EICHENZELL Statussymbole mit Geheimnissen

Sonderausstellung „Die Möbel der Mächtigen“ ab Samstag in Schloss Fasanerie

15.06.19 - Die diesjährige Sonderausstellung im Badehaus von Schloss Fasanerie zaubert wieder Exponate aus dem Hut, die noch nie vorher gemeinsam gezeigt wurden. "Wir hatten schon Gemälde und Skulpturen, Porzellan und Silber hier, aber noch niemals Möbel", kündigt Museumsdirektor Dr. Markus Miller die neue Schau an. Wegen der begrenzten Ausstellungsfläche sind es zwar nur 44 Stücke, doch die haben es an und in sich. Im Erdgeschoss beginnt der Rundgang durch die regionale Kunstgeschichte mit dem kostbaren Mobiliar der Fürstäbte. Konstantin von Buttlar beauftragte als erster eigens einen Kunstschreiner mit der Fertigung von repräsentatvien Möbeln, die an zentraler Stelle von seinem Wappen geziert wurden. 

Die Zylinder-Schreibkommode aus dem Besitz von ...Fotos (3): Kulturstiftung des Hauses Hessen

Klarer kann man Macht wohl kaum ...

Der Thron, auf dem sich Kurfürst ...

Dr. Miller verrät, warum der Schreibtisch ...Fotos: Carina Jirsch

Die Ausstellung „Die Möbel der Mächtigen – Meisterwerke der Schreinerkunst und ihre Besitzer“ gibt vom 15. Juni bis 13. Oktober Einblick in die besondere Verbindung von Herrschern und Adligen zu ihren Möbeln und zeigt, wie diese früher und heute als Symbole der Macht genutzt wurden. Schreibtische, Sitz- und dekorative Kleinmöbel, sie alle sind Kunstwerke, Gebrauchsobjekte und bedeutender Teil historischer Raumausstattungen. Doch darüber hinaus haben sie gesellschaftlich noch eine weitere, wichtige Funktion: ihren Symbolcharakter. Viele Machthaber nutzten früher und später ihre Möbel als Symbole, ließen sich mit ihnen porträtieren oder verewigten sich darauf in Form von Wappen oder persönlichen Zeichen.

Auf den benachbart gehängten Gemälden ist der jeweilige Besitzer an seinem Schreibtisch oder auf seinem Thron sitzend zu sehen - eine reizvolle Vergleichsmöglichkeit. Versammelt sind hier auf engem Raum die von Hofschreinern des 18. und 19. Jahrhunderts angefertigten Meisterwerke, die heute zur Sammlung der Kulturstiftung des Hauses Hessen gehören, sowie einige besondere Leihgaben des Fuldaer Vonderau Museums, Möbelstücke der berühmtesten deutschen Kunsttischler Abraham und David Roentgen sowie Werke der Ebenistenfamilien Sauer und Arnd. Neben optischen Raffinessen werden in der Ausstellung auch mechanische Besonderheiten gezeigt: so beispielsweise ein Vorläufer des heutigen Schreibtischstuhls aus dem Jahr 1790, der bereits damals dank versteckt montierter Rollen aus Rinderhorn eine bequeme und elegante Drehung erlaubte. Besonders signifikant für die Assoziation von Möbel und Macht ist der Thron, auf dem sich Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel bei Huldigung durch seine Generäle porträtieren ließ. 

Im Gegensatz dazu ist der originale Schreibtisch Konrad Adenauers ein eher schlichtes Stilmöbel mit Gebrauchsspuren. Auf vielen Portraitfotografien war er der zurückhaltende und zugleich doch so aussagekräftige Begleiter des ehemaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Doch kaum jemand kennt die Geschichte dahinter, versteht seine große symbolische Bedeutung. Dabei handelt es sich um eine klare Kommunikationsstrategie des damaligen Oberhauptes des Bundesrepublik Deutschland: den Ausdruck der eigenen politischen Haltung und die bewusste Abkehr von Machtdemonstrationen.

Die Sonderausstellung „Die Möbel der Mächtigen – Meisterwerke der Schreinerkunst und ihre Besitzer“ im Badehaus, Schloss Fasanerie ist ab 15. Juni bs zum 13. Oktober 2019, Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 11.00 bis 17.00 Uhr zu besichtigen. (ci/pm)+++


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