Das Kreiskrankenhaus Alsfeld schreibt rote Zahlen - doch der Kreis will die Defizite ausgleichen. - Grafik: Janina Hohmann

ALSFELD Antrag zugestimmt

Kreiskrankenhaus Alsfeld: Kreis übernimmt Defizit von 3,17 Millionen Euro

07.06.19 - Schon länger schreibt das Kreiskrankenhaus in Alsfeld rote Zahlen. Im Jahre 2017 betrug das Negativergebnis für das Wirtschaftsjahr 2,7 Millionen Euro. Und auch die Zahlen für 2018 und 2019 lassen nichts Gutes verheißen - deshalb hat der Kreistag bei seiner letzten Sitzung am Montag beschlossen, die Defizite auszugleichen. Im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS erklärt Landrat Manfred Görig die Gründe - und wie es in Zukunft weitergehen soll.

"Aufgrund eines personellen Wechsels im Kreiskrankenhaus lag der Abschluss 2017 nicht pünktlich vor, das Ergebnis konnte daher nicht rechtzeitig in den Haushaltsplan 2019 eingestellt werden. Eingestellt wurde deshalb ein 'Platzhalter' in Höhe von 100.000 Euro. Das führt dazu, dass das negative Ergebnis des Wirtschaftsjahres 2017 in Höhe von 2,7 Millionen Euro jetzt aufläuft", nennt Görig im Gespräch mit O|N die Gründe für die roten Zahlen. Neben den 2,7 Millionen Euro Verlusten im Jahre 2017 rechnet der Kreis nach aktuellem Kenntnisstand für das Jahr 2018 mit einem Fehlbetrag von 1,6 Millionen Euro, "auch für das laufende Wirtschaftsjahr 2019 ist von einem defizitären Betriebsergebnis auszugehen", heißt es aus der Vorlage an den Kreistag.

Der Kreis hat bereits mit einer Einzahlung von acht Millionen Euro für ausreichend Liquidität gesorgt, dieses Geld wird allerdings für anstehende Bau- und Sanierungsarbeiten benötigt. "Das Geld steht somit nicht mehr zum Ausgleich der Betriebsverluste zur Verfügung." Vor diesem Hintergrund erschien es dem Kreistag notwendig, die bisher noch nicht ausgeglichenen Verluste des Vorjahres des Kreiskrankenhauses durch eine weitere Zahlung in Höhe von 3,173 Millionen Euro zu begleichen. Mit 49-Ja-Stimmen und vier Enthaltungen "steht der Vogelsbergkreis zu seinem Krankenhaus", betont Görig. Denn für die gesundheitliche Versorgung im Kreis sei es für die Menschen unverzichtbar. "Das steht außer Frage und so haben wir auch in den vergangenen Jahren schon sehr viel bewegen können. Ein Beispiel: 2013 lag der jährliche Fehlbetrag noch bei 2,5 Millionen Euro, bis 2016 konnten wir ihn kontinuierlich abbauen - auf zuletzt 270.000 Euro." Auch weil das Kreiskrankenhaus mit über 600 Beschäftigten ein bedeutender Arbeitgeber für die Region sei, sind die Aufwendungen unabweisbar. Der Kreis habe laut Görig genug erwirtschaftet, um die Verluste in Höhe von 3,173 Millionen Euro auszugleichen.

Um in Zukunft schwarze Zahlen zu schreiben, muss noch einiges getan werden. "Es ist durch die schwierigen Rahmenbedingungen für kommunale Häuser nahezu unmöglich, in ein oder zwei Jahren schwarze Zahlen zu schreiben." Doch der Kreis möchte weiterhin wirtschaftlich arbeiten und versuchen, das jährliche Defizit zu minimieren. "Ich muss aber auch einmal ganz deutlich sagen: Ein Krankenhaus ist keine Schraubenfabrik, die wirtschaftliche Entwicklung lässt sich in einer Klinik nicht so prognostizieren wie in einem Werk des produzierenden Gewerbes. Es geht hier um die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung, das ist nicht planbar." (Luisa Diegel) +++


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