Archiv
Von rechts: Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf, Innenminister Peter Beuth, Vorsitzender des Heimatvereins Linstow und Leiter des von diesem getragenen Wolhynier Umsiedler Museums Johannes Herbst, Bundessprecher der Landsmannschaft Weichsel-Warthe Dr. Martin Sprungala und Landtagsvizepräsidentin MdL Heike Hofmann (SPD).                                                                                         - Foto: LBHS

FULDA Festredner Innenminister Peter Beuth

Landsmannschaft Weichsel-Warthe begeht 70-jähriges Bestehen

11.06.19 - Die diesjährige Bundeskulturtagung der Landsmannschaft Weichsel-Warthe (LWW) stand ganz im Zeichen ihres 70-jährigen Bestehens. Am 6. Mai 1949 war der Verband als Vertretung der Deutschen, die auf dem Gebiet des 1918 wiedererstandenen polnischen Staates gelebt hatten und infolge des Zweiten Weltkriegs aus ihrer angestammten Heimat vertrieben worden waren, in Hannover gegründet worden. Vorrangig hatten sich hier Deutsche insbesondere aus Großpolen, aus dem Lodzer Industriegebiet und dem übrigen Mittelpolen, aus Galizien sowie aus Wolhynien zusammengeschlossen, die zuvor in unterschiedlichen Hilfskomitees organisiert waren. Der Grund hierfür war, dass die dort ansässigen Deutschen in den drei verschiedenen Teilungsgebieten Polens lebten, die jeweils zum preußischen, österreichisch-ungarischen und russischen Staat gehört hatten.

Der Hessische Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth, hielt als künftig für diesen Themenbereich zuständiger Ressortchef die Festrede anlässlich des 70. Jahrestages der Gründung der Landsmannschaft und überbrachte die Glückwunsche der Landesregierung: „Seit 70 Jahren wirkt die Landsmannschaft Weichsel-Warthe mitten in unsere Gesellschaft hinein: Durch Aufklärung, Erinnern und die Pflege ihres reichhaltigen und einzigartigen, kulturellen Erbes. Dank Ihrer engagierten Arbeit haben die vertriebenen Frauen, Männer und Kinder überhaupt erst einen Platz im kollektiven Gedächtnis der Deutschen finden können. Es sind Vertriebenenverbände wie die Landsmannschaft Weichsel-Warthe, die der Bundesrepublik Deutschland in jungen Jahren Konturen und eine demokratische Richtung gegeben haben, der wir bis heute folgen.“ So hätten sie selbst in schwierigen, trostlosen Zeiten den Heimatvertriebenen eine politische Stimme gegeben, die noch heute in ganz Deutschland gehört, geachtet und bewundert werde. Nie seien sie müde geworden, eindringlich vor den Folgen von Krieg und Vertreibung zu warnen.

„Hierfür möchte ich Ihnen im Namen der Hessischen Landesregierung danken. Sie haben zukunftsgerichtet und mit Blick auf nachfolgende, junge Generationen gehandelt und sich für die Völkerverständigung mit anderen Ländern und für die Aussöhnung mit der Vergangenheit eingesetzt.“ Diesen Dank richtete er auch ganz persönlich an den Bundessprecher der Landsmannschaft, Dr. Martin Sprungala, der sich sehr um die Verständigung mit den osteuropäischen Nachbarn bemühe und als Historiker auch auf wissenschaftlicher Ebene bei seinen intensiven Forschungen grenzübergreifende Kontakte pflege. Die Landsmannschaft Weichsel-Warthe sei Europa verbunden und agiere pro-europäisch. Nichts könne heutzutage wichtiger sein, als sich zur Idee eines freien und vereinten Europas zu bekennen, denn dieser verdanke der Kontinent sowohl die längste Friedensperiode seiner Geschichte als auch einen nie geahnten Wohlstand. Durch die Übernahme der Patenschaft über die Landsmannschaft im Jahr 1990 sei das Land Hessen eine besondere Verpflichtung eingegangen: „In den vergangenen 29 Jahren ist aus der Patenschaft eine einzigartige Partnerschaft geworden. Unsere Verbundenheit muss sich auch in der Übernahme von Verantwortung ausdrücken – der Verantwortung für den Bestand und das Wohlergehen Ihres Verbandes sowie der öffentlichen Anerkennung Ihrer wichtigen Arbeit.“

Ferner sprach Minister Beuth der ebenfalls anwesenden Hessischen Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, die sich unermüdlich für ihren Bereich einsetze, seinen ausdrücklichen Dank für ihre Arbeit aus. Anlässlich des Jubiläums erklärte diese: „Wir haben heute in würdigem Rahmen ein besonderes Ereignis begehen dürfen. Der Landsmannschaft Weichsel-Warthe und ihrem Vorsitzenden Dr. Martin Sprungala gebühren Respekt und Ankerkennung sowohl für ihre herausragenden Verdienste um den Erhalt von Kultur und Geschichte der Vertreibungsgebiete als auch für die aktiv praktizierte Versöhnungsarbeit und nicht zuletzt für die Treue jedes einzelnen Mitglieds zum landsmannschaftlichen Verband."(pm)+++


Über Osthessen News

Kontakt
Mediadaten
Werbung
Impressum

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Service

Stellenangebote
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage
Biergärten
Freizeit Tipps
Mittagstisch
Beilagen
Benzinpreis Vergleich

Social Media

Facebook
Twitter
Instagram

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön