- Fotos: Privat

FULDA Pilgerreise ins Heilige Land

Feuer und Flamme an Pfingsten: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

10.06.19 - Ausgerechnet an diesem Sonntag! Als Dr. Michael Gerber ins Amt des Fuldaer Bischofs eingeführt wurde, waren Innenstadtpfarrer Stefan Buß, Priester Professor Cornelius Roth und Gemeindereferentin Larissa Herr tausende Kilometer entfernt am See Genezareth in Israel. „Die Reise war schon im Sommer 2018 geplant worden“, sagt Pfarrer Buß, „da wusste ja noch keiner, wann ein neuer Bischof kommen würde.“ Also sandte die 40-köpfige Gruppe kurzerhand eine Video-Grußbotschaft an Bischof Gerber und verfolgte die Zeremonie im Dom per Live-Stream. „Noch vor dem Gottesdienst hat uns der Bischof eine ganz lange E-Mail geschrieben und sich bedankt“, erinnert sich Buß. „Das war genial.“

Die Fuldaer Pilger in der Brotvermehrungskirche ...

Die Tickets für die Pilgerfahrt ins Heilige Land waren nach 38 Minuten ausverkauft, und wie die Jünger damals an Pfingsten vom Heiligen Geist beseelt wurden und die Botschaft Jesu in die Welt trugen, so sind auch die Gemeindemitglieder und das Organisationstrio immer noch Feuer und Flamme von dem Erlebten. „Wir bieten alle zwei oder drei Jahre so eine spirituell-geistliche Fahrt an“, erläutert Pfarrer Buß im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. „Wir wollen dabei aber nicht durch das ganze Touri-Programm hetzen, sondern suchen ausgewählte Orte aus und versuchen, den Pilgern dort das Evangelium zu erschließen.“ Neben dem See Genezareth waren unter anderem Jericho, das Tote Meer, Jerusalem und das nur elf Kilometer entfernte Bethlehem im Palästinensergebiet weitere Stationen.

Trotz der politisch angespannten Lage: „Israel boomt“, sagt Gemeindereferentin Larissa Herr, „wir haben auf der Hinreise noch nicht mal einen Non-Stopp-Flug bekommen, sondern mussten in Wien zwischenlanden.“ Und Pfarrer Buß ergänzt: „Schade nur, dass die Allermeisten ausschließlich in Jerusalem übernachten und Bethlehem höchstens für ein paar Stunden besuchen.“ Bewusst habe die Fuldaer Pilgergruppe dort zwei Nächte verbracht, „um den Palästinensern auch was zu Gute kommen zu lassen.“

Tief bewegt sind Stefan Buß und Larissa Herr von der Begegnung mit Schwester Hildegard, die in Emmaus eine Einrichtung für verarmte und behinderte palästinensische Frauen leitet. „Behinderte haben da überhaupt keinen gesellschaftlichen Stellenwert. Sie werden als Strafe Gottes empfunden und einfach weggesperrt.“

Gottesdienst am Freialtar in Dalmanutha - ...

Bootsfahrt auf dem See Genezareth

Gespräch mit Schwester Hildegard in Emmaus

Überhaupt kann man sich - aus der Ferne betrachtet - die Situation vor Ort nur schwer vorstellen. Buß: „Die Palästinenser werden von den Israelis an den Grenzmauern und Checkpoints schikaniert, das Wasser wird rationiert, und die Siedlungspolitik ist so aggressiv, dass das ganze Gebiet an einen durchlöcherten Käse erinnert. Dabei sollte Jerusalem aus Sicht der Bibel eigentlich ein Symbol des Friedens sein.“ Der Innenstadtpfarrer und die Gemeindereferentin wünschten sich, dass sich die zwei Völker gegenseitig anerkennen. Aber Larissa Herr sagt: „Als wir nach zwei Wochen wieder zurück nach Fulda gekommen sind, habe ich mich gefragt: ,Wie soll da bitte schön noch eine Zwei-Staaten-Lösung möglich sein‘?“

Gemeindereferentin Larissa Herr (in der blauen ...

Blick vom Ölberg auf Jerusalem

An der Klagemauer: Vorbereitung auf die ...

Und so ist ein bestimmtes Foto (siehe Aufmacherbild) zum Sinnbild dieser Pilgerreise geworden: Es gibt den Blick frei vom Paulushaus in Jerusalem auf das Damaskus-Tor. Auf einer Mauer liegt ein kleiner schwarzer Rucksack. Und auf diesem steht in weißer Schrift geschrieben: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Matthias Witzel) +++


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