbst aus einer Pferdefamilie stammt: „Mein Großvater war Husar mit seiner ganzen Leidenschaft und hat viele Preise für seine Pferde bekommen. Ich habe seit meinem dritten Lebensjahr durchgehend Pferde und kann mir nicht vorstellen jemals ohne welche durchs Leben zu gehen“.

Als sie zum Herbstmarkt Bilder von Christiane Bender gesehen habe, sei sie sofort begeistert gewesen und habe sie überredet eine Ausstellung im Museum zu machen. Denn ihre Bilder zeigten nicht nur ein Pferd, es zeige deren Persönlichkeit und sie konnte sich sofort an Begebenheiten erinnern in denen ihre Pferde genauso ausgesehen hätten. „Die Pferde die auf den Bildern zu sehen sind, sind nicht nur Pferde, es sind und waren Familienmitglieder, Freunde, Partner die immer einen riesigen Platz im Herzen haben werden und dank Frau Bender auch auf diesen wunderschönen Bildern lebendig bleiben werden“, so die Museumsmitarbeiterin und eröffnete die Ausstellung mit den Worten: „Nehmen sie sich Zeit in die Seelen der Pferde zu blicken, ich wünsche ihnen viele schöne Erinnerungen dabei!“

Der ehemalige Stallmeister des Landesgestütes Dillenburg ...

In seinem Grußwort ging Bürgermeister Edwin Schneider auf die Tiermalerei und deren Geschichte im Allgemeinen und dann im Besonderen auf die Künstlerin ein. Laien als auch Profis könnten sich unter dem Begriff Tiermalerei etwas vorstellen. Schon aus der menschlichen Frühgeschichte seien Tierdarstellungen bekannt, dennoch würden diese nicht zur klassischen Tiermalerei gezählt.

Laut Internet werden die Anfänge der Tiermalerei erst im 16. Jahrhundert gemacht. Damals entwickelte sich als eine Art Kategorie des Stilllebens das so genannte „Tierstück“. Dieser Vorläufer der Tiermalerei wurde besonders vom Künstler Albrecht Dürer geprägt. Sein in Aquarellfarben gemaltes Bild, der „Feldhase“, werde von vielen als Meilenstein in der Tiermalerei gesehen.

Volles Haus

Im weiteren Verlauf der Geschichte, während des 17. Jahrhunderts, waren Tiere nur Teil von Landschaftsdarstellungen. Dennoch könnten diese als Etappe in der Entwicklung der Tiermalerei betrachtet werden. Das zog sich auch noch ins 19. Jahrhundert, in der die Tiermalerei gerne in zoologischen Gärten genutzt wurden. Neben dem Nutzen aber, wurde die Tiermalerei auch aus ästhetischem Standpunkt heraus immer beliebter.

Das wachsende Publikum und die so steigende Nachfrage sorgten dafür, dass die Tiermalerei sich immer mehr zum eigenen Genre entwickelte. Nach der Entwicklung der Fotografie verlor die Tiermalerei ihren praktischen Nutzen, verschwand aber nicht aus der Welt der Kunst. Ganz im Gegenteil. Auch heute ist die Tiermalerei noch sehr beliebt. Der Anspruch, realistische Tierdarstellungen zu produzieren war zwar mit der Fototechnik verschwunden. Das gab aber Künstlern Raum, die Tiermalerei hauptsächlich als ästhetisches Mittel zu verstehen. „Durch die Kombination mit Farben und Formen, Andeutung fragmentierter Bewegung oder mit unterproportionalen Elementen, wurde die Tiermalerei ein Mittel Gefühle zu transportieren, was wir in unserer heutigen Ausstellung „Die Sprache der Pferde“ hier im Museum auch bestätigt bekommen“, so Schneider der abschließend die Künstlerin vorstellte.

Christiane Bender, früher selber Züchterin und passionierte Reiterin habe einen Blick für die Sprache der Pferde, ob eine Isländer Herde die sich im Sturm ganz dicht zusammen drängt oder das qualifizierte Springpferd in all seinen Springstudien, Frau Bender lasse nie auch die Seele der Pferde außeracht, die sich bekanntlich in den Augen der Tiere spiegelt. Ob feuriger Araber mit aufgeblähten Nüstern, Fohlen bei Fuß ganz dicht bei der Mutter oder einfach alte Pferdefreunde beim Ruhen auf der Koppel , die riesigen Bilder geben das Gefühl direkt neben den Pferden zu stehen und die Situationen live mitzuerleben. Durch die geschickte Präsentation in der alten Zehntscheune habe man den Eindruck durch eine Stallgasse voller Leben zu laufen und man spüre fast die warmen sanften Nüstern der Pferde.

Zum Abschluss der Eröffnung besprach der ehemalige Stallmeister des Landesgestütes Dillenburg Bert Petersen, drei Bilder der Künstlerin und informierte über das hessische Landesgestüt sowie über das Ulrichsteiner Pferd, denn auch in Dillenburg war dieses geschätzt und bekannt, wie man aus vielen Unterlagen ersehen könne. Die Ausstellung ist bis zum 2. Juni zu den Öffnungszeiten des Museums zu sehen. Freitag und Samstag 13-16 Uhr sowie Sonntag 13-17 Uhr . (gr) +++


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