Die Innenentwicklungslotsen der Kreuzbergallianz trafen sich zu einem ersten Austausch. Vorne von links: Ulla Sippach (derzeit kommissarische Allianzmanagerin), Georg Seiffert (Bürgermeister von Bischofsheim), Benjamin Lenhard (Innenentwicklungslotse und Bischofsheimer Stadtrat), Wolfgang Skierke (Innenentwicklungslotse aus Waldberg), Rudolf Zehe (Schönauer Bürgermeister und Innenentwicklungslotse). Hintere Reihe von links: Udo Kaiser (Innenentwicklungslotse aus Sandberg), Egon Sturm (2. Bürgermeister von Bischofsheim und Innenentwicklungslotse) und Manfred Markert (Innenentwicklungslotse und Bischofsheimer Stadtrat). - Foto: Barbara Enders

BISCHOFSHEIM (RHÖN) Innentwicklungslotsen als Mittler

Neues Konzept der Kreuzbergallianz zur Erhaltung attraktiver Orte

08.07.19 - Das Erfolgskonzept Kreuzbergallianz schlägt nach fast zehnjährigem Bestehen ein weiteres Kapitel auf. Im Bestreben, die Verödung der Innenorte zu verhindern, sollen die Bürger durch sogenannte Innenentwicklungslotsen Unterstützung erhalten.

Bei einem ersten Kennenlerntreffen im Bischofsheimer Rathaus konnten der Vorsitzende der Kreuzbergallianz und Bürgermeister Georg Seiffert und Ulla Sippach von der Geschäftsführung bereits künftige Lotsen aus verschiedenen Gemeinden der Kreuzbergallianz begrüßen. Leider konnten aus terminlichen Gründen nicht alle interessierten Lotsen teilnehmen. Außerdem ist die Runde noch nicht vollzählig, da in manchen Gemeindeteilen die finale Zusage von dem einen oder anderen Mitstreiter noch fehlt.

Sippach bekleidet derzeit kommissarisch das Amt des Allianzmanagers, bis diese Stelle im Oktober wieder besetzt wird. Die Innenentwicklung ist ein Thema, das sie mit viel Leidenschaft bearbeitet und so fasste sie nach der Vorstellung der einzelnen Teilnehmer zusammen, dass jeder andere Ideen einbringe und es eine interessante Mischung sei.

Bürgermeister Rudolf Zehe wird für die Gemeinde Schönau selbst als Innenentwicklungslotse agieren. Für ihn ist es ein Versuch, in der Ortsentwicklung weiterzukommen. Allen Gemeinden der Kreuzbergallianz ist es ein Anliegen, Leerstände im Altort oder Baulücken zu beseitigen, bzw. gar nicht erst auftreten zu lassen. Das war bereits bei Gründung der Kreuzbergallianz ein wichtiges Thema, an dem intensiv weiter gearbeitet wird und das bereits gute Erfolge verzeichnen kann.

Potentiale finden

Als „Potentiale“ werden klassische Baulücken, leerstehende oder vom Leerstand bedrohte Gebäude bezeichnet, was ein Wohnhaus oder durchaus auch eine Hofstelle oder ein Gewerbeanwesen sein kann. Diese Potentiale aufzuspüren kann eine Aufgabe der Lotsen sein, die sich in ihrem Ort gut auskennen und zu ihren Mitbürgern einen guten Kontakt haben sollten. Ihre Aufgabe soll es auch sein, Kaufinteressenten Tipps zu möglichen Angeboten zu geben oder Kontakt zu Gemeinden oder der Kreuzbergallianz herzustellen. Hier kann dann über Fördermöglichkeiten informiert werden.

Innenentwicklungslotse als Mittler

Der Lotse selbst ist kein Berater, sondern soll ein Botschafter der Innenwicklung sein, der voll und ganz hinter diesem Thema steht. Einer von ihnen ist der Bischofsheimer Manfred Markert, der bereits als Mittler zwischen Bauherren und Verwaltung agieren konnte. „Stirbt der Kern oder die Innenstadt, stirbt auch der Ort“, ist seine Meinung. Dass er schon mehrfach helfen konnte, schiebt er auf seinen wichtigsten Mitarbeiter, den Bruder Zufall, wie er schmunzelnd erklärte. Als er von einem Hauskauf in Bischofsheim erfuhr, nahm er Kontakt zu den Käufern auf und verwies sie auf die Stadt. Dort erhielten sie Beratung und Unterstützung bei der Antragstellung von Zuschüssen. Die Betroffenen waren sehr erfreut und dankbar für diese Hilfe.

So sieht sich auch der künftige Lotse Udo Kaiser aus Sandberg, der als dortiger Bauhofleiter hervorragende Ortskenntnisse hat. Aus Waldberg erklärte sich Wolfgang Skierke bereit, sich als Lotse für einen lebendigen Ort einzubringen: „Als Rentner habe ich die Zeit, mich intensiver um meinen Heimatort zu kümmern.“

Egon Sturm aus Wegfurt möchte ebenfalls mitarbeiten. Er sieht die Kontaktaufnahme als wichtigstes Mittel. „Wir müssen neugierig machen und Interessen wecken“. In seinem Wegfurter Stadtratskollegen Benjamin Lenhard hat er einen Mitstreiter.

Vorreiterrolle

In den Gemeinden der Kreuzbergallianz wurden in den vergangenen Jahren bereits rund 400 Potentiale aktiviert. Aktuell werden 1.079 Potentiale gelistet. Für Rudolf Zehe ist der Ansatz der Kreuzbergallianz ein Erfolgsmodell: „Die Vorgehensweise unserer Allianz ist Vorbild in ganz Bayern“.

„Man muss seinen Heimatort mögen´“, stellte Georg Seiffert nachdrücklich fest. „Wir müssen uns einig sein, dann kommt auch etwas Gutes heraus!“ „Wir haben nicht die Patentlösung“, betonte Ulla Sippach, „wir wollen das gemeinsam entwickeln“. Die Kreuzbergallianz ist die kleinste Allianz mit vielfältigen Interessen, dennoch reicht ihr Ruf bis nach München und Berlin, berichtete Sippach. Das ist sicherlich auch die Stärke der Kreuzbergallianz, die sich aufgrund der überschaubaren Größe um alle ihre Themen gut kümmern kann.

Weitere Mitmacher dringend gesucht!

Wer sich als Innenentwicklungslotse der Kreuzbergallianz für seinen Heimatort einbringen möchte, kann sich gerne bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung oder der Kreuzbergallianz melden. Die Lotsen treffen sich in loser Folge in den verschiedenen Gemeinden, erhalten Informationen und tauschen sich aus. (Enders) +++


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